Himmel, Arsch und Zwirn! Wat war das schön am 2. Advent im ausverkauften Hamburger LOGO.
Knocked Loose laden seit Ende November in ganz Europa zum Fetzen ein! Die 5-köpfige Band tourt gerade mit ihrem 4. Album „A Different Shade of Blue“, welches im Sommer 2019 wieder über Pure Noise Records released wurde, durch die Niederlande, Schweden, das Vereinigte Königreich, Italien, Österreich und natürlich auch Deutschland, wo sie vergangenen Sonntag einen Komplettabriss zur Feier des 2. Advents zelebrierten. Auf ihrer Tour haben die Jungs Support von Justice for The Damned, Renounced und Malevolence. Wir haben für euch den Sonntag in der wohl lautesten Sauna Hamburgs zusammengefasst. Eins noch vorneweg; der Abend war nichts für schwache Nerven!

Wer sonntags frühzeitig zu Bett geht um ausgeschlafen und fit in die neue Woche zu starten, hätte es am letzten Sonntag zumindest frühzeitig ins Bett geschafft. Der Abend startete nämlich schon um 17 Uhr. Ausgeruht und fit ist man am Montag dann allerdings nicht aus dem Bett gestiegen, was auf den immens brutalen Abend zurückzuführen ist.
Als erste Band des Abends betreten Justice for The Damned die kleine aber feine Bühne im LOGO. Der Saal ist noch nicht komplett gefüllt, aber zur Einstimmung auf alles Kommende geben die fünf Australier alles. Im Anschluss folgen die Briten von Renounced, die mit ihrem im September veröffentlichten Album „Beauty Is A Destructive Angel“ um die Ecke kommen. Mittlerweile sind auch die letzten von ihren Raucherpausen eingekehrt und schnappen sich noch einige der letzten Stehplätze im hinteren Teil der Lokalität, denn man will auf keinen Fall die Jungs von Malevolence rund um Frontmann Alex Taylor verpassen. Der Name ist bei den Shefffieldern auch definitiv Programm! Was im August mit der härtesten Tour auf deren Facebook-Kanal angekündigt wurde, bestätigt sich an diesem Abend schon ab Song No. 1 Slave to Satisfaction. Der Pit ist eröffnet und wird so schnell nicht wieder geschlossen, es wird wie wild von der nur leicht erhöhten Bühne in die Menge gesprungen und die ersten Reihen nieder gemacht. Einzelne Violent Dancer liefern sich in Mitten des vorderen Bereichs einen indirekten Schlagabtausch und fallen sich nach den Songs, die die Band Einen nach dem Anderen nur so dahin schmettern, grinsend wieder in die Arme. Mit Wasted Breath, Keep Your Distance und „In The Face of Death“ wird genau das angesprochen, was jeder Einzelne in der dreiviertel Stunde immenser Brutalität fühlt. Dabei ist man immer wieder von der Authentizität der Crew beeindruckt, die aber nicht von weit hergeholt ist, da jeder der Bandmitglieder im tiefen Ghetto groß wurde und somit mit Drogen und Gewalt per du ist. Mit dem zuletzt 2017 erschienenem Album haben die Jungs es geschafft, genialen Metal-Soli und Breakdowns mit Thrash- und Stoner-Rock-Elementen zu verbinden um nicht nur in Beatdown-Kreisen Fuß zu fassen.

In der richtigen Mood ist man nach dem Auftritt der Briten auf jeden Fall und bereit für die 2013 gegründete Hardcore-Band aus Kentucky. Von Genre-Konventionen hielten die Jungs schon beim Erstellen ihres Debut-Album „Laugh Tracks“ reichlich wenig. Die Jungs sind bereits durch ihre Live-Shows bekannt, denn dort vereinen sie harten, kompromisslosen Mosh mit genügend Groove. Mit einer stetig wachsenden Fanbase im Rücken spielten Knocked Loose u.a. als Support für Every Time I Die und Comeback Kid und zockten dann 4 Jahre nach ihrer Gründung 2017 ihre erste Headline-Tour durch die USA. All das zeigt sich auch am heutigen Abend in den heiligen Hallen der wohl lautesten Sauna Hamburgs. Hier trifft brachiales Shouting von Frontmann Garris auf beatdownlastige Riffs von Otten, der mit seiner düsteren Stimme auch die ein oder anderen Kracher verlauten lässt.
Das Vermischen diverser Metal-Subgenres lässt sich auch auf deren neuer LP hören. Die zwölf Songs handeln unter anderem von Verlust, vom Irren und Wirren und kommen bei der Crowd bestens an. Die Band hat es nach ein bisschen mehr als einer Stunde geschafft, ihre ungebremste Energie und Wut teilweise auch an die Besucher zu transportieren.
Fazit: Man hätte sich vorsichtshalber einen Mundschutz und einen Helm besorgen sollen; das war definitiv kein Kindergeburtstag! Aber das merken wir uns einfach für das nächste Mal.

Redaktion: Mona Riahi
Fotocredit: Cahil Bhanji

Gringoz Magazine
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