Mit ihrem neuen Album auf großer Tour mit Heaven Shall Burn haben wir zum Tourstart August Burns Red nochmal abfangen können, bevor sie über den kompletten März verteilt in ganz Europa ihr neustes Werk Phantom Anthem erneut der Menge als Co-Headliner vorstellen dürfen. Dabei hat uns Bassist Dustin Davidson in einem wirklich unterhaltsamen Gespräch Rede und Antwort gestanden.

GRINGOZ: Irgendwie scheint es, als seid ihr Jungs verflucht – letztes Wochenende erst wurde euer Flug zu einem Festival gestrichen und euer gestriger Flug hat sich wie wir auf Instagram mitbekommen haben ja auch verspätet.

DUSTIN: Tatsächlich habe ich gestern vor dem Flug noch einen Witz darüber gemacht, dass das alles an Chris liegt – unserem FOH Techniker. Jedes mal ist irgendwas, wenn wir mit ihm auf Tour sind. Gestern vor Tourstart wurden wir zu einem anderen Flughafen geschickt, bei dem dann letztendlich beim CheckIn rauskam, dass es zwar neun Tickets für unsere Crew vorhanden sind, aber im Flugzeug nur acht Plätze frei waren. Dann haben wir entschieden, dass Chris mit dem nächsten Flieger nachkommen soll, welcher sich dann tatsächlich auch nochmal um sieben Stunden verspätete. Somit hatte Chris schon vor beginn er Tour mit drei Flügen zu kämpfen – der Kerl ist echt vom Pech verfolgt.

GRINGOZ: Jetzt könnt ihr euch erst mal im Nightliner auf der Tour entspannen, oder müsst ihr wäährend der Tour nochmal in einen Flieger?

DUSTIN: Leider ja – gegen Ende müssen wir für eine Show nach Portugal fliegen.

GRINGOZ: Aye dann viel Glück!

DUSTIN: *lacht* Danke danke! Ich mach mir aber jetzt schon Sorgen um den Flug in die Heimat.

GRINGOZ: Gibt es denn generell große Unterschiede zwischen dem Touring in Europa und der USA?

DUSTIN: Da gibt es keine großen Unterschiede. Wenn es einen gibt, dass den, dass wir so gut wie gar nicht in den Staaten fliegen müssen. Außer auf unserer letzten Tour, da gab es eine Ausnahme, als wir in New Mexiko waren und für eine Grammy Nominierung nach New York mussten – auf Tour! Wir hatten den Gig in New Mexiko gegen Nachmittag gespielt, um am selben Tag noch nach New York zu fliegen, hatten dann am nächsten Tag tagsüber Day Off bis zu den Grammys, nur um danach direkt nach Denver zu fliegen, wo wir am darauffolgenden Tag eine Show spielten – das war ziemlich scheiße! Fliegen und danach eine Show spielen verträgt sich einfach nicht. *lacht*

GRINGOZ: Und aktuell sieht es ja nicht gerade nach Pause aus – euer Tourkalender sieht Shows bis August vor.

DUSTIN: Ja genau, darüber habe ich letztens erst mit unserem Mercher gesprochen – es fühlt sich so an, als hätten wir seit Weihnachten keine Pause gehabt. Nach dieser Tour haben wir ein paar Tage frei, bis wir in Lancaster eine Show zu unserem 15-jährigen Jubiläum spielen und danach geht es auch schon ziemlich bald auf die letzte Warped Tour.

GRINGOZ: Wir haben mal nachgezählt und allein für eure Tour mit Heaven Shall Burn 23 Shows in einem Monat aufgelistet – das ist verdammt viel.

DUSTIN: Oh ja! Das ist aber genau das richtige für mich, da vergeht die Zeit auf Tour deutlich schneller als immer diese ganzen Day Offs zwischen den Shows. Klar muss Jake auch mal seine Stimme schonen aber anders als in den Staaten spielen wir hier nicht 90 Minuten sondern als Co-Headliner nur 45 Minuten, daher sollten wir das locker hinkriegen. Wir waren auch schon ziemlich lange kein Support mehr auf einer größeren Tour. Diese Rolle fühlt sich mal ungewöhnlich angenehm an.

GRINGOZ: Gerade weil ihr so viel zusammen unterwegs seid: Hattet ihr schon mal Bekanntschaft mit Heaven Shall Burn gemacht?

DUSTIN: Man kennt sich halt von Namen her von dem ein oder anderen Festival. Aber bis heute habe ich nie jemanden von Heaven Shall Burn persönlich getroffen. Jedoch kamen eben einige von den Jungs mal in unseren Dressing Room rein um sich vorzustellen und ich muss sagen dass die wirklich höflich rüberkamen. Wirklich sehr nette und entspannte Typen. Die meisten Bands leben so unter sich auf Tour und stehen mit anderen nicht wirklich groß im Kontakt, das Eis war quasi direkt gebrochen. Ich denke wir werden eine menge spaß auf dieser Tour haben.

GRINGOZ: Heaven Shall Burn haben vor einigen Jahren zusammen mit Parkway Drive hier eine Double Headliner Tour gespielt, auf welcher sie zeitgleich sich die Bühne teilten und nach und nach Songs spielten. Mal spielte Parkway Drive fünf Songs, mal Heaven Shall Burn und so wechselte die Show regelmäßig.

DUSTIN: Das ist ja ziemlich abgefahren!

GRINGOZ: War es wirklich! Wäre so eine einzigartige Idee auch was für euch?

DUSTIN: Gute Frage! Auf Parkway Drive bezogen würde das sicherlich irgendwie passen, da wir irgendwo aus dem selben Genre stammen. Unsere Fans schreien auch regelmäßig nach dieser Band wenn wir mal herumfragen, mit welcher Band wir doch mal zusammen auftreten sollen.

GRINGOZ: Habt ihr eigentlich das Video auf den verschiedensten Social Media Kanälen gesehen, auf dem Adam von Killswitch Engage während einer Show zum Bierstand geht und live eine Bestellung aufgibt, diese trinkt und dabei sein Solo auf der Gitarre rockt?

DUSTIN: Das hab ich tatsächlich gesehen ja – ziemlich krass!

GRINGOZ: Ich sag mal so – ihr habt nun 23 Shows, um das zu toppen! *lacht*

DUSTIN: *lacht* Manchmal rennt JB während der Show durch die Venue und spielt den Gig normal weiter. Das wäre tatsächlich mal eine neue Herausforderung für ihn.

GRINGOZ: Okay reden wir mal über euer aktuelles Album Phantom Anthem. Das war tatsächlich eines der positivsten Reviews, die wir je geschrieben haben. Die meisten Rezensionen im Netz schrieben, dass es das beste Album seit Messengers war. Wie stehst du zu dem ganzen?

DUSTIN: Damit habe ich mich die letzten Tage lustigerweise auch auseinander gesetzt. Es tat wirklich gut mal die ganzen alten Platten zu hören und mich im hier und jetzt damit auseinander zu setzen, was meine persönlichen Highlights unserer Diskografie sind. Anders als viele Fans und Kritiker steht weder Phantom Anthem noch Messengers bei mir vorne – meine Wahl fiel auf Rescue & Restore weil es einen sehr düsteren Sound beinhaltete, der sich durch das Album zog. Natürlich liebe ich Phantom Anthem als unser neustes Werk, wie alle anderen Alben – generell sollte man als Musiker nie was veröffentlichen, was man nicht zu 100% vertreten kann. Wir haben wirklich lange daran gearbeitet und das nicht gerade sauber. Matt war zum Beispiel krank als wir mit den Aufnahmen begannen, wodurch wir zuerst die Gitarren einspielen mussten. Das machte den ganzen Prozess irgendwie einzigartig und hat wahrscheinlich das Endergebnis auch beeinflusst. Aber wenn man sich die ganzen Rezensionen ansieht, hat es uns nicht geschadet. *lacht*

GRINGOZ: Es ist halt wirklich immer interessant wie Ansichten von Fans und Kritikern sich im Vergleich zu den Musikern unterscheiden – danke für diesen Einblick. Hast du denn auf Phantom Anthem irgendwelche Lieblingstracks?

DUSTIN: Ja definitiv! Als erstes fällt mir da Hero of the Half Truth ein, was ein sehr düsterer Song ist, welcher sogar einen kleinen Break in der Mitte hat. Jake hat hierbei eine super Performance geliefert. Als nächstes wäre da Lifeline, was vielleicht daran liegt, dass ich diesen Song geschrieben habe. Wie sieht es bei dir aus?

GRINGOZ: Tatsächlich ohne jetzt zu lügen ist es auch Lifeline.

DUSTIN: Dann sind wir ja auf der selben Wellenlänge. *lacht*

GRINGOZ: Als letztes würden wir natürlich gerne wissen, was deine Top Festivals sind, auf denen du gerne spielen würdest oder ihr als Band sogar schon gespielt habt.

DUSTIN: Als erstes fällt mir da ganz klar Rock am Ring und Rock im Park an – wir haben diese Festivals zweimal bespielt und als Band ist es einfach einzigartig wenn man aus diesem Nightliner aussteigtu nd mitten auf einer Rennstrecke steht. Das sieht man nicht alle Tage. Generell sind die Festivals in Europa vom Gefühl her besser organisiert. Das fängt schon beim deutlich besseren Catering an und hört beim durchdachten Bühnenplan für die einzelnen Bands auf – ihr Jungs wisst einfach, wie man Festivals plant! Wir spielen gerne hier!

Alex Hoppen
Alex Hoppen

Denkt er wäre der Administrator, fährt Smart, mag Enten, Guitar-Hero-Profi, putzt Bier mit Zähnen – oder umgekehrt?, cheated bei Pokémon Go, speifrei seit 2014, Erste-Reihe-Milchtrinker aus Überzeugung und liebt Katzenbilder.