Um schnell jegliche Gerüchte über uns loszuwerden, dass wir BestOf Platten rezensieren – Nein!

Auch wenn der Name es vermuten lässt, ist Grimmest Hits kurz gesagt weder ein BestOf, noch findet das Wort „Hits“ im Titel für uns irgendeine Bedeutung auf dieser Platte – frech dazu noch, dass es laut Titel sogar mehrere Paradoxen dieser Art hier geben soll. Nachdem Frontmann Zakk Wylde vor zwei Jahren wieder mit seinem Soloprojekt durchstartete, sollte man meinen, dass als Kontrast dazu es bei Black Label Society ordentlich krachen sollte, wie auf den alten Scheiben, stattdessen erleben wir hier allerdings größtenteils einen flachen Sound, welcher mit kaum Highlights über 55 Minuten länge das ganze Album wie drei Tool Konzerte hintereinander wirken lässt – und zwar immer mit dem selben Set!

Die brachiale Genialität in Form eines Seiltanzes zwischen Rock und Metal war es, was Black Label Society ausmacht, der neue Sound orientiert sich zwar stark an den Wurzeln des Genres, kommt aber nach dem zweiten oder dritten Durchlauf eher wie ein Black Sabbath Demo Tape daher. Technisch ist die Platte dafür auf dem höchsten Niveau, was man sich als Fan nur vorstellen kann. Allein Riffs wie in Disbelief lassen da jedes Fanherz höher schlagen, leider versinken die großen Moment einzelner Songs immer wieder im überzogenen Grundkonzept des Albums, wodurch diese nur schwer zur Geltung kommen. Der beste Track der Platte ist erstmals in der BLS Geschichte ein ruhigerer Song namens The Day That Heaven Had Gone Away was zwar nicht schlimm ist, aber im Grunde genau das Problem offen legt, was vielen Fans nicht gefallen wird – es fehlt einfach der Wumms!

Vielleicht ging all die Kreativität in Book Of Shadows II rein, vielleicht wollte man einfach mal der alten Zeit ein Tribut schenken oder vielleicht wollte ein Label nach vier Jahren endlich mal eine neue Platte für die kommende Tour von der Band und es wurde über den Herbst ein halbherziges Album bespielt – wer weiß das schon. Grimmest Hits hat den richtigen Ansatz mit seinem Oldschool Black Sabbath Sound, lässt diesen allerdings in einem Moor aus Einheitlichkeit versinken – schade!

Alex Hoppen
Alex Hoppen

Denkt er wäre der Administrator, fährt Smart, mag Enten, Guitar-Hero-Profi, putzt Bier mit Zähnen – oder umgekehrt?, cheated bei Pokémon Go, speifrei seit 2014, Erste-Reihe-Milchtrinker aus Überzeugung und liebt Katzenbilder.