OK KID haben offiziell den zweiten Teil ihrer „ZWEI“ Tour gestartet. Am Montag spielten sie in der fast ausverkauften Großen Freiheit 36 vor 1600 Fans. Die Band war sichtlich gerührt, ihre letzte Clubshow in Hamburg spielten sie im Herbst 2013 vor 400 Zuschauern. Trotz des schlechten Wetters drängten sich bereits seit 15 Uhr die ersten Fans vor dem Club. Die Veranstalter zogen den Einlass Aufgrund des schlechten Wetters 20 Minuten vor, da aufgrund eines Missverständnisses viele Fans dachten, der Einlass wäre bereits um 19 Uhr und sich daher schon eine Menge Fans eine Stunde vor Einlass im Regen ausharren mussten.

Der Supportact der Band in Hamburg ist Moglii, dessen Remix bereits auf der letzten Singleauskopplung „Zwei mal Februar“ zu hören war. Passend zu seinem Künstlernamen stehen bei Moglii natürlich jede Menge Farnwedel zwischen dem Equipment. Dadurch und auch durch die jetzt schon aufgestaute Hitze bekommt man tatsächlich das Gefühl im Urwald zu stehen, was durch die Musik des 24 Jährigen Lockenkopf weiter untermalt wird. 30 Minuten lang heizt er dem Publikum mit seiner Musik, dessen Genre er als  „Organic Electronic & Future Pop“ beschreibt, ein.

Als OK KID schließlich die Bühne betreten hat sich das Publikum dank Moglii schon ordentlich warm getanzt. Zunächst gibt es ein paar technische Störungen, die jedoch gut überspielt werden können und der Show daher keinen Abbruch tun. Das Publikum ist bei den Songs vom Album „Zwei“ wesentlich textsicherer, viele kennen die Band erst seit dem Dockville, bei dem OK KID im Sommer 2016 spielten. Doch auch für Fans der ersten Stunde hat die Band einige Songs dabei. Auch den Song „Stadt ohne Meer“ spielt die Band, auch wenn dieser Ursprünglich als Feature auf dem Album „Blausicht“ von Gerard erschienen ist. OK KID sind längst kein Geheimtipp mehr. Ihr zweites Album erschien bereits Anfang 2016, mittlerweile befinden sie sich auf dem zweiten Teil ihrer „ZWEI“ Tour, ein weiteres Indiz für ihren Erfolg, für den die Band sichtlich Dankbar ist. Im Hintergrund ist das Album Cover zu sehen, Jonas, der Sänger der Band, bittet die Techniker, den Zeigefinger, der ohnehin schon durchtrennt ist weg zu nehmen. Dadurch ist nun nur noch der Mittelfinger zu sehen, passend zum Song, den OK KID nurn spielen werden. „Gute Menschen“ kritisiert die offen zur Schau gesellte Freundlichkeit der Menschen, die hinter geschlossenen Türen mit Stammtischparolen um sich werfen. „Wie ihr uns kennt, sind wir keine Band, die sich bei jeder Gelegenheit zu politischen Themen äussert oder sie in Songs verpackt. Aber wir haben schon immer Songs geschrieben über Dinge, die uns beschäftigen- und das ist auch bei “Gute Menschen” der Fall.“, so lautet das Statement der Band, das gemeinsam mit dem Video veröffentlicht wurde. Im Anschluss zu diesem Song stimmt die Band gemeinsam mit den Fans „Fick die AFD“ an, womit sie im politisch linken Hamburg alles richtig machen. Die Fans tanzen und singen ausgelassen, jeder bewegt sich und auch auf der Empore sitzt niemand still. Zum Ende des Konzerts spielen OK KID drei Zugaben und verabschieden sich schließlich von der Bühne mit den Worten „Wir sehen uns auf dem Hurricane, vielleicht“

Gringoz Magazine
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