Home Interviews SYMPATHISCH UND BÖDENSTÄNDIG – IM INTERVIEW MIT LANDMVRKS

SYMPATHISCH UND BÖDENSTÄNDIG – IM INTERVIEW MIT LANDMVRKS

by Kevin

Landmvrks sind im vergangenen Sommer quer durch Europa getourt und hatten unter anderem auch einen Stop auf dem Full Force-Festival in Gräfenhainichen. Wir trafen uns nach deren Gig am frühen Freitagnachmittag im Pressebereich zu einem kleinen aber feinen Pläuschchen mit dem Frontsänger Flo, dem Gitarristen Nico und dem Schlagzeuger Kevin. Wir unterhielten uns über die Entwicklung der Band, das neue 2. Album, bekamen einen kleinen Einblick in den Bandalltag und die Nebenprojekte und konnten unser Französisch ein wenig aufbessern. Eins schon mal vorneweg; die Jungs sind ultra sympathisch und waren super bodenständig und aufgeregt beim Interview. Man kann sich nicht vorstellen, dass aus so einer zarten Seele, wie Flo sie eine ist, eine derartig kräftige und brachiale Stimme heraus kommen kann, wenn man die Band vorher nicht schon einmal irgendwo gehört hat.

Gringoz: Also Jungs, was war das denn für ein genialer Auftritt, den ihr da eben abgeliefert habt? Richtig klasse, auch die Interaktionen mit dem Publikum, der Circle Pit und überall flog Bier durch die Luft. Ich glaube, dass ich da für einen Großteil der Szene spreche wenn ich sage, dass ihr definitiv einen enorm frischen Wind in die Metalcore-Szene bringt. Durch die aggressiven Parts verbunden mit den ruhigeren, melancholischen Melodien ist das einfach eine ganz feine Sache, die ihr da fabriziert!
Letztes Jahr habt ihr ja „Fantasy“ herausgebracht und ich finde das Albumcover passt perfekt zu dem Titel. Ihr wolltet damit sicherlich diesen Trip, die Vorstellung einer anderen, surreale, Fantasie-Welt ebnen oder?
Flo: Oh wow, vielen Dank erstmal! Das ehrt uns natürlich sehr und wir freuen uns das zu hören!
Das hast du richtig erkannt; wir wollten auf jeden Fall etwas Farbenfrohes, das auch die Variationen unserer Musik repräsentiert. Wir wollten ein Cover, von dem man nicht direkt auf das Genre der Band schließen kann.
Nico: Ja also wir wollten definitiv kein cleanes schwarzes Album mit einem Kreuz darauf. Das ist doch langweilig und bleibt einem nicht in Erinnerung. Das Cover hat übrigens eine Freundin von uns designed. Sie ist Tattoowiererin im Süden Frankreichs und hat das Album von uns geschickt bekommen mit der Bitte, das was ihr als erstes in den Sinn kommt dazu zu malen. Und das kam dabei raus! Hat sie echt toll gemacht!

Gringoz: Ja, das ist echt schön. Wäre doch auch ein richtig schönes Tattoo! *lach*
Auf dem alten, sowie neuen Album habt ihr ja auch einige Guest-Spots. „Alive“ habt ihr zusammen mit Camille Contreras aufgenommen und steht für sich als Ballade dem Rest des Albums gegenüber. Wieso habt ihr euch für sie entschieden?
Nico: Wir kennen sie schon seit Jahren. Ich bin mit ihr zusammen in einer anderen Band, meinem Nebenprojekt. Als wir den Song dann aufgenommen haben, wollten wir dafür unbedingt ein Mädchen haben und haben direkt an Camille gedacht. Sie hat ihre eigenen Lyrics geschrieben und hat sich echt perfekt mit eingefunden.
Flo: Wir wollten da einen Lovesong draus machen, deshalb musste da einfach noch ein Mädchen her. Sie ist echt eine tolle Sängerin. Sie ist unsere persönliche Beyoncê von Marseille. *lach*

Gringoz: Der vorletzte Song Eures Albums heißt „Kurah“. Um was geht’s denn da genau?
Flo: Oh Gott, okay…das ist tatsächlich das erste Mal, dass uns jemand danach fragt. *lach* Ich weiß selbst nicht mal genau, was es bedeutet! Aber ich glaube es ist arabisch und lautet übersetzt Stern. Wir haben uns persönlich für diesen Stern entschieden, weil der Name auch die Blesse/Abzeichen bei einem Pferd meint – damit das perfekt zum Albumcover passt. Der Song passt auch ganz gut als Überleitung zum letzten Song „Disdain“.

Gringoz: Mit dem Albumtitel trefft ihr ja in der heutigen Zeit von Tinder und dem ganzen Social Media-Stuff direkt ins Schwarze. Das Leben und die Liebe sind nur eine Art Fantasie in unseren Vorstellungen. Wie handhabt Ihr das so in eurem Alltag?
Flo: Als wir das Album geschrieben haben, haben wir uns intensiv mit der Frage beschäftigt, ob es wahre Liebe tatsächlich gibt oder ob man sie überhaupt einmal erfahren wird, wenn es sie gibt. Und ob die Fantasie über die Liebe denn eine gute Sache ist oder – im Kontext des Albums- nicht vielleicht etwas Negatives ist. Ich hab damals auch echt in einer schlechten Beziehung gesteckt, muss man dazu sagen.

Gringoz: Nico, du und Flo habt ja beide jeweils ein Nebenprojekt. Zum einen Poppunk und zum anderen Hip Hop? Wie denn das?
Flo: Einfach als Kontrast. Ich hab schon lange vor der Band gerappt und bin damit einfach aufgewachsen. Hab immer Eminem-Songs nach gerappt. Das was Rap-Musik so besonders macht sind die Lyrics. Du kannst einen noch so geilen Riff oder krasse Melodien und Rhythmen liefern, wenn die Lyrics scheiße sind, bist automatisch du auch scheiße. Ich liebe aber beide Genres, wieso also nicht beides forcieren? *lach*

Gringoz: Ist da dann eine Verbindung zwischen euren anderen Projekten und dem Mitgliederwechsel? Oder wieso sind Nico und Sherman gegangen?
Nico: Nein, also unsere Nebenprojekte gibt es schon länger als es Landmvrks gibt. Das hatte damit nichts zu tun.
Flo: Es lag einfach an dem ganzen Getoure. Nico hat eine Tochter und Sherman hat einen festen Job als Sanitäter. Das war nicht immer einfach zu kombinieren, da wir ganz viel touren wollen, um bekannter zu werden. Da trennten sich dann unsere Wege. Es ist auch manchmal echt schwer innerhalb einer Band mit den verschiedenen Charakteren umzugehen, vor allem wenn du Monate lang in einem Tourbus umher reist und auf engsten Raum zusammen lebst.

Gringoz: Wo kriegst du, Flo, am besten die Songs geschrieben? Auf der Toilette, unter der Dusche?
Flo: Der beste Platz dafür ist im Sommer der Balkon meines Elternhauses, in dem ich immer noch wohne. Nachts wenn alle schlafen. Mit meinem Laptop und ein paar Zigaretten. Da ist einfach eine besondere Atmosphäre, wenn du dann auf die Lichter der Stadt blickst. Für das nächste Album werde ich auch mehr an meinem Englisch feilen, das ist mir noch ein Dorn im Auge. Ich will noch besser englisch sprechen und singen können. Achja, und was ich – nebenbei bemerkt – auf den Tod hasse, sind Lyrics, die sich nicht reimen. Leute, das ist die einzige Regel ever! *lach*
Nico: Normalerweise schickt er mir auch immer die Texte und ich gucke drüber, ob da Fehler drin sind. Flo versucht dann, wenn wir die Melodien und die Riffs haben, die Lyrics daran anzugleichen. Und was da dann manchmal aus seinem Mund raus kommt, Leute, das sind keine Worte, das ist komisches Gestammel, nicht mal richtiges Französisch.*lach*

Gringoz: Letzte Frage, vermutlich ganz banal. Wieso habt ihr das „v“ in Landmvrks anstatt dem normalen „a“ gesetzt?
Flo: Zuerst hatten wir den Namen mit zwei „a“s. Damals hatte sich dann ein Freund von uns ein T-Shirt gekauft mit dem Namen darauf … Es war aber nicht unser Shirt, sondern das von einer italienischen Band. *lach* Wir haben dann über Social Media herausgefunden, dass es echt viele Bands gibt, die so heißen und da wollten wir nicht den kompletten Namen ändern. Das war der einfachste Weg!

Gringoz: Vielen lieben Dank für Eure Antworten und habt noch ganz viel Spaß heute auf dem Full Force!

You may also like

Cookies erleichtern die Bereitstellung einiger Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Alles klar! Mehr dazu

Privacy & Cookies Policy