Neues Album, neues Outfit. Passend zum Albumcover tragen die fünf Jungs aus Chemnitz diesmal rot. Ihr drittes Studioalbum kommt wie gewohnt rotzig aber leider auch ein wenig selbstverliebt und großkotziger daher. Durch die Mischungen von Orchester, Rock, Rap und Synthiepop klingt es dennoch sehr vielfältig und brigt einige Überraschungen. Ihre wie gewohnt (selbst)ironischen Texte haben an Witz und Intelligenz verloren. Aus „Unsere Fans haben sich verändert, Unsere Fans haben sich verkauft, Unsere Fans sind jetzt Mainstream“ ist inzwischen „Unsere Texte, die Bibel einer Generation“ geworden. Der Charme und Witz mit dem Kraftklub auf ihrem letzten Album von ihrem Erfolg berichteten wirkt auf dem neuen Album eher nach Macho. Auch die Doppeldeutigkeit vieler Texte werden die Fans auf diesem Album wohl vermissen. In beinahe jedem Song stolpert man über Querverweise zu Bands wie Deichkind, Ton Steine Scherben, Die Ärzte und Element of Crime.

Das Album „Keine Nacht für Niemand“ der eine Anspielung auf den wenigen Schlaf der letzten Jahre und Zeile aus ihrem Song „Chemie Chemie Ya“ ist, birgt neben den Songs über Drogen, Existenzsängsten und Liebeskummer auch eine politische Nummer, die immerhin für etwas Abwechslung sorgt. „Fenster“, die zweite Single ihres Albums, ist in Zusammenarbeit mit Farin Urlaub entstanden, dessen Einfluss man deutlich erkennt.

Dem Album hat im besten Fall nur ein paar mittelmäßig gute Songs, es fehlt ihm neben „Dein Lied“ an Ohrwürmern. Trotz allem klingt jeder einzelne Song nach Kraftklub. Hoffentlich können die Jungs live mit ihrem Album mehr überzeugen.

Gringoz Magazine
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