Man kann über Papa Roach so einiges sagen und er gibt einige Dinge, die wir hierbei auch vor sämtlichen Kritikern verteidigen möchten: In über 15 Jahren Bandgeschichte, schafften es die Kalifornier es doch stets nie langweilig zu wirken – wie die nächste Platte klingt, könnte nicht mal Nostradamus wirklich einschätzen. So ist es fast schon traditionell alle zwei Jahre an der Zeit, zu sehen in welche Richtung es die Band diesmal schlägt.

Eröffnet wird das ganze mit einem recht stimmigen Opener, welcher bereits live erste Erfolge und Jubel ernten durfte – „The Ending“ erinnert stark an die Titelmelodie von Stranger Things gepaart natürlich mit den grandiosen und vielseitigen Vocals von Jacoby Shaddix, welcher auch auf Album Nr. 10 wieder die volle Packung an Texten aus eigener Feder sprießen ließ.

Dennoch fehlt bereits hier die Energy, welche wir von Alben wie The Connection (2012) kennen – und das war bereits von Kritikern als sehr soft beurteilt worden. Der richtige Zünder wird auf Who Do You Trust (2019) auch leider nicht gefunden, wo beim Vorgänger der Drahtseilakt zwischen Oldschool und Modern Rock glückte, wirkt diese Platte wie eine Veröffentlichung von Studiosongs, welche so von den letzten ALben es nicht auf auf die CD gepackt haben – es ist ziemlich cool und definitiv Papa Roach, aber irgendwie auch nur das Material, was man gern mal auf längeren Alben skipt.

Natürlich kann man damit das Album nicht einfach abstecken und zwei Jahre abwarten, sondern sollte der Vielseitigkeit und Experimentierfreude der Band eine Chance geben, die Jungs von einer Seite zu hören, die man so noch nicht kannte – und haut es leider dennoch nicht vom Hocker und auch live gestalten sich sicherlich 50% der Songs als untauglich.

Alex Hoppen
Alex Hoppen

Denkt er wäre der Administrator, fährt Smart, mag Enten, Guitar-Hero-Profi, putzt Bier mit Zähnen – oder umgekehrt?, cheated bei Pokémon Go, speifrei seit 2014, Erste-Reihe-Milchtrinker aus Überzeugung und liebt Katzenbilder.