Das Quintett aus Ocala, Florida steigt 2015 unter jetzigen Namen und ihrem Debütalbum „Blueprints“ in die Metalcore-Szene ein. Man muss gestehen, dass die Jungs damals noch etwas grün hinter den Ohren waren und daher eher als Imitat zu den Pionieren der Szene gesehen wurden. Als 2017 „Deadweight“ dann nach einigen Festivalauftritten erscheint, wird der Band endlich ein wenig mehr Beachtung geschenkt. Nun ist es morgen soweit und die Jungs setzen mit „Pressure“ zu ihrem dritten Streich an. Und eines kann man definitiv gleich vorab sagen: man merkt, dass sich das Quintett durchaus weiterentwickelt hat.

Das fast 42 Minuten lange Album ist durchweg gut produziert (Fearless Records / Universal Music) und das Arrangement professionell. Alles hört sich rund, stimmig und erfrischend an. Sicherlich fahren Wage War nichts Neues auf, denn es gibt weder im Sound noch stimmlich Überraschungen. Dennoch bietet die Band dem Hörer guten und soliden Metalcore der alten Schule, der jedoch heute noch genauso Spaß macht wie „damals“.

Schon zu Beginn des Jahres veröffentlicht die Band die erste Singleauskopplung und macht die Zuhörer mit „Low“ neugierig auf den Rest des Albums. Denn sowohl die Growlparts von Briton Bond als auch der Cleangesang von Cody Quistad können sich hören lassen. Das sagt auch die Spotify-Streamanzahl; fast fünf Millionen Klicks gibt es nach nur einigen Wochen nach Veröffentlichung.

Mittlerweile ist auch der Album-Opener „Who Am I“ überall im Internet zu finden. Ebenso „Prison“ und „Me Against Myself“. In beiden Songs geht es ordentlich zur Sache – sowohl in den härteren Parts bei „Prison“, als auch textlich und melodisch bei „Me Against Myself“ – und sie laden mit treibendem, mitreißendem und variabel gehaltenem Rhythmus zum Weiterhören ein. Einige der Songs wie „Hurt“ oder „Ghost“ zB. sollen den Hörer durch eventuell harte Zeiten helfen, pushen, voran bringen oder einfach wieder neue Kraft schöpfen lassen. Mit dem Endsong des Albums „Will We Ever Learn“ zeigen Wage War nochmal ihre verletzliche, ruhige und melodische Seite. Der Song steht im Kontrast zum Opener, der energiegeladener nicht sein kann.
Am Ende kann man aber trotz stellenweiser Metalcore-Klischees sagen, dass sich die Band innerhalb der letzten zwei Jahre weiterentwickelt hat und mit „Pressure“ eine Schippe in Sachen Technik und ihren bekannt hypnotischen Melodien draufgelegt haben. Das Album ist zumindest kurzfristig recht unterhaltsam.

Im Januar 2020 kommen die Jungs für vier Termine endlich zurück nach Deutschland und machen Halt in:
23.01.2020 Köln – Gloria
24.01.2020 Hamburg – Gruenspan
26.01.2020 München – Technikum
27.01.2020 Frankfurt – Batschkapp


Redaktion: Mona Riahi

Gringoz Magazine
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