Erst vor Kurzem blamierte sich Frontmann Alex Varkatzas in einem Interview höllischst, als dieser verkünden ließ, dass die Herren von Atreyu den heutigen Metalcore erfunden haben, was wir da noch als netten Promo Gag für die kommende Platte empfanden, war aber total ernst gemeint – alles klar. Vielleicht wurden seine Worte aber auch falsch interpretiert, und es ging um die Tatsache, dass der frühere Metalcore von Atreyu nicht einmal annähernd auf der aktuellen Platte zu hören ist. Nicht ein Ton von der genialen Erfindung der 90er – und das ist auch gut so!

Wo 2015 noch versucht wurde, mit Long Live das große Comeback durch einen Knall zu Ebnen, zeigt sich die Band drei Jahre später deutlich bedachter und umfangreicher denn je. Eingefleischte Fans werden es kaum glauben, wenn wir sagen, dass hier jeder Aspekt des Mainstream Rocks in einem Song vorkommt, und es dennoch immer wieder als Atreyu Song zu identifizieren ist, das gelingt nicht jedem. Dabei helfen natürlich elektronische Synthesizer, Chorgesänge und Co., ohne dabei jedoch an einem festen Schema festzuhalten, sondern wirklich jeder Song protzt nur so vor Erkennungswert und verschiedensten Einflüssen.

Hierzu wird viel Wert auf den einzigartigen Gesang von Schlagzeuger Brandon Saller gelegt, welcher schon mit seiner eigenen Band Hell or Highwater in unserem Magazin wirklich gut punkten konnte. Sallers Einfluss ist auf In Our Wake stärker und präsenter denn je. Bei den ganzen recht melodischen Elementen fallen große Rock Hymnen wie Nothing Will Ever Change oder Paper Castle erst richtig auf. Die grooven nur so daher und haben im direkten Kontrast zu Rap Einlagen wie im Song Blind Deaf & Dumb fast schon eine gewisse Synergie. Dadurch, dass In Our Wake so komplex und doch Eins ist, fällt das große Finale durch den Song Super Hero mit einem Featuring von Avenged Sevenfold und Underoath fast als schwächste Zulage der Bandgeschichte aus, was aber positiv gesehen für sich spricht.

Mit dieser Platte sind Atreyu für die moderne Metal Welt das erste mal nach ihrem Comeback wieder relevant geworden. Diese Platte muss in größere Hallen und sollte bei keinem Fan zuhause im Regal fehlen.

Alex Hoppen
Alex Hoppen

Denkt er wäre der Administrator, fährt Smart, mag Enten, Guitar-Hero-Profi, putzt Bier mit Zähnen – oder umgekehrt?, cheated bei Pokémon Go, speifrei seit 2014, Erste-Reihe-Milchtrinker aus Überzeugung und liebt Katzenbilder.

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