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Review: Joywave – Possession

by Jana

Wer Indie-Rock mag, hat sicher schon von Joywave gehört. Die New Yorker Band gibt es bereits seit zehn Jahren, ihr erstes Album schaffte es in die Billboard Alternative Album Charts und der Song „Blastoffff“, der auf ihrem neuen Album „Possession“ zu hören ist, schaffte es in einen Trailer für das Videospiel Fortnite. „Possession“ ist das dritte Album der Band und enthält Teile der Tonaufnahmen, die im Rahmen der Voyager Golden Records ins Weltall geschickt wurden, um Außerirdische auf die Existenz der Menschheit aufmerksam zu machen.

Das Album fängt sehr ruhig an. „Like A Kennedy“ ist ein Song, der von dem ständigen Informationsfluss durch die Medien handelt und darauf aufmerksam machen soll, wie anstrengend es sein kann, immer allen Nachrichten Aufmerksamkeit zu schenken. Joywave wollen dazu einladen, mal eine Pause zu machen und seine Aufmerksamkeit auf andere Sachen zu lenken. Nicht, weil Politik und Nachrichten unwichtig wären, aber weil es normal ist, dass einem Mal alles zu viel wird.

„Coming Apart“ ist ein düsterer Elektro-Pop Song, der an neuere Two Door Cinema Club Alben erinnert und zum Tanzen einlädt. Darauf folgt „Half Your Age“, der ruhig anfängt, aber schneller wird. Es ist ein verträumter Song mit einem Refrain zum Mitklatschen. Der Text handelt von dem steigenden Druck, bereits im jungen Alter viel erreicht zu haben und davon, dass vielleicht nicht alle Zukunftsträume in Erfüllung gehen können. Spätestens jetzt sollte klar sein, dass Joywave mit diesem Album versuchen, den heutigen Zeitgeist einzufangen und zu kritisieren. Es ist ihr Weg, damit umzugehen, dass wir heute immer schneller leben und mit viel mehr Reizen umgehen müssen.

Mit „Funny Thing About Opinions“ fühlt man sich auf eine Tanzfläche in den 90ern zurückgeworfen. Es ist eine Mischung aus Pop-Refrains zum Tanzen und Strophen gefüllt mit Synthesizer-Klängen, wobei die elektronischen Klänge im Hintergrund auf den Gesang abgestimmt sind und es so klingt, als würde sich der Sänger über Menschen, die immer ungefragt ihre Meinung äußern, lustig machen. Im Refrain beschreibt er, wie er sich vor dem Überfluss an Meinungen und Diskussionen versteckt und davor flieht. Ähnlich aufgebaut ist der Song „Who Owns Who“, der mit seinem eingängigen Refrain ebenfalls zum Tanzen einlädt.

Schließlich ist der Titelsong des Albums erreicht. „Possession“ handelt vom vollständigen Kontrollverlust durch die vielen Reize, mit denen wir täglich umgehen müssen. Passend dazu sind die Strophen mit vielen verschiedenen Hintergrundtönen unterlegt, die es schwierig machen, konzentriert zuzuhören. In dem kurzen instrumentalen Part vor dem letzten Refrain werden all diese Hintergrundtöne zusammengeworfen, um die Reizüberflutung, mit der wir täglich umgehen müssen, zu veranschaulichen. Die Verknüpfung von Sound und Thematik ist unglaublich clever und macht den Song besonders interessant.

Gegen Ende wird das Album mit „No Shoulder“ und „Mr. Eastman“ ruhiger. „Mr. Eastman“ endet mit einem langen Outro aus elektronischen Klängen.

Joywave sind eine bunte Mischung aus I Don’t Know How But They Found Me, Two Door Cinema Club und The 1975. „Possession“ ist ein interessantes, gesellschaftskritisches Album. Es macht Spaß, zuzuhören und die Band hat sich mit diesem Album sichtlich weiterentwickelt. Sie schaffen es, relevante Themen neu in Szene zu setzen und zum Nachdenken über den eigenen Umgang mit sozialen Medien anzuregen.

Fotocredit: Mary Ellen Mattews

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