Zwei Dekaden nach ihrer Gründung und sieben Alben später, veröffentlichen die Long Island Emo-Vorreiter Taking Back Sunday im Januar 2019 die passend betitelte Greatest Hits Compilation „Twenty“ und verkünden eine Welttournee. Die Tour anlässlich ihres 20jährigen Bandjubiläums führte die Band schon quer durch Nord- und Südamerika, Australien, Asien und Europa. Für drei Shows kamen die Jungs auch mit ihrem doppelten Support Bloodhype & The Frights nach Köln, Berlin und machten zuletzt im Hamburger Gruenspan Halt.

Welch große Ehre für die Berliner Jungs von Bloodhype – sie dürfen die Tour von Taking Back Sunday mit ihrem freshen, lebendigen 90’s Sound aus verzogenem Synthesizer und Indie-Rock für eine halbe Stunde einläuten. Dabei fällt vor allem direkt deren neuer Drummer Chris Kohl auf, den man sonst auch noch bei Jennifer Rostock bestaunen kann. Da die Band noch relativ unbekannt ist (Gründung: 2018), füllt sich der Gruenspan zu Beginn deren Show nur spärlich. Zusätzlich ist es an diesem Mittwoch auch noch ultimativ warm, wodurch die Räumlichkeiten des Veranstaltungsortes auch mal schnell zu einer Art Saunabereich mutieren können. Doch die Jungs lassen sich davon nicht unterkriegen und schmettern einige Songs aus ihrer ersten EP „Wolves“ der kleinen Menschenansammlung entgegen. Man wird zurück in die 80er/90er gebeamt und erwischt sich nach den ersten Songs dabei einfach mit zu schunkeln. Eingängige Melodien und smoother Synthesizersound machen den Auftritt der Band rund um komplett.

Im Anschluss betritt die aus Kalifornien stammende Surf-Punk Band The Frights die Bühne und die vier Jungs machen von Anfang an klar, dass sie zum Party machen her gekommen sind. Wo vorher zu Songs von Bloodhype geschunkelt wurde, wird nun ein kleiner Pogo-Kreis eröffnet und einige verschwitzte Partypeople rempeln sich von A nach B. Man konnte sich schon im Vorfeld durch ihr im vergangenen April über Epitaph veröffentlichtes Live-Album „The Frights Live At The Observatory“ ein Bild ihrer Shows machen. Dementsprechend ausgelassen ist die Stimmung dann nach einigen Songs und so langsam füllt sich auch der vordere Teil des Saals immer mehr – man merkt, dass der Hauptteil der Besucher heute definitiv nur für den Hauptact angereist ist.

Angekündigt waren viele bekannte Klassiker und das komplette Debüt-Album „Tell All Your Friends“ – was die Crowd aber von den vier Boys aus Long Island bekommt ist aber noch so viel mehr. Als Lazzara zu „You Know How I Do“ einstimmt, wird man direkt zurück versetzt, zurück in das Jahr 2002. Die ersten 10 Songs spielen die Jungs genau in der Reihenfolge, wie sie auf dem Debüt-Album gelistet sind. Und sind wir mal ehrlich; jeder von uns hat sicherlich mit dem einen oder anderen Song, wie z.B. „Great Romances in the 20th Century“ oder „You’re So Last Summer“ eine bestimmte Situation in der Vergangenheit verbunden. Mit den restlichen 10 Songs auf der Setlist werden die Besucher nicht enttäuscht und die Band gibt Klassiker wie „A Decade Under the Influence“ oder „Liar“ zum Besten. Auch einer ihrer beiden neuen Songs – „All Ready To Go“ – ist mit dabei und kommt bei Allen gut an. Als dann um kurz vor 23 Uhr der letzte Akkord gespielt war, die Band sich kurz verabschiedet und von der Bühne geht, ist man doch ein bisschen enttäuscht, dass es zum Abschluss ihres kurzen Deutschlandaufenthaltes keine Zugabe gibt. Dennoch verlassen an diesem Mittwochabend viele Fans den Gruenspan mit einem Lächeln im Gesicht und treten beflügelt unter den Lichtern der Hamburger Großen Freiheit ihren Nach-Hause-Weg an. Wir freuen uns auf viele weitere Jahre TBS!

Redaktion: Mona Riahi
Fotocredits:
Adina Scharfenberg

Gringoz Magazine
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