Fast vier Jahre ist es her, dass vier Jungs aus Dresden das Projekt DRIVE. ins Leben gerufen haben und seitdem vor allem im lokalen Hardcore-Underground ordentlich Staub aufwirbeln. Mittlerweile hat das Quartett über 60 Live-Shows auf dem Buckel und setzte mit seiner Debüt-EP „One Life – One Lie – One Decision“ (2015) ein weiteres Ausrufezeichen. Mit „Restless“ will die Band nun auch auf Albumlänge überzeugen.

Mit dem Opener „Broken“ wird der Hörer vom mit Abstand poppigsten Song der Platte empfangen – doch von diesem ersten Eindruck sollte man sich nicht beirren lassen, denn wer es lieber etwas härter mag, findet hier auch potenzielle Hymnen für den nächsten Moshpit (z.B. „Drive. Heart. Spirit.“, „So Called Friend“).

Auch wenn sich DRIVE. gewiss einiger typischer Elemente des Melodic-Hardcore bedienen, schaffen sie es, nicht in klischeehafte 08/15-Songschemata des Genres abzurutschen – Punk- und Pop-Punk-Einflüssen sei Dank. Stellenweise erinnert der Soundmix der Jungs unweigerlich an Rise Against, wirkt aber auch keinesfalls wie ein billiger Abklatsch. Zahlreiche Takt- und Tempowechsel sorgen für zusätzliche Dynamik.

Mit einer Spielzeit von 34 Minuten bei elf Songs fällt das Album sehr kurz aus, was aber nicht zwangsweise ein Kritikpunkt sein muss. Jedoch ist das Album recht schnell durchgehört, ohne dass sich ein richtiger „Hit“ im Gehörgang verankert – die Songs für sich sind zwar abwechslungsreich, weisen aber im Gesamtbild ein sehr ähnliches Konzept auf.

Nichtsdestotrotz haben DRIVE. mit „Restless“ ein rundes, stimmiges Debütalbum geschaffen, mit dem sie sich angenehm vom Hardcore-Einheitsbrei abheben. Die Jungs haben ihre Nische definitiv gefunden – wenn sie hier und da noch etwas am eigenen Sound feilen und ihren Weg konsequent weiter verfolgen, können der jungen Band durchaus noch einige Erfolge winken.

 

„Restless“ ist am 28. Oktober 2016 in Eigenveröffentlichung erschienen.

Gringoz Magazine
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