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Turnover können in Köln nicht überzeugen

by Jana Gall

Die Indie-/Dream-Pop-Band Turnover aus Virginia Beach tourte im Rahmen ihres vierten Albums „Altogether“ in Europa und machte dabei unter anderem halt in Köln. Mit dabei war Shybits, ein Berliner Post-Punk-Trio.

Nach offensichtlicher Nervosität am Anfang ihres Sets fingen Shybits schnell an, sich auf der Bühne wohl zu fühlen. Die gute Laune der Band steckte jeden in der Halle an und über schlechte Witze des Sängers wurde laut gelacht. Der ein oder andere tanzte auch schon fröhlich mit und als sie gegen ende ihres Sets witzelten, sie würden noch 15 weitere Lieder spielen, jubelte das Publikum. Leider gab es nur einen weiteren Song und ihr Set war vorbei.

Ohne irgendeine Ankündigung fingen eine halbe Stunde später Turnover an. Die fünf Bandmitglieder standen bereits auf der Bühne, um ihre Instrumente zu platzieren und fingen einfach an, zu spielen, wodurch das Konzert sehr plötzlich anfing. Der erste Song war „Still In Motion“, der auch der erste Song auf ihrem neuen Album ist und sich gut also Opener eignete. Leider fiel schnell auf, dass die neuen Songs bei den Fans nicht die beliebtesten waren. Es wurde leicht mit dem Kopf gewippt, ein paar Arme bewegten sich, wirklich mitsingen schien keiner zu können. Etwas besser war es beim zweiten Song, „Much After Feeling“, der eine der ersten Singles auf „Altogether“ war. Mit „Sunshine Type“ ging die Stimmung bei den Fans jedoch wieder bergab, obwohl es sich dabei um einen älteren Song vom Album „Good Nature“ handelte. Die Band hatte zu diesem Zeitpunkt noch kein Wort geredet, der Sänger Austin Getz saß nur am Keyboard und wippte beim Singen mit dem Kopf.

Bei „Take My Head“ änderte sich die Stimmung schlagartig. Alle sangen mit, keiner konnte stillstehen. Schnell wurde klar, dass der Erfolg ihres 2015 erschienenen Albums „Peripheral Vision“ immer noch an der Band haftet und die meisten Fans hauptsächlich für die älteren Songs zum Konzert kamen. Nach „Take My Head“ begrüßte Sänger Austin Getz auch endlich die Fans und behauptete, dies sei das beste Konzert, das sie je in Köln gespielt hätten. Abgesehen davon, dass man diesen Spruch ohnehin von jeder Band zu hören bekommt, war er dieses Mal durch den unmotivierten und monotonen Tonfall noch unglaubwürdiger als sonst.

Die nächsten Songs, „Number On The Gate“ und „Plant Sugar“ waren ebenfalls neu, da es sich dabei jedoch ebenfalls um vor dem Album erschienene Singles handelte, waren die Fans wenigstens halbwegs textsicher. Darauf folgte der nächste Song von „Peripheral Vision“, „New Scream“, erneut war das Publikum wie ausgewechselt und es wurde getanzt und gesungen. Aus dem Publikum hörte man Rufe, die Band solle mehr ältere Songs spielen, doch es folgten fünf neuere Lieder, bei denen wieder die meisten still standen. Erst als am Ende „Dizzy On The Comedown“ und „Humming“ gespielt wurden, war das Publikum glücklich und die Texte wurden ausgelassen mitgeschrien.

Es war schade zu sehen, wie wenig sich das Publikum auf das neue Album eingestellt hatte. Turnover lebt von der Atmosphäre, die Musik ist ruhig und die Band bewegt sich nicht großartig auf der Bühne. In Köln fehlte diese Atmosphäre leider, bei neuen Songs wurde sich unterhalten oder Bier getrunken. Die Band trug sicher nicht gerade positiv zur Stimmung bei, da sie sehr unmotiviert und müde durch die lange Tour wirkten, allerdings war die fehlende Motivation bei diesem Publikum kein Wunder. Die meisten, die das Konzert besuchten, werden wohl erst wieder Karten für Turnover kaufen, falls es eine Jubiläumstour für „Peripheral Vision“ geben sollte.

 

Setlist
Still In Motion
Much After Feeling
Sunshine Type
Take My Head
Plant Sugar
Number On The Gate
New Scream
Sending Me Right Back
Pure Devotion
Ceramic Sky
Valley Of The Moon
Parties
Dizzy On The Comedown
Super Natural
Humming

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