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WORLD CLUB DOME WINTER EDITION 2020 EIN GROSSE PARTY FÜR JEDEN

by Kevin

Zehn Tage ist das neue Jahr erst jung, als der Big City Beats World Club Dome in der Winter Edition seine Tore zum insgesamt fünften Mal einem tanzwütigen Publikum öffnet. Seit 2018 findet der Ableger des World Club Domes in der Merkur-Spiel-Arena in Düsseldorf statt und verwandelt die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt auch 2020 wieder in ein Winterwunderland für Freunde der elektronischen Tanzmusik.

Im letzten Jahr war um die Big City Beats ganz schön was los: Es wurde das erste DJ-Set aus dem All gefeiert mit passender Space-Edition im Sommer sowie verschiedenste Special Events um den World Club Dome (WCD) von der Black Tie Edition beim Deutschen Sportpresseball bis hin zur WCD Cruise Edition nach Ibiza, wurde vieles geboten. Und genauso furios soll das neue Jahr 2020 nach Vorstellungen des veranstaltenden CEOs Bernd Breiter auch weiter gehen. Dies erweckt bei uns und allen anderen rund 100.000 Festivalgängern in drei Veranstaltungstagen natürlich hohe Erwartungen auf das, was da noch kommen mag.

Damit eröffnet der Freitag das bunt gemischte Programm, rund um insgesamt 170 internationale DJs, die entweder auf der Mainstage vor ungefähr 30.000 Leute auflegen oder im intimeren „Club Music Circle“ spielen, der sich im Arenagang rund um das Infield erstreckt. Am ersten Tag werden auf der Mainstage dann Herren wie Ummet Ozcan, Robin Schulz und Martin Garrix erwartet, während sich auf den sieben kleineren Bühnen beispielsweise YouNotUs, Ostblockschlampen, Gregor Tresher, Nobody’s Face und Lexy & K-Paul austoben können. Durch die hochkarätige Besetzung, auch abseits der Mainstage, ist es einfach sich im beheizten Inneren des Arenaganges mittreiben zu lassen und abwechselnd bei verschiedenen Bühnen vorbeizuschauen.

Zudem lockt ein vielfältiges Rahmenprogramm mit allerlei Ablenkungen: so kann man sich entweder an den Spieltischen von den Kooperationspartnern Bitsons und Merkur ordentlich verzocken (welche auch hervorragend auf die nächste Sommer-Edition einstimmen) oder am roten Teppich gespannt auf die eintrudelnden Stars warten. Denn auch dies gehört zum Konzept der diesjährigen WCD Winter Edition: Glamour. Zum ersten Mal gibt es einen eigens eingerichteten Bereich für Influencer, die man mit etwas Glück auch im ersten Wellenbrecher antreffen kann. Moderiert und gehosted wird die Eröffnung der Glam- Area von Cathy Hummels. Das Menü im VIP-Bereich wurde von Sternekoch Frank Rosin entworfen, der auch am Wochenende mit von der Party ist. Des Weiteren geben sich zahlreiche Prominente von A bis Z-Bekanntheit die Klinke in die Hand. Für uns springt dabei ein Foto mit Jasmin Wagner alias Blümchen heraus. Das alles gehört mit zu der Idee Musik, Lifestyle, Food und Beauty zu vereinbaren und ein einzigartiges Event zu erschaffen.

Doch zurück zu der Musik, um die sich ein Festival ja eigentlich primär dreht. Diese gibt es im Folgenden sehr überzeugend von Robin Schulz auf die Ohren, welche von einer spektakulären Pyro-Show untermalt wird. Gerade erst sind die Überreste von Silvester weggekehrt, schon wird in der nachfolgenden Opening Show sogleich ein gigantisches Feuerwerk entzündet, was dem zum Jahreswechsel in nichts nachsteht. Dazu zelebriert WCD- Resident-DJ Le Shuuk die Live-Premiere seiner ersten deutschsprachigen Single „Sandmann“. Der Stuttgarter schwört gemeinsam mit einem ESA-Astronauten die Menge auf die nächsten Festival-Tage und den letzten Künstler der Mainstage ein. Dabei handelt es sich um niemand Geringeren als den dreimaligen Nummer-Eins-DJ und jüngsten Preisträger aller Zeiten Martin Garrix. Mit seiner unglaublich energetischen Ausstrahlung bringt er die Menge in Ekstase und entlässt sie anschließend in die Nacht.

Der Samstag beginnt für uns mit dem Duo Harris & Ford, die mit ihrem Partyhit „Freitag, Samstag“ mehr als schwungvoll in den Samstagabend starten. Also rein gehüpft ins ultimative Party-Outfit und los geht’s. Die Gänge und Stages füllen sich zunehmend und zeigen einen Schwachpunkt des Konzepts auf. Während live auf der Mainstage die finnischen Künstlerin Alma performt, strömen die meisten Besucher in den Innenring, sodass kurzfristig sachverständig Einbahnverkehre und Sperrungen von den Securities vorgenommen werden. Die sowieso schon eher anspruchsvolle Orientierung, mit jedem Tag wechselnden Host-Namen der Bühnen, wird dadurch sicher nicht einfacher, und wir legen so einige Extrameter zurück. Alma präsentiert ihr Können souverän, nur vermutlich vor dem falschen Publikum. So dürfen sich unter anderem Anna Reusch, Hiddn und Dan le Blonde über ein gesteigertes Interesse freuen. Alma beendet ihren Auftritt dann auch früher als geplant, was zu einer langen Pause vor Da Tweekaz resultiert. Diese überspielt die DJane Mandy dann kurzfristig fachmännisch und zieht den Hauptteil der Partygäste wieder ins Infield. Danach startet das norwegische Hardstyle-Duo um Kenth Kvien und Marcus Nordli durch und beginnt die Halle abzureißen. Gesteigert werden kann diese Begeisterung dann nur noch vom einmaligen Steve Aoki, der sich nicht zweimal bitten lässt und seine Show inklusive Torten-Weitwurf und Crowd Control durchzieht. Da wird nicht nur bei den Influencern das ein oder andere Foto geschossen. Wer es wilder mag, kann die „größte Party“ des jungen Jahres noch bei den Wildstylez ausleben.

Die Running Order für Sonntag sieht dann etwas anderes als EDM, Techno, House, Trap oder Bass vor. Mit Loredana, Bausa, Sido und Ice-T stehen Stars aus der Hip-Hop-Szene auf der Bühne, genauer gesagt auf der Mainstage. Diesen Schritt kennen wir bereits von der Sommer-Ausgabe des letzten Jahres, als sich Capital Bra zum Publikumsmagneten auszeichnete. Aktuell sieht es vor der Mainstage, insbesondere im ersten Wellenbrecher, merklich leerer aus als gestern, was sich die nächsten Stunden nur wenig ändern soll. Die singende Schweizer Influencerin Loredana kommt, genau wie Kollege Autotune, gut bei den eigenen Fans an. Vom restlichen Publikum kann man das nicht vollends behaupten und auch wir fragen uns, ob es sich nicht doch mehr lohnen würde, sich noch einmal eine Runde Hardstyle zu gönnen. Bausa versucht sich zumindest mit einem „Day ‚n‘ Nite“– Einspieler anzupassen, aber erst Sido kann die Ehre für die Rapper wieder retten. Mit einem unausweichlichen Charme moderiert er seine Songs gekonnt an und disst auf beinahe liebevolle Art und Weise die „Schickimicki“-Leute des ersten Wellenbrechers. Dahinter geht nämlich erst richtig die Party ab, was auch Sido erkennt und kurzerhand in den Graben läuft und halt zwei Songs dort, bei seinen Leuten, performt. Zu diesem Zeitpunkt wird aus allen Ecken laut mitgesungen und die Stimmung geht wieder steil bergauf. Sobald der Slot allerdings endet, leert sich das Infield jedoch schlagartig und man fragt sich unwillkürlich, ob alle verstanden haben, dass jetzt der Time Slot von Rap-Ikone Ice-T beginnt. Dann betritt Mister X die Bühne und fängt unbeirrt damit an aufzulegen. Daneben steht ein mürrisch dreinblickender Ice-T, der im Takt mit nickt und wir fragen uns nun auch, ob jetzt der Time Slot von dem einen Ice-T ist. 35 Minuten werden die Düsseldorfer Zuschauer auf die Geduldsprobe gestellt, ehe der legendäre Rapper selbst zum Mikrofon greift und sein Können unter Beweis stellt. Und das ist nach wie vor so heiß, wie noch vor 20 Jahren. Hat man trotzdem mehr Lust auf Elektronisches, ist man bei Eskei83, Blasterjaxx und Le Shuuk gut aufgehoben. Damit gehen dann drei bewegte Festivaltage auch schon wieder zu Ende und die Closing Show ist ebenso bombastisch wie die Anfangsshow am Freitag. Vor- und nachher sorgt der für Afrojack eingesprungene Don Diablo, seines Zeichens Top 6 DJ, und der absolute Highlight-Act des Wochenendes Dimitri Vegas & Like Mike, amtierende Titelverteidiger, für absolute Partystimmung. Beide Acts spielen gewohnt großartig auf und geben auf der Zielgeraden noch einmal alles. Unter einer fantastischen Lasershow ist die Stimmung zum Schluss noch einmal am Siedepunkt und der Moment brennt sich allen Anwesenden als absolut einzigartig ins Gedächtnis ein.

Der „größte Club der Welt“ legt einen neuen Besucherrekord in der Winter-Edition hin und kann größtenteils als gelungen angesehen werden. Zwar gab es unstimmige Kleinigkeiten, die der Feierlaune allerdings keinen Abbruch getan haben.
So oder so, werden wir sehr gerne auf dieses bewegte zweite Januarwochenende in Düsseldorf zurückschauen und können schon jetzt die nächste Winter-Edition kaum erwarten. Vorher geht es im Sommer, vom 5.-7ten Juni, nach Frankfurt am Main zur Las Vegas Sommer-Ausgabe.


Fotocredit: Kevin Randy Emmers

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