Lange haben Waterparks nicht auf sich warten lassen, nachdem sie zuletzt als Support von Mayday Parade in Deutschland waren, und kamen mit ihrem neuen Album „Entertainment“ zurück für Konzerte in München, Karlsruhe und Köln. Mit auf Tour nahmen sie Dead!, die musikalisch an eine Mischung aus Creeper und Counterfeit erinnern.

Die Schlange am kleinen Luxor in Köln füllte schon vor Einlass den Bürgersteig. Ganz vorne saßen seit früh morgens Mädchen mit Decken, die noch kurz bevor die Türen geöffnet wurden damit beschäftigt waren, die Bandmitglieder zu zeichnen. Als über zwei Stunden vorm normalen Einlass die VIPs reingelassen wurden, wurde die wartende Menschenmenge auf dem Bürgersteig plötzlich sehr überschaubar. Schließlich wurden auch alle anderen in den gefühlt schon zur Hälfte gefüllten Club gelassen.
Dann betraten Dead! die Bühne und wärmten das Publikum ordentlich auf. Es dauerte ein paar Songs bis sich die Fans an die Band gewöhnt hatten, dann schaffte es das Quartett aus London für Bewegung zu sorgen. Bei „Skin“ hörte man einige Stimmen aus dem Publikum mitsingen und sogar ein paar Moshpits waren beim Rest des Sets zu sehen.
Nachdem die Vorband ihr Set gespielt hatte, war die Stimmung im Publikum bereits mehr als gut. Selbst bei der Playback Musik im Club sangen alle mit.
Endlich betraten Waterparks die Bühne und der Nachteil des Luxors zeigte sich schnell: Selbst in den vorderen Reihen konnte man durch die niedrige Bühne nur noch Awstens lila Haare sehen.
Doch dieser Nachteil schien nicht lange zu stören, bei über einem Drittel der Songs schien das Luxor ab der dritten Reihe nur noch ein Moshpit zu sein. Die „no crowdsurfing“ Schilder an der Bühne wurden auch gekonnt ignoriert und einige männliche Fans beförderten schon fast wie am Fließband Menschen nach oben, sehr zum Leid der Security, die gehofft hatte, die Menschen würden auf die Schilder hören. Awsten Kight, Frontsänger, witzelte nur, dass wir alle kein Englisch könnten und wir die Schilder ja deswegen ignorieren könnten. Bei „Lucky People, dem einzigen Akustiksong im Set, bat er dann alle, das Crowdsurfen zu unterlassen, jedoch schienen ihn die Leute genauso ernst zu nehmen wie die Schilder.
Insgesamt spielten Waterparks ein Set aus 13 Songs, von denen neun Songs vom neuen Album kamen. „Stupid For You“, Crave“, „Royal“ und „Take Her to the Moon“ waren die einzigen Songs aus den älteren Alben.
Viel interagierte die Band nicht mit dem Publikum, außer um anzukündigen, dass die Fans beim nächsten Song besonders viel hüpfen sollten, dies tat das Publikum jedoch schon ohne Ansage.
Bei der Zugabe, die aus „Crybaby“ und „Tantrum“ bestand, heizte die Band noch ein letztes Mal ein. Bei „Tantrum“ ignorierte Awsten sogar selbst die Schilder und ging zum Abschluss des gelungenen Abends eine Runde crowdsurfen.

Waterparks haben es geschafft, dass keiner mit schlechter Laune nach Hause gegangen ist und wir sind gespannt, ob sie sich an ihr Versprechen, sehr bald wiederzukommen, halten. Dann vielleicht sogar in etwas größeren Hallen und mit mehr Interaktion auf der Bühne.

Setlist
11:11
Blonde
Peach (Lobotomy)
Crave
Take Her to the Moon
Royal
Sleep Alone
Lucky People
Not Warriors
We Need to Talk
Stupid For You
Crybaby
TANTRUM

https://www.youtube.com/watch?v=_z7mDtWdbiM

Gringoz Magazine
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