Man tut sich bei kompletten Alben von Songwritern/Solokünstlern oft schwer, meist fehlt es an Spektrum oder der klangliche rote Faden wird etwas zu genau genommen und nach drei Songs hat man alles gehört, dass das auch anders geht, beweißt nicht nur ein rothaariger Engländer in so manchen Stadien, sondern auch Thilo Distelkamp aus dem schönen Koblenz.

Geliefert wird bei seinem aktuellen Langspieler eine große Palette an Songs, welche man fast als BestOf gelten lassen kann. Inhaltlich auf tiefster Gefühlsebene stöbernd, ertappen wir uns selbst bei dem ein oder anderen Moment, in dem komplette Zustimmung zwischen uns und der Stimme aus den Lautsprechern herrscht. So richtig zuordnen kann man das Gesamtwerk streng nach dem Motto „Klingt wie…“ nicht, sondern entdeckt hier und da den ein oder anderen Aspekt eines bekannten Künstlers, durch den sowohl der Hörer als auch Thilo Distelkamp wahrscheinlich geprägt wurden (wagen wir jetzt einfach mal zu behaupten).

Wir schwelgen bei Songs wie What I´ve Become in tiefsten Erinnerungen, was durch den absoluten Hit My Memory (Maroon 5 hätte damit Platz 1 belegt) nochmal getoppt wird, nur um uns bei Circus mal von der rockigen Ader anstecken zu lassen. Insgesamt sprudelt die Platte, welche anfangs erst als EP geplant war, nur so vor Ideen und Kreativität, sodass man sich natürlich fragt, wo die Reise noch hingeht – wir sind jedenfalls angefixt und wollen mehr!

Kleine positive Anmerkung zum Schluss: Wer das Album auf Dauerschleife hört, kommt in den Genuss, dass das Ende perfekt zum Anfang passt und es damit quasi unendlich wirkt – schöne kreative Idee.

Alex Hoppen
Alex Hoppen

Denkt er wäre der Administrator, fährt Smart, mag Enten, Guitar-Hero-Profi, putzt Bier mit Zähnen – oder umgekehrt?, cheated bei Pokémon Go, speifrei seit 2014, Erste-Reihe-Milchtrinker aus Überzeugung und liebt Katzenbilder.

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