Wer mit seinem Debüt schon komplett überzeugt, hat öfter mal Schwierigkeiten, den anstehenden Nachfolger gegenüber den hohen Erwartungen anständig zu präsentieren. Diese Haltung lässt spätestens nach 3 Songs der neuen Platte von HELL OR HIGHWATER nach und wir können sagen: Der Silberling trifft und überspringt sogar diese Erwartungen!

Ähnlich wie bereits TWIN ATLANTIC im letzten Jahr mit Glasgow, benennen HELL OR HIGHWATER ihr 2. Studioalbum ganz simpel nach ihrer Heimatstadt – Vista. Der Vibe und die vielfältigen Lifestyle´s dieser Stadt boten genug Stoff, um das gesamte Album damit zu füllen. Da es sich bei Vista um eine Stadt handelt, in der viel positives besungen wird und generell die kriminalitätsrate unter dem Durchschnitt der USA liegt, musste der stark rockige, raue und düstere Sound des Debüt´s etwas beschliffen werden, damit er das große Topic der Stadt einfangen kann. Wie das Album wohl geklungen hätte, kämen die Jungs aus Flint (Michigan)? 😉

Dennoch reden wir hier durchaus von einen HELL OR HIGHWATER Album, in dem Sänger Brandon Saller wieder alles gibt, was sein seltenes und einzigartiges Gesangsorgan so hergibt. Wo das Debüt noch sehr an ATREYU meets BLACK STONE CHERRY erinnerte, hat HELL OR HIGHWATER nun ihren Stil gefunden, welcher zwar etwas glatter wirkt, aber trotzdem die Stärken beibehält, die wir als Fan so schätzen.

Vom ziemlich positiven Colors bis hin zum verdammt nochmal explosiven I Want It All, was nur so dahin groovt, wird hier eine riesige Palette an Sounds in 12 Songs gedrückt, welche den Geist der Stadt Vista durchaus einfangen. Dabei stechen jedoch die poppigen Glanzstücke deutlich besser heraus als zum Beispiel Don´t Stop. Get Up., welches zwar textlich sehr gut ist, jedoch soundtechnisch auf der Platte nichts zu suchen hat. So was ist aber eher die Ausnahme und wer Bock auf kalifornischen Rock hat, kommt hier voll auf seine Kosten.

Wir packen schon mal unsere Koffer und können es kaum abwarten, diesen Silberling bei offenen Fenster und warmen Sonnenstrahlen auf der Route 78 vom Highway 5 Richtung Vista zu hören. Wer übrigens noch nie von der Band gehört hat, sollte unbedingt unser Interview im Magazin dazu durchlesen. Vielleicht kommen die Jungs schon bald nach Deutschland.

Alex Hoppen
Alex Hoppen

Denkt er wäre der Administrator, fährt Smart, mag Enten, Guitar-Hero-Profi, putzt Bier mit Zähnen – oder umgekehrt?, cheated bei Pokémon Go, speifrei seit 2014, Erste-Reihe-Milchtrinker aus Überzeugung und liebt Katzenbilder.