Über 250 Club- und Festivalshows hat die Stuttgarter Post-Hardcore-Formation HEISSKALTseit der Bandgründung im Jahre 2010 mittlerweile gespielt – und das mit kontinuierlich wachsender Besucherzahl und Begeisterung von Fans und Kritikern. Grund genug, den Ruf als ausgezeichnete Live-Band mit einer entsprechenden Live-Platte, die dazu auch noch den schlichten, aber treffenden Titel „LIVE“ trägt, zu manifestieren.

Statt ein zusammenhängendes Konzert auf Platte zu pressen, hat man die Highlights aus mehreren Städten der im Herbst 2016 absolvierten „Vom Wissen und Wollen“-Tour ausgewählt – mag auf den ersten Blick etwas seltsam erscheinen, ergibt aber mit mehreren Hördurchläufen zunehmend Sinn, da das Album so quasi zu einem kleinen auditiven Tagebuch der Tour wird. Ergänzt wird das Ganze durch ebenfalls live aufgenommene Ansagen von Frontmann Mathias Bloech, die zwar nicht immer sonderlich tiefgründig, aber stets charmant sind.

Zu den Live-Qualitäten selbst bleibt eigentlich nicht viel zu sagen – dass HEISSKALT auf der Bühne über ein (Achtung, Untertreibung) gewisses Talent verfügen, haben sie bereits zu genüge unter Beweis gestellt. Die Tracklist bietet einen ausgewogenen Querschnitt aus sämtlichen Platten der Jungs (inklusive der EP „Mit Liebe Gebraut“, die in einem neunminütigen Medley dargeboten wird), wobei dem aktuellen Langspieler „Vom Wissen und Wollen“ selbsterklärend am meisten Raum zusteht. Ein klares Highlight ist der Song „Leben Wert“, der mit den Supportbands Lygo und Lirr extra für die Tour geschrieben wurde.

Wer eine perfekte Eins-Zu-Eins-Reproduktion der Studioalben erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein – denn HEISSKALT-Konzerte sind echt, rau und voller explosiver Emotionen, die sich live noch intensiver als auf Platte entfalten. Auf „LIVE“ ist es gelungen, diese HEISSKALT-Live-Atmosphäre zwischen bittersüßer Melancholie und kollektiver Ekstase gekonnt und mit tadellosem Sound einzufangen – auch wenn das Album den von der Decke tropfenden Schweiß natürlich nicht nach Hause holen kann.

„LIVE“ ist am 31. März 2017 via Department Musik erschienen.

Gringoz Magazine
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