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So war’s auf dem Hurricane Festival 2019

by Kevin

Eines der wohl musikalisch vielfältigsten Festivals fand vergangenes Wochenende mit rund 68.000 Besuchern pro Tag zum 23. Mal statt. Im niedersächsischen Scheeßel wurde ab Donnerstag schon mal das Areal rund um den Eichenring während der Warm up-Party mit Querbeat, den Jungs von Radio Havanna und Montreal, D. Klang, Beauty and the Beast und mit den Hansemädchen in Form der Massenkaraoke eingegroovt. Die Party ging bis in die frühen Morgenstunden und versprach allen ein wundervolles Festivalwochenende (ohne viel Regen). Getreu seinem Festivalnamen, fand der Wochenendauftakt nämlich noch – wie nicht anders zu erwarten war – im Regen statt. Aber Petrus sollte es dieses Jahr gut mit den Musikfans meinen und bescherte den Besuchern das komplette restliche Wochenende viel Sonnenschein.

Dieses Jahr überzeugen gleich sechs Headliner die Musikfans und zeigen wieder einmal mehr, dass das international und musikalisch breit aufgestellte Programm von FKP Scorpio für jeden etwas abwirft und jedem Besucher auch die Chance eröffnet, in andere Genres hinein zu tauchen.
Am Donnerstagnachmittag wird der Special Guest für den Eröffnungsslot am Freitag bekannt gegeben und diesen Platz sichern sich die drei Jungs von Frittenbude. Poppig aber auch härter geht es dann gen Nachmittag mit der Frankfurterin Alice Merton auf der River Stage und Enter Shikari auf der Forest Stage weiter. Während es mit Papa Roach auf der grünen Bühne noch recht rockig zugeht, wird es bei Parkway Drive schon um Welten härter. Allein durch ihre – schon mehrmals auf Konzerten gezeigten – Einmarsch-Show mit Feuerfackeln, getragen von maskierten Männern in schwarzen Umhängen und einem Pelz-tragenden Winston McCall (hoffentlich ein Imitat) wird man auf einen heißen und wilden Gig vorbereitet. Währenddessen kann man es sich auf der blauen Bühne zu Bosse und anschließend Bilderbuch gemütlich machen. Für die Nacht gibt es dann einen kunterbunten Mix aus Oldschool Punkrock aus Deutschland mit Die Toten Hosen gekoppelt mit dem australischen Psychedelic Rock von Tame Impala auf die Ohren. Die Einen gehen zu alten Klassikern ab, die Anderen waven zu smoothen Sounds und Kevin Parkers einzigartiger Stimme durch die Nacht.

Der Samstag starte dann wiederum auf allen drei Bühnen ganz im Zeichen des Punkrocks, der zumindest auf der Forest Stage durch Zebrahead noch ein wenig länger am Leben gehalten wird als auf der River Stage mit den Fünf Sternen Deluxe. Aber spätestens zu Montreal können alle wieder fröhlich in der Sonne pogen, während sich andere wiederum den sympathischen Frank Turner zusammen mit seiner Band The Sleeping Souls angucken und in Gedanken an einem Kaminfeuer in einem Pub sitzen. Daran schließt die irisch-amerikanische Rasselbande Flogging Molly an und das Gelände rund um die Forest Stage füllt sich in der prallen Nachmittagssonne immer mehr. Aber auch auf der River Stage sorgen die 257er konsequent für gute Laune. Als Henning May dann um 21:15 Uhr auf der Forest Stage die ersten Lyrics von AnnenMayKantereit ins Mikrofon spricht, bekommen wohl die meisten Fans Gänsehaut auf ihre Haut und ein großes, breites Lächeln ins Gesicht gezaubert, denn in diesem Moment stimmt einfach alles; die Mood der untergehenden Sonne, das tolle Licht am Himmel, die unglaublich unverkennbare Stimmfarbe von Henning und die wunderschönen Melodien der Band. Weitere „goosebumps-Momente“ gibt es im Nachhinein bei Macklemore und seiner außerordentlich vielseitigen Bühnenshow. Danach kann man sich entscheiden, ob man den Abend eher mit ruhigen, melancholischen Klängen von Mumford&Sons beendet oder doch noch einen draufsetzt und sich die Show von Steve Aoki auf der River Stage gibt, mit der Gefahr „becaked“ zu werden.

Auch für den letzten Tag hält der Veranstalter noch einige Juwelen bereit. Unteranderem die Jungs rund um You Me At Six oder Bear’s Den. Ebenfalls voll wird es dann bei OK Kid und Royal Republic, als die am Vortag in Mitleidenschaft gezogenen Partybiester endlich aus dem Schlaf erwacht waren und bei 30 Grad aufs Festivalgelände stiefelten. Zu den Boys von The Streets und der danach folgenden New Yorker-Band Interpol kann dann wiederum bei einem leckeren Falafel-Dürüm oder mit pervers-geilen Pommes gechillt werden, während die Fans auf der anderen Hauptbühne durch die elektronischen Gitarrenriffs von Wolfmother voll auf ihre Kosten kommen. Dem Hurricane wird dieses Jahr auf jeden Fall durch die Foo Fighters ein gebührendes und phänomenales Ende gezollt. Gefühlt jeder ist schon zur Spielzeit von The Cure an der Forest Stage und sucht sich einen freien Platz um Dave Grohl und seine Jungs bestmöglich in Action sehen zu können. Fast 2 ½ Stunden schmettern Grohl und seine Band einen Klassiker nach dem nächsten dahin und vergessen dabei nie die Interaktion mit dem Publikum. Auch Taylor Hawkins hat seinen ein oder anderen „special moment“. Zum einen hält er auf seinem Höhen verstellbaren Podest ein längeres Schlagzeug-Solo ab und tauscht zum anderen ein paar Songs später mit Grohl die Rollen und singt von QueenUnder Pressure. Die Foo Fighters schaffen es die Crowd bei fast jedem Song zu einem Circle Pit zu motivieren – und das am letzten Tag! Danke dafür, es war einfach grandios!
Auch von Seiten der Sicherheitsbehörden, der Feuerwehr und Polizei und auch der Rettungskräfte hört man an diesem Wochenende durchweg Positives. Es war für alle ein durchaus ruhiges und angenehmes Festival. Des Weiteren entwickeln sich die Komfort- und Servicestandards auf dem Gelände immer weiter; so gab es z.B. die neuen Wohnmobil-Claims oder den riesigen Combi-Supermarkt, der jedes Campingherz höher schlugen ließ, da man dort einfach alles, was man zum Wochenendcampen vergessen haben könnte, zu fairen Preisen kaufen konnte. Zudem konnte ein großer Zuspruch des Nachhaltigkeitskonzepts bei den Festivalbesuchern registriert werden, denn immer mehr entschieden sich für eine Müllabgabe und –trennung und vor allem auf den größtmöglichen Verzicht von Plastik!

Direkt am Montagabend startete der Vorverkauf des 2020 stattfindenden Hurricanes zusammen mit der ersten Headliner-Bestätigung; Seeed. Die Tickets zum Frühbucherpreis waren bereits nach zwei Tagen vergriffen – derzeit gilt die 2. Preisstufe (169€). Also direkt auf die Hurricane-Homepage gehen und Tickets sichern!
Bis nächstes Jahr!

Fotocredit: Kevin Randy Emmers

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