Reisen wir mal kurz zurück in der 90er Jahre, in denen viele Künstler ihre persönliche musikalische Muse gefunden haben und diese fortwährend ausbauen. Da gab es doch eine dieser Bands, welche abseits der Straße zwar soundtechnisch dem gängigen Rock / Grunge folgten, jedoch durch ihren Witz und Ironie besonders viel Aufmerksamkeit auf sich zogen – zumindest im Rahmen ihrer Zielgruppe. Jeder, der damals Ween verpasst haben sollte, kann hier nur ans Herz gelegt werden, diese Band dringend nachzuholen! Denn auch 2018 rocken wir zu 50% dieser Band noch bei neuen Songs ab. Zwar hat Mastermind Dean Ween im Laufe der Zeit mit dem ewig plagenden Fluch der ersten Werke zu kämpfen und sein Soloprojekt kommt bei weitem nicht an die alten Platten wie 12 Golden Country Greats ran, aber besser ein kleiner Gluckser beim hören, als gar drauf verzichten!

Mit einem Aufgebot von über 40 Musikern wurde das zweite Album aus seiner Feder zwar definitiv nicht schlecht, aber wie es doch so schön heißt: Viele Köche verderben den Brei. Wo Ween einst mit inhaltlicher Vielfalt daher kam, glänzt Rock2 eher im Instrumentalen Bereich – lange Solos im Klang der späten 70er Jahre lassen hier Nostalgie beim ein oder anderen Hervorrufen, ist aber im Jahre 2018 leider nicht mehr zeitgemäß – eine schöne klangliche Hommage, aber mehr auch nicht. Dabei sind die Ansätze von Rock2 durchaus gelungen! Dean Ween schafft es zwar nicht das Feuer von Ween neu zu entfachen, aber für ein kleines WarmUp reicht es vollkommen. Songs wie Pussy in My Pillow gehören zu den stärkeren auf der Platte und sind inhaltlich wie gewohnt amüsant, wenn da nicht diese instrumentale Ausschweifung im letzten Drittel des Songs wäre.

 

Alex Hoppen
Alex Hoppen

Denkt er wäre der Administrator, fährt Smart, mag Enten, Guitar-Hero-Profi, putzt Bier mit Zähnen – oder umgekehrt?, cheated bei Pokémon Go, speifrei seit 2014, Erste-Reihe-Milchtrinker aus Überzeugung und liebt Katzenbilder.