Mitte September kam das neue Album der fünf Kalifornier auf den Markt und damit touren Being As An Ocean gerade auch fleißig durch Europa und dem Vereinigten Königreich. Mit dabei haben sie die britische Post-Hardcore Band Dream State, die auch erst kürzlich ihr drittes Album veröffentlicht haben und die Franzosen von Novelists. Wir waren zu Gast im Hamburger Knust, einer kleinen Kopie des Gruenspans, zumindest was den Grobaufbau betrifft, und haben so einiges an Emotionen erlebt.

Einige Stunden vor deren Auftritt teilte CJ Gilpin von Dream State über den bandeigenen Instagramchannel mit, dass sie im Stau stehen, aber alles Menschenmögliche versucht wird, um pünktlich um 20 Uhr auf der Bühne stehen zu können. Letzten Endes bekam man dann aber über den Channel von Novelists mit, dass die Franzosen sich dazu bereit erklärt haben, den Timeslot mit Dream State zu tauschen und den Abend im Knust eröffnen werden, da sich die Straßenprobleme bei Dream State wohl leider doch nicht so schnell klären konnten.

Gesagt, getan! Energiegeladen und emotional wird mit den Franzosen in den Abend gestartet und man registriert gleich zu Beginn, dass bei einigen Songs zur Untermalung der Schreie von Matteo Gelsomino ein Playback läuft. Was aber nicht schlimm ist, denn auch die nachfolgenden Bands bekommen Unterstützung im Hintergrund durch eingespielte Melodien. Nach 20 Minuten werden wir mit ganz viel Liebe und Demut von Matteo in die Pause entlassen.

Mit ihrem neuen Album „Primrose Path“ treffen die Briten von Dream State bei den Fans genau ins Schwarze. Schon bereits beim Eröffnungssong „Made Up Smile“, der auch den ersten Track der neuen Platte darstellt, bewegt sich das Publikum bei jeder einzelnen gespielten Sekunde. Die Energie von CJ ist auch einfach fesselnd, wie sie da auf der Bühne umher tobt und sich wild zu den Melodien dreht. Auch Klassiker wie „New Waves“ und „White Lies“ werden natürlich dankend angenommen. Und so verfliegen die 30 Minuten Spielzeit eigentlich wie im Fluge und man ist super eingestimmt auf die Hauptband des Abends.

Wir kennen sie doch alle bereits, die Kritiken zum neuen Album der Kalifornier. Nachdem die Band bereits auf ihrem letzten Album „Waiting For The Morning To Come“ einige elektronische Passagen eingebaut hatte, ist mit dem neuen Album tatsächlich ein neuer, ein endgültiger Schritt in eine neue Genrerichtung gesetzt. Wie ihr in unserer Albumkritik zur neuen Platte „PROXY: An A.N.I.M.O Story“ herauslesen könnt, waren wir natürlich auch etwas skeptisch, was das melodisch, elektronische Klangwerk angeht. Man darf aber nicht vergessen, dass es immer noch die Band Being As An Ocean ist, die da vor einem performt. Was nämlich sowohl auf der Platte als auch letztlich durch den Auftritt rüberkam, sind die großen Emotionen, sowohl in Joel Quartuccios als auch Michael McGoughs Stimme, die die Fans immer wieder mitreißt. Zudem zeigt der Frontmann auch hier wieder einen vielfältigen Einsatzbereich seines Gesangs. Zugegeben; ein bisschen traurig ist man dann doch schon etwas, wenn die Setlist dann nur noch mit 3 alten Songs („L’exquisite Douleur“, „The Loneliness Won’t Be The Death of Me“ und „The Hardest Part…“) belegt ist und man feststellen muss, dass diese Songs auch überhaupt gar nicht mehr so krass performt werden können wie in der Vergangenheit. Aber wie bereits erwähnt, es sind die netten Worte, die Liebe, die die Band ihren Fans des Öfteren zeigt, die Nähe, die Quartuccio zu den Fans immer wieder im Publikum sucht und auch das Vertrauen, das er bei seinem Sturz von der Galerie aus den Fans entgegenbringt. Man merkt ihm die Emotionen richtig an, man kann es in seinem Gesicht erkennen, als er wohl behütet aufgefangen wurde und von einigen Fanhänden Richtung Bühne getragen wird. „We are one family, we are in this together“ sagt Joel durchs Mikrofon, als er inmitten seiner Fans danach noch die letzten Zeilen von „A.N.I.M.O“ singt. Das trifft es auf den Punkt. Ja, da war etwas an diesem Abend im Knust, etwas ganz Großes. Danke, dass wir ein Teil davon sein durften!

Redaktion: Mona Riahi
Fotocredits: Jana Böse

Gringoz Magazine
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