Endlich waren wir auch mal wieder für ein Konzert in der wundervollen LMH in Köln. Heute war die Vorfreude besonders groß, denn es ging zu den „Verteidigern des Blödsinns“ von J.B.O, die ich schon seit einigen Jahren kenne, aber noch nie live erleben durfte. Nun sollte es also endlich so weit sein. Schon bevor AC Angry als Supportact die Bühne betraten bekamen wir einen Kostprobenwitz der Franken als Einstieg.

Support für JBO 24.11.16

Legen gut vor – Saarbrückener Quartett: AC Angry

Danach hieß es zunächst einmal ordentlich headbangen und abrocken mit den Mettalern von AC Angry. Mit neuem Album im Gepäck („Appetite for Erection“ VÖ 25.11.16) und einer Menge Energie stürmt das Saarbrückener Quartett die Bühne. Fast alle mit langen Haaren, Drummer Norman oben ohne und Sänger Alan Costa standesgemäß mit einer Flying-V – das macht als Hardrock/Metal-Band schonmal was her. Das Publikum ist noch etwas Verhalten aber mit den neuen Songs „The Balls are back in town“ und dem Titeltrack des neuen Albums „Appetite For Erection“ ist dann auch der letzte Besucher anständig vorgewärmt, bevor es in die kurze Umbaupause geht.

24.11.16 LMH Köln Support: AC Angry

Mit viel Show beim „Glaubensbekenntnis“

Dann starten J.B.O mit dem „Glaubensbekenntnis“ in ihre Show, die übrigens ganze 26 Songs andauern wird. Anschließend wird der Klassiker „Bolle“ zum besten gegeben und neben den sowieso schon lustigen Songs gibt es auch viel Programm und Unterhaltung auf der Bühne, was uns im Fotograben zunächst ganz schön ins Schwitzen bringt. Danach geht es munter weiter: Es werden alte Klassiker geboten, wie zum Beispiel „Ich liebe dir“ (1998), aber auch einige neue Songs („Ich hätt gern mehr“, „Panzer Dance“) und auch einige verblödelte Coverversionen („1001 Nacht“, „Rammstein Reggae“) finden Weg in das Programm. Zwischen die Songs werden immer wieder lustige Gespräche und Witze eingebaut, wie man es von Veit, Hannes und den anderen schon gewohnt ist. Vor allem ihr fränkischer Akzent überzeugt mich dabei immer wieder aufs neue und macht einfach Spaß.

J.B.O. 3

Bassist Ralph Bach gibt alles

Bei den zahlreichen Coverversionen überzeugt „Wir ham ne Party“ (Cover von Everybody, Backstreet Boys) besonders und bringt dabei den ganzen Saal zum Kochen. Jeder kennt den Text (und tatsächlich auch die meisten den J.B.O-Text) und alle singen und springen mit. Das macht einfach wahnsinnig viel Spaß. Man merkt hier wirklich, das der Großteil sich nicht zufällig hierher verirrt hat, sondern aus Überzeugung da ist. Auch die immer wiederkehrenden kurzen Rufe der Band, auf die gekonnt vom Publikum eingegangen wird, zeigen, das sich hier nur wahre Fans des „Blödsinns“ befinden und als Hannes fragt, wer denn schon einmal bei JBO gewesen wäre, meldet sich als Beleg auch ¾ des Saales. Wir gehörten nicht dazu, aber auch wir wurden vom wahren Blödsinn überzeugt und können uns beim nächsten Mal dazuzählen.

Zwischenzeitlich gab es leider immer wieder ein Paar Songs, die für meinen Geschmack etwas langweilig waren. Zwar waren die Texte ganz unterhaltsam, aber irgendwann reicht auch das nicht mehr aus, sodass ich mich bei einigen Songs dann doch an der Bar mit einem Getränk erwischte.

J.B.O 2

Volle Bühne und viel Action

Ist allerdings bei der Länge des Konzertes noch zu verkraften und als wohlwollende Pause wertzuschätzen. Denn Songs wie „Vier Finger für ein Halleluja“ , die Wackenhymne „Wacken ist nur einmal im Jahr“ oder auch mein persönlicher Lieblingssong „Ein guter Tag zum Sterben“ trösten über all diese Minuten hinweg und lassen uns den Abend doch in grandioser Erinnerung behalten.

Also Danke für die vielen Jahre des Blödelns und dafür, dass ihr den Blödsinn weiterhin verteidigt!

Gringoz Magazine
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