In ihrer Heimat sind die Briten von MALLORY KNOX bereits eine echte Hausnummer – Auftritte auf den Hauptbühnen der Reading- und Leads-Festivals vor 40.000 Menschen inklusive. Hierzulande lässt der Durchbruch bislang noch auf sich warten, woran das Alternative-Rock-Quintett mit seinem neuen Album „Wired“ nun jedoch einmal mehr rütteln möchte.

Bereits der Opener „Giving It Up“ lässt mit seinem stadiontauglichen Refrain und den obligatorischen „Woohoo“-Chören erahnen, in welche Richtung es für MALLORY KNOX mit „Wired“ gehen kann: Direkt ins Radio. Dieses Ohrwurm-Potenzial zieht sich durch das gesamte Album, man könnte sogar meinen, es gibt Radio-Hits am laufenden Band – die krachenden Ausflüge in härtere Gefilde, die noch das Vorgängeralbum „Asymmetry“ geprägt haben, sind auf „Wired“ kaum noch vorhanden. Erster Eindruck: Alles nett gemacht und sauber produziert, aber nichts Besonderes.

Riskiert man jedoch einen zweiten Blick auf die elf Tracks, fällt auf, dass diese doch nicht so unbeschwert daherkommen, wie es die glattgebügelten Melodien implizieren. Lyrisch beschäftigen MALLORY KNOX auf „Wired“ nämlich – basierend auf persönlichen Erfahrungen der Bandmitglieder – viel mit psychologischen Konflikten und Depressionen (z.B. „Citalopram“) und finden deutliche Worte zu aktuellen Thematiken: „There is no God coming to save us all. Stop waiting for Jesus to save your soul.“ heißt es beispielsweise religionskritisch im Song „Saviour“.

Insgesamt liefern MALLORY KNOX mit „Wired“ ein rundes, durchaus massentaugliches Alternative-Rock-Album, das dank der Lyrics jedoch weniger anbiedernd ist, als es auf den ersten Höreindruck wirkt – weiche Schale, harter Kern sozusagen. Mehr musikalische Ecken und Kanten hätten sicherlich nicht geschadet, mit dem doppelten Boden, den die Songs in sich tragen, zählt „Wired“ aber definitiv zu den stärkeren Platten des Genres.

„Wired“ erscheint am 10. März 2017 via Sony Music.

Gringoz Magazine
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