Während Großbritannien und Amerika seit Jahren Pop-Punk Fans zum Slam Dunk Festival oder zur Vans Warped Tour ziehen, durfte Deutschland bisher noch kein vergleichbares Festival erleben. Dieses Jahr soll sich das ändern, denn zum ersten Mal können sich deutsche Fans über das Galaxy Camp freuen. Mit drei Shows in Deutschland und einer Show in der Schweiz wagt sich das Festival an den Start. Acht Bands spielen über den Tag verteilt auf einer Bühne, mit dabei sind Stand Atlantic, Woes, Broadside, Can’t Swim, WSTR, Trash Boat, Knuckle Puck und State Champs.

Stand Atlantic machen in der Essigfabrik in Köln den Anfang. Aufwärmen braucht sich das Publikum nicht, bereits beim ersten Song fallen die ersten Crowdsurfer auf die Bühne. Sängerin Bonnie zeigt echte Frauenpower und nimmt die Bühne für sich ein.

Bei Woes leert sich die Halle wieder etwas. Die vierköpfige Band aus Schottland wirkt durchaus sympathisch, sticht aber weder musikalisch noch durch Bühnenpräsenz stark heraus.

Die Überraschung des Abends sind Broadside. Trotz eines sehr kurzen Sets mit nur sechs Songs schaffen sie es, Abwechslung in den Abend zu bringen. Neben vier Songs von ihrem ersten Album „Old Bones“ spielen sie auch zwei Lieder von ihrem neuen Album „Paradise“ und trauen sich mit „Laps Around A Picture Frame“ als erste Band an dem Abend einen eher ruhigen Song zu spielen. Während ihres Sets scheinen die Crowdsurfer neue Rekorde aufzustellen, bis sich irgenwann mehr Fans als Bandmitglieder auf der Bühne befinden. Beim letzten Song, „Coffee Talk“, übernimt ein Fan das Mikrofon des Backgroundsängers Dorian Cooke, der sich das Mikrofon nur mit Mühe und Not zurückholen kann.

Das Set von Can’t Swim ist geprägt von eher gleich klingenden Songs und wenig Beteiligung durch das Publikum. Die Band hat sicher viel Potential, überzeugt allerdings an diesem Abend eher weniger.

Nach einer kurzen Pause geht es weiter mit WSTR. Die Halle ist tatsächlich mittlerweile sehr gefüllt. Die Menge scheint sich so richtig austoben zu wollen und das Moshpit füllt die halbe Essigfabrik. Die gute Laune ist kein Wunder, WSTR durften schon einige Shows in Deutschland spielen und sind somit längst nicht mehr unbekannt. Enttäuschend ist jedoch Sammy Cliffords Stimme, denn die erinnert an ein Kind, das Helium eingeatmet hat. Abgesehen davon liefern sie eine gute Show ab und spielen sogar einen unveröffentlichten Song.

Trash Boat bereiten auf die Highlights des Abends vor und promoten ihr neues Album „Crown Shyness“, welches am 20. Juli erscheint. Ihr Set war gut, kann aber definitiv noch verbessert werden, also heißt es abwarten, was das neue Album mit sich bringt.

Nachdem ihre Tour mit Real Friends und ihre Headlinetour im Oktober abgesagt wurden, ist das Galaxy Camp ihre erste Show in Köln nach über zwei Jahren. Da Knuckle Puck in Deutschland normalerweise in Clubs spielen, ist die große Bühne eine interessante Abwechslung für die Pop-Punker aus Chicago. Diese Abweschlung stellt aber keinesfalls eine Herausforderung dar, voller Energie starten sie ihr Set mit „Gone“, der ersten Single ihres zweiten Albums „Shapeshifter“. Jedoch kommen auch ältere Songs von ihrem ersten Album „Copacetic“ oder der EP „The Weight That You Buried“ bei dem Publikum super an. Eine kurze Rede gegen Trump kommt auch noch dazu und alle sind zufrieden.

Zuletzt betreten State Champs die Bühne. Den ganzen Nachmittag wurden sie von allen erwartet, spät am Abend ist es dann endlich so weit. Die Band, die vom Stil an All Time Low erinnert, beginnt ihr Set mit „All You Are Is History“. Alle Crowdsurfrekorde der letzten Bands werden innerhalb eines Songs gebrochen. State Champs entsprechen tatsächlich allen Erwartungen und liefern eine großartige Show ab. Sänger Derek DiScanio setzt die energiegeladen Songs perfekt um und wirkt dabei absolut in seinem Element. Klassiker wie Secrets“ und „Elevated“ dürfen auf der Setlist natürlich nicht fehlen, aber auch ihre neuen Songs Dead and Gone“ und „Crystal Ball“ sind mit dabei. Während der Show verprechen sie: Im Herbst kommen sie zurück nach Europa mit ihrem neuen Album Living Proof“.

Das Galaxy Camp ist als erstes deutsches Pop-Punk Festival absolut gelungen. Wir hoffen, dass es nächstes Jahr wieder stattfindet und es dann vielleicht sogar mehrere Bühnen und umso mehr Bands gibt.

https://www.youtube.com/watch?v=9bFqV9parnU

Gringoz Magazine
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