Die Münsteraner Jungs von MALCOLM RIVERS sind besonders in ihrer regionalen Hardcore-Szene längst kein unbeschriebenes Blatt mehr – zwei selbstveröffentlichten EPs und zahlreichen Live-Shows, u.a. als Support für Bury Tomorrow, sei Dank. Mit „Karmageddon“ steht nun das Langspiel-Debüt des Fünfergespanns in den Startlöchern.

Karmageddon“ ist ein Konzeptalbum, bei dem das Thema „Karma“ sowohl lyrisch, als auch beim Artwork als Leitmotiv dient. Auch wenn die Wurzeln von MALCOLM RIVERS klar im (Post-)Hardcore liegen, toben sich die Jungs musikalisch ordentlich aus – so wagen sie sich weitaus stärker als viele Genrekollegen in melodische, atmosphärische Gefilde vor. Nicht nur die erste Vorab-Single „Karmageddon“ bietet Gitarrenmelodien, die sich sofort ins Ohr einbrennen. Mit dem Opener „Hourglass“, „Time To Burn“ und „Final Seconds“ sind sogar gleich drei reine Instrumentalstücke auf dem Album vertreten, denen es gelingt, nicht in Kitsch abzudriften und gezielt Spannung aufzubauen. Trotz allem Hang zur Melodie kommen jedoch auch Freunde der härteren Töne auf „Karmageddon“ nicht zu kurz, denn nach jedem melodischen Bruch wird direkt wieder zum Hardcore-Rundumschlag ausgeholt. Die recht durchschnittlichen Vocals können mit diesem instrumentalen Facettenreichtum leider nicht ganz mithalten.

 

Nichtsdestotrotz haben MALCOLM RIVERS mit „Karmageddon“ ein abwechslungsreiches Debütalbum geschaffen, das spürbar mit viel Liebe zum Detail entstand und mit dem die Münsteraner einen frischen Akzent im Post-Hardcore-Dschungel setzen. Die Stärken der Platte liegen ganz klar dort, wo die Grenzen des Genres mit atmosphärischen Brüchen und feinen Melodielinien ausgelotet werden –  das dürfen die Jungs bei zukünftigen Veröffentlichungen gern weiter ausbauen!

„Karmageddon“ erscheint am 13. Januar via Redfield Digital / Timezone Records.

Gringoz Magazine
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