Anlässlich ihres zehnjährigen Bandjubiläums bringen Jennifer Rostock nur ein Jahr nach der Veröffentlichung ihres letzten Albums „Genau in diesem Ton“ eine neue Platte auf den Markt. „Worst of“ besteht aus verworfenen Songs und ungenutzen Ideen, die sich in den vergangenen 10 Jahren angesammelt haben. Ungeschliffene Diamanten. Jennifer Rostock schenken uns 10 neue Songs voller Proberaumromantik und Klavierklängen. Auf den ersten Blick konzeptlos aneinandergereihte Songs der unterschiedlichsten Art, das Konzept eher eine schnelle Idee. Ein zwanglos produziertes Album, der Titel nimmt automatisch etwas von dem Erfoglsdruck. Für die Aufnahmen verschwand die Band nur für eine Woche im Studio, das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen. Die Texte sind gewohnt frech, Frontfrau Jennifer Weist übt wie gewohnt Kritik an Gesellschaft, Politik und verteilt ein paar Seitenhiebe. Insgesamt kommt das Album fröhlich und poppig daher, Songs wie „Alles Cool“ sind beim ersten Hören gewöhnungsbedürftig, bei anderen Songs kann man dagegen sehr genau heraushören aus welcher Zeit sie stammen müssen. Angestaubt ist hier trotzdem nichts. „Weltbild“ ist eine eher ruhigere Nummer bei der Frau Weist von Joe Walter am Klavier begleitet wird. „Flaschendrehen“ ist ein richtiger Ohrwurm mit elektronischen Einflüssen.  Der kürzeste Song geht nicht einmal eine Minute, hat es dafür aber in sich und klingt stark nach den ersten beiden Alben der Band. „Wennn ich dein Gesicht seh, denk ich an meine Faust“ ist dafür allerdings der längste Songtitel und das Tempo ordentlich angezogen.

Aus der Worst Of-Idee entstand ein ganz neues Album. Jennifer Rostock zeigen, dass sich zweite Chancen durchaus lohnen und das aus ursprünglich verworfenen Songs ein ganz neues Album entstehen kann. Eine tolle und witzige Idee der Band.

Gringoz Magazine
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