Wer von uns Kindern der 90er Jahre ist nicht mit Musik von Ihnen aufgewachsen? Seien es die Beginne mit ihrem typischen Skate-Punk oder auch die „reiferen“ Punk-Rock-Songs aus den späten 2000ern: An Sum41 führte kaum ein Weg vorbei.

Ganze 5 Jahre haben uns die Kanadier warten lassen. Eine Zeit, die vor allem für Frontsänger Derick Whibley sehr hart war. Vor 2 Jahren landete er im Krankenhaus, nachdem er aufgrund von langem Alkoholkonsum zusammengebrochen war. Er überlebte nur knapp und kämpfte sich zurück, sodass wir jetzt die neue Sum41-Platte „13 Voices“ feiern dürfen.Zunächst stellen wir nun fest: JA, er kann es noch. Zumindest auf Platte hat  seine Stimme  nicht an Qualität eingebüßt.

Soundtechnisch erinnert „13 Voices“ sehr an das letzte Werk  „Screaming Bloody Murder“ (2011), allerdings speisen sich auch einige Soli ein, die mich in die grandiose musikalische Welt von „Chuck“ (2004) zurückfallen lassen. Insgesamt ist der Sound aber deutlich moderner und straighter geworden. Schon das Intro zu „A Murder of Crows“ zeigt, wohin der Weg gehen wird: Hymnisch und dezent düster anstatt rein von harten Gitarren gepeinigt (wie damals auf Chuck). Wir reden hier also quasi von Sum41-2.0, einem neuen, modernen Punk-Rock-Sound, der direkt nach vorn geht, aber keineswegs langweilt. Mit „War“ hat es ein herrlicher mid-tempo Song (für die Verhältnisse fast schon als Ballade zu kennzeichnen) aufs Album geschafft  und auch der Titeltrack „13 Voices“ oder „God Save us All“ überzeugen mit catchy Refrains, coolen Riffs und einer „auf die Fresse-Attitüde“.

Insgesamt also ein tolles, hörbares Album. Allerdings muss man dennoch anerkennen, dass es das bisher schwächste Album der Kanadier ist und deshalb den hohen,
gestellten Erwartungen nicht unbedingt gerecht wird. Dennoch freuen wir uns, auf neue Songs und vor allem Liveevents mit den Jungs.

Anspieltipps: War, 13 Voices, God Save Us All, Fake my own Death

Gringoz Magazine
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