Auf der Festivalbühne am K10 der Uni Kassel wurde der Abend am 07.06.2018 von Lax Diamond eröffnet. Die Indie Rap/Rock-Band aus Hamburg brachte das zu Beginn etwas zurückhaltende Publikum, das zum Großteil aus Studenten bestand, in Festivalstimmung. Die sechs befreundeten Bandmitglieder begeisterten mit ihren melancholischen und gefühlvollen Songs und konnten auch bereits den Hamburger Oxmox-Bandcontest für sich entscheiden als beste Newcomer. Es war ihnen anzusehen, wie viel Spaß es ihnen macht, auf der Bühne zu stehen und vor Publikum zu spielen. Der Frontmann Alex ist auch öfter durchs Publikum gelaufen, um mit ihm zusammen zu singen und vor lauter Energie beim Singen die Bühne hochgeklettert. Ihren Auftritt beendeten die Hamburger mit ihrem Song „The Rain“.

Im Anschluss kamen gegen ca. 21 Uhr Vizediktator auf die Bühne. Die Alternative/Indie-Band aus Berlin riss das Publikum mit ihren Post-Punk und Power-Pop-Songs mit. Mit ihren antifaschistischen Texten probt die Band den Aufstand und bringt ihre Sozialkritik zum Ausdruck. Ihre Debüt-EP haben Benjamin, Max und Marco mit dem Produzenten Moses Schneider zusammen aufgenommen, der schon bei den Beatsteaks, TurboStaat, Tocotronic und AnnenMayKantereit seine Finger im Spiel hatte. In ihren Texten suchen die drei nach irgendeinem Sinn, landen aber immer wieder bei Frustration und Zerrissenheit. Benjamin stellte sich auch ins Publikum und sang mit den Zuschauern zusammen. Die Band hat unter anderem ihre neue Single „Youth“ und ihren neuen Song „Run“ zum Besten gegeben und „Das Model“ von Kraftclub überzeugend gecovert.

Danach hatte Lea ihren Auftritt und betrat die Bühne schon mit Wunderkerze, die sie einem Fan schenkte. Zu Leas Auftritt kam das Publikum dann auch direkt an die Bühne und konnte einige ihrer Songs scchon ziemlich gut mitsingen, wie beispielsweise „Wohin willst du“ und „Leiser“. Lea erzählte, dass sie selbst aus Kassel komme und dort gelebt habe, bis sie 18 oder 19 war. Daher waren auch ihre Familie und einige Freunde von ihr an diesem Abend dabei, für welche sie ihren Song „Rückenwind“ geschrieben habe, weil diese sie so unterstützt haben, als es ihr mal nicht so gut ging. Lea sang einige Songs von ihrem Album „Vakuum“ und auch ihre neue Single „Zu dir“, die schon überraschend viele mitsingen konnten, obwohl diese erst vor kurzem herausgekommen ist. Mit ihrer offenen und herzlichen Art und ihren gefühlvollen Songs überzeugte sie. Sie ließ auch einige aus dem Publikum mit ins Mikro singen und sorgte so für strahlende Augen bei den Fans. Nach ihrem Auftritt nahm sie sich auch noch viel Zeit, gab jede Menge Autogramme und machte so einige Fotos mit den Fans.

Den Abschluss auf der Festivalbühne machte das Duo Prada Meinhoff. Mit ihrem Electro-Punk wurde es bei ihnen nochmal etwas lauter und das Publikum feierte ausgelassen mit. Ihre Songs sind teils sehr exzessiv, die Stimme von Christin Nichols ist sehr prägnant und durchdringend und René Riewer ist am E-Bass sehr überzeugend. Nachdem Prada Meinhoff erfolgreich die Bühne abgerissen haben, gab es ab 24 Uhr noch eine Aftershowparty im Kulturzentrum K19, wo noch weiter gefeiert werden konnte.
Insgesamt war das Waschbär Open Air ein sehr gelungenes Sommerfestival und eine angenehme Abwechslung für die Studenten der Uni Kassel, aber auch für den Rest des Publikums, die Stimmung war super und es war von teils sehr ruhigen und gefühlvollen Songs bei Lea bis hin zum kompletten Abriss bei Prada Meinhoff alles dabei und alle Künstler kamen beim Publikum sehr gut an und haben das Publikum bei ihren Auftritten super mit einbezogen.

Gringoz Magazine
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