Es ist ein regnerischer, kalter Novembernachmittag und man friert quasi, sobald man vor die Tür geht. Gut also, das es an diesem Abend in das wundervolle kleine Luxor geht. Der Laden ist sehr überschaubar groß, äußerst gemütlich und zu Beginn leider so gar nicht gefüllt. Einige wenige Fans treffen wir bereits Stunden vor Einlass in der Kälte vor dem Club. „Wir sind eigentlich nur für die Vorband hier“, erzählen sie uns. „Monarks“ mit K erfahren wir (auf das „mit k“ besteht die Band ebenfalls, denn sonst wird man sie online nicht auffinden – klingt logisch oder?).

Monarks1

Wenigstens Drummer Paul Hawkins zeigt sich spielfreudig!

Unsere Hoffnung auf einen guten Abend steigt, wenn jemand schon nur für die Vorband den Weg durch das ungemütliche Nass auf sich nimmt. Erfüllt werden unsere Erwartungen an besagte Band zunächst aber nicht. Die 4 Jungs aus Bristol werden von ihren Fans warmherzig mit selbstgemachten „Monarks, Germany“ Plakaten empfangen.
So wirklich überspringen tut der Funken allerdings nicht, und so wird einem zwar warm vom leichten Wippen, aber der Rest bleibt kühl. Frontsänger Sam Kinsella singt passabel, macht sicher für die Frauenherzen eine gute Figur, wirkt aber ebenso wie Gitarrist Matt Arnold statisch bis minimal gelangweilt. Passend dazu verabschiedet er sich am Ende auch mit :“Sorry, but we´re a bit tired and this is our last show in Germany“. Immerhin machen Bassist Matt Holloway und Drummer Paul Hawkins den Eindruck als hätten sie Spaß und so wird zumindest beim letzten Song das Publikum in Bewegung versetzt und ein wenig auf den Hauptact, die Glasgower Twin Atlantic vorbereitet.

 

 

Twin Atlantic

Frontmann McTrusty beginnt mit voller Energie!

Zuhause in Glasgow vor 10.000 Leuten und nun im kleinen Kölner Luxor vor einigen wenigen hundert. Das es deutlich weniger Leute sind, scheint zunächst einmal keinen Unterschied zu machen. Zu „Gold Elephant: Cherry Alligator“ stürmt die Band auf die Bühne und Frontmann Sam McTrusty legt direkt los und brüllt ins Mikro „Go!Go! Go!“. Damit wird der zweite Akt des Abends energetisch eingeleitet.

Der Saal ist nun etwas gefüllter, zumindest im vorderen Bühnenbereich drängen sich Menschen und die Stimmung ist endlich ausgelassen. Mit „You Are The Devil“ und „The Chaser“ legen die Schotten gleich zwei weitere Kracher nach und lassen das Luxor erbeben.

Danach flacht die Stimmung leider etwas ab. Das Mikro klingt bei Sams Screameinsätzen doch arg verzerrt und das dämpft den Hörspaß gewaltig. Auch die Songs werden durchwachsener und es zieht sich so dahin. Trotzdem singen selbst die Fans aus den letzten Reihen bei der Ballade „Crash Land“ aus vollen Lungen mit – hier haben sich scheinbar wirklich nur echte Fans durch den Regen gewagt.
Danach geht es mit „Ex El“, und dem grandiosen Song „Heart and Soul“ weiter, der uns danach noch den ganzen Abend begleitet und einfach nicht aus den Ohren gehen will.
Relativ überraschend kündigte Sam dann allerdings, nach nur einer knappen Stunde, mit „No Sleep“ den letzten Song an. Das Publikum feiert dieses grandiose letzte Stück, doch danach verschwindet die Band ohne Zugabe von der Bühne. Hier hätte ich schon etwas mehr erwartet, denn wer sich als Ziel setzt, auch in Deutschland große Hallen zu füllen, der muss schon etwas mehr bieten, als ein: „Hier unser letzter Song, es war schön bei euch!“.

Es war also insgesamt ein durchaus gelungener Abend, aber so richtig zufrieden und erwärmt war am Ende keiner von uns. Vielleicht waren die Jungs wirklich schon müde, oder aber sie bevorzugen Großevents mit großem (englischem )Publikum.

Vielleicht ja bei der nächsten Tour durch Deutschland.!

 

Twin Atlantic2

Craig Kneale rockt an den Drums

Gringoz Magazine
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