Bevor hier überhaupt wer weiterliest sei vorher gesagt, dass Hater und Flamer des Vorgängers Happiness In Self Destruction aus dem Jahre 2015 direkt abschalten sollten, denn wer den damals harten Umbruch der Band nicht als künstlerische Freiheit sondern als Verrat ansieht, ist leider noch nicht bereit für Dispose.

Was beim Vorgänger deutliche Züge nahm wurde in drei Jahren harter Arbeit perfektioniert und aufgenommen. Dispose stellt damit eine ganz neue Ebene für The Plot In Your dar, welche sich zwar nicht mit brachialen Metalcore Alben der letzten Monate in Sachen Härte messen kann, aber genauso wenig sich davor verstecken muss einfach mal anders zu sein. Frontmann Tewers schafft es perfekt seine naturgegebene, klare Stimme in den emotionalen Parts mit dem richtigen Klang zu betonen, nur um nächsten Moment die alte Stärke der Band in vollen Zügen auf den Hörer prasseln zu lassen. Dennoch wirkt Dispose überwiegend ruhig und fast verzweifelt und hin und wieder etwas weinerlich (ja darf man mal so sagen). Nach einem starken Anfang verliert sich die Band leider in sehr typischen Tracks wie I Always Wanted To Leave in viel zu oft angesprochenen Situationen, welche so ziemlich jede band schon durchgearbeitet hat. So kann man Dispose quasi als klangliche top Platte bewerten, während sie inhaltlich leider nicht die richtige Konsistenz der Vorgänger bietet und vielerlei thematischen Einheitsbrei zusammen mit hin und wieder gewagten und unpassenden Elementen bietet.

Dennoch möchten wir dazu anregen, dass diese Platte gehört werden muss um abgestempelt zu werden – es war selten schwerer vorab für euch Leser eine schriftliche Meinung zu einer Platte zu bestimmen. Wagt einfach selbst das musikalische Experiment.

 

Alex Hoppen
Alex Hoppen

Denkt er wäre der Administrator, fährt Smart, mag Enten, Guitar-Hero-Profi, putzt Bier mit Zähnen – oder umgekehrt?, cheated bei Pokémon Go, speifrei seit 2014, Erste-Reihe-Milchtrinker aus Überzeugung und liebt Katzenbilder.