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Sie spielen bis zum Burnout – Bad Assumption im Interview

by Jana Gall

Nachdem 2018 ihre EP „It’s Only Getting Worse“ erschien, haben Bad Assumption jetzt ihr Debütalbum „Angst“ veröffentlicht. Wir waren bei der Release-Show im Skaters Palace und haben mit ihnen über das Album und die anstehende Tour gesprochen.

Gringoz: Ihr kommt aus Münster, wie fühlt es sich an eine Show hier in der Heimat zu spielen?

Dan: Es fühlt sich ganz anders an als woanders, aber auch hauptsächlich, weil wir heute alles organisieren.

Joel: Münster selber ist jetzt nicht so besonders für uns, aber dass wir jetzt hier im Skaters Palace spielen. Man ist hier sonst immer hingekommen, um andere große Bands zu sehen.

Gringoz: Habt ihr eine coole Story wie es dazu gekommen ist, dass ihr euch entschieden habt, eine Band zu gründen?

Dan: Also Joel und ich sind beste Freunde seit dem Kindergarten und haben schon lange Musik zusammen gemacht. Nachdem wir schon einige Green Day Cover-Bands hatten, haben wir 2014 Bad Assumption gegründet.

Joel: Wir hatten auch 2016 schon die erste Demo-EP, nach einigen Veränderungen gab es 2018 die erste richtige EP.

Dan: Jetzt sind wir seit Sommer 2018 zu dritt und seit Sommer 2019 ist Merten dabei.

Gringoz: War euer erstes Album eine große Herausforderung? Seid ihr da anders herangegangen als an die EP

Joel: Nicht großartig anders. Es war schon eine Herausforderung, weil wir den Großteil der Songs zu zweit in zwei Monaten geschrieben haben. Vor allem ist es natürlich für uns als kleine Band auch schwierig, so ein Projekt zu finanzieren. Der reine Arbeitsprozess war nicht großartig anders als bei der EP.

Dan: Es war halt einfach nur mehr als bei der EP, bei der wir einfach nur ein paar Songs im Proberaum aufgenommen haben. Wir hatten auch gar nicht wirklich vor, ein Album zu machen, haben uns aber der Musikindustrie ein bisschen gebeugt. Heutzutage ist es wichtig, ein Album zu haben, um sich etwas aufbauen zu können.

Gringoz: Ihr seid ja auch viel auf sozialen Medien unterwegs, denkt ihr, es ist schwieriger sich durch Facebook, Instagram und Twitter eine Fanbase aufzubauen, weil man nicht so aus der Masse heraus sticht?

Joel: Es ist leichter an Leute ranzukommen, allerdings gibt es für den Konsumenten ein Überangebot und eben viele zumindest halbwegs gute Bands. Da rauszustechen ist schwierig.

[Merten kommt dazu]

Merten: Und im Internet ist es als Band super einfach, sich größer zu machen, als man ist.

Dan: Meistens sind die Fans im Internet, die einen nur von Facebook oder Instagram kennen, nur der äußere Kern von Fans. Man erreicht Leute eher und besser, wenn man Konzerte gibt und Leute einen live gut finden.

Gringoz:  Kommen wir wieder zu eurem Album, was ist denn euer Lieblingssong auf der Platte?

Joel: Das ist schwierig. Das ist, als würde man Eltern fragen, wer denn ihr Lieblingskind ist. Ich denke, wenn ich mich auf einen Song festlegen müsste wäre es „Fourty Two“.

Dan: Bei mir ist es eigentlich „Far From Home“, aber da wir den so oft für Werbung benutzt haben, geht er mir ein bisschen auf die Nerven. Deshalb ist es aktuell „Don Quijote“ oder „Masquerade“.

Merten: Bei mir ist es auch „Masquerade“. „Masquerade“ und „Fallen Notion“ sind toll.

Gringoz: Welcher Song war denn am schwierigsten zu schreiben?

Dan: Die waren alle total leicht zu schreiben, ich schreibe aber auch ein Album in zwei Wochen fertig. Wenn ich Zeit und Ideen habe, schließe ich mich einfach zwei Wochen ein und schreibe. Das kann ich nicht immer, hat bei dem Album aber funktioniert.

Gringoz: Ihr spielt ja jetzt ein paar Shows, auf welchen Song freut ihr euch live am meisten?

Dan: „Fourty Two“ ist live schon echt cool. Wir wissen allerdings auch noch nicht, wie die neuen Songs live ankommen.

Merten: Deswegen freue ich mich am meisten auf „Far From Home“. Ich will wissen, wie der live ankommt.

Dan: Ja schon, vor allem weil der Song in so eine andere Richtung geht. Wir haben den nicht geschrieben, weil wir dachten, wir wollen jetzt sein wie Green Day oder so, aber einfach, weil wir eben solche Musik hören.

Joel: Also ich freue mich am meisten auf „Masquerade“, weil der Song einfach ballert und wir den noch nie live gespielt haben.

Gringoz: Jetzt habt ihr schon Green Day angesprochen, habt ihr denn Vorbilder oder Bands, die euch inspirieren?

Joel: Vorbilder haben wir viele. Ich denke hauptsächlich sind es Stick To Your Guns oder Rise Against. Alles in diese Richtung. Selbst bei Bands, die man sonst vielleicht nicht so hört, finden sich immer Songs oder sogar nur Gitarrensounds, die man gut findet.

Gringoz: Eure Tour fängt ja jetzt an. Was habt ihr so für Erwartungen oder Hoffnungen bezüglich der Tour?

Joel: Hoffnungen viele, Erwartungen keine.

Merten: Genau das. Es ist meine erste Tour, ich weiß gar nicht, was ich erwarten kann.

Dan: Wir wollen einfach so viele Shows wie möglich spielen und wenn dann ein Zuschauer dabei ist, dem es gefällt, sind wir zufrieden.

Gringoz: Was dürfen denn die Fans von der Tour erwarten?

Dan: Also wir haben echt viel geprobt. Wenn man ein gutes Gehör hat, kann man die Songs auch erkennen. Wir versuchen, alles rauszuholen war geht. Die Shows sind echt unterschiedlich. Heute haben wir mit Lichttechnik und Ton alles herausgeholt, was möglich war.

Merten: Sonst spielen wir auch in Jugendzentrum, bei denen wir gar nicht wissen, was man erwarten kann.

Joel: Aber egal wo wir spielen, wir haben immer Bock.

Dan: Wenn du uns sagen würdest, wir können 360 Tage im Jahr Shows spielen, würden wir es denke ich tun.

Merten: Also es gibt Bands, die 300 Shows in einem Jahr spielen und dann Burnout haben.

Joel: Das ist unser Ziel, wir spielen Shows bis zum Burnout.

Wer sehen möchte, wie sehr sich die drei live ins Zeug gehen, kann sich bei Shows in ganz Deutschland von ihnen überzeugen.

Bad Assumption – ANGST-Tour 202004.03.2020 – Göttingen – Freihafen
05.03.2020 – Kassel – Kulturzentrum Färberei
07.03.2020 – Peiting – JUZ
13.03.2020 – Augsburg – Villa
14.03.2020 – Kaiserslautern – tba
20.03.2020 – Essen – Hüweg
21.03.2020 – Leipzig – MVB
04.04.2020 – Wolfsburg – Forsthaus
24.04.2020 – Aachen – Autonomes Zentrum
25.05.2020 – Saarlouis – Juz Utopia
08.05.2020 – Emlichheim – Rock gegen Rechts
09.05.2020 – Darmstadt – Goldene Krone

Foto: Simon von der Gathen

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