Nach 4 Jahren Pause erscheint nun mit „Heartbreak Century“  das insgesamt 5. Studioalbum der finnischen Rockband „Sunrise Avenue“.

Viele „Aufs und Abs“ hat es gebraucht, bis sich „Sunrise Avenue“ in der deutschen Musikwelt einen echten Namen gemacht haben und nun nicht mehr aus dieser wegzudenken sind. Nicht verwunderlich also, dass die aktuelle Clubtour im November in Kürze ausverkauft war, sodass kurzerhand im Anschluss eine Tour in den großen Hallen für Beginn 2018 angesetzt wurde.

Nun erschien endlich das lang ersehnte Beiwerk für die Tour und damit das insgesamt 5. Studioalbum der Band um Frontmann und Sunnyboy Samu Haber. Das Album ist insgesamt etwas ruhiger und tanzbarer geworden. Eingängige Beats und Keys ersetzen die harten E-Gitarren über weite Strecken des Albums. Das ist zunächst ein gewagter Stilwechsel, der sicher nicht jedem gefällt. In jedem Fall muss man sich erst an den neuen, weniger geraden, aber immernoch eingängigen Sound der Finnen gewöhnen. Fest steht: Samu´s Stimme klingt immer noch wie Gold und hat rein gar nichts am Wiedererkennungswert verloren. Leider kann Samu in den Songs sein wahres Gesangspotential nicht zeigen. Die wahre Genialität erkennt man im Ansatz erst auf den Akustik-Versionen, die in der Fanbox enthalten sind. Schade also, das die Songs eben nicht die gesamte Range des Frontmannes abdecken, aber vielleicht sparen sich die Finnen das für die Liveperformance. Die Songs sind jedenfalls weiterhin gewohnt gut ausgearbeitet und auch das genaue zuhören der Lyrics macht ,Spaß und regt zum nachdenken (und mitfühlen ) an. Songs wie der Opener  „Never Let Go“, „I Help You Hate Me“ oder „Somebody like me“ laden zum mitsingen und grouven ein und der Titeltrack „Heartbreak Century“ ist definitiv eine gelungene Hymne mit Ohrwurm-Potential.  Mit der Ballade „Home“ schließt das Album letztlich nachdenklich ab – und genauso hinterlässt es mich, nach dem ersten Hören.

Insgesamt hat das Album eigentlich alles, was ein abwechslungsreiches und gutes Album braucht. Es macht gute Laune, ist tanzbar, ist mal richtig fetzig und mal ganz leise. Aber irgendwie fehlt das Bild der „finnischen Rockband“ mit lauten Gitarren und Samu´s traumhafter Stimme.Einzig vielleicht „Question Marks“ erinnert noch ziemlich an das „alte“ Sunrise Avenue.

Der Stilwechsel hat sich über die letzten Platten bereits angedeutet und er ist natürlich mutig und legitim, aber im Herzen suche ich noch die Gitarren in der Musik und hoffe, dass sie auf der anstehenden Tour natürlich nicht fehlen werden, wenn sich alte Klassiker zwischen die neuen Songs schleichen.

Gringoz Magazine
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