Seit 2012 melden sich Apologies, I Have None mit ihrem Stück „London“ zu Wort, worauf hin die von Kritikern bis aufs Kleinste auseinander genommen wurden und ihnen zahlreiche Festival- (Highfield, Hurricane, Open Flair,…) und Clubauftritte ermöglichte. Trotz Veränderung in der Bandbesetzung tourten die Jungs weiter, jede andere freie Minute wurde für das neue Album „Pharmacie“ investiert, welches sie derzeit auf ihrer Tour mit Stolz präsentieren.

Schon mit den ersten Titeln wird schnell klar, dass die Scheibe eine melancholische und nachdenkliche Note mit sich bringt. Der Titel „Pharmacie“ wirkt zu Beginn etwas unüberlegt und zu einfach für deren Musik, jedoch macht im Laufe des Reinhörens der Titel immer mehr Sinn und scheint optimal gewählt. Während einem immer wieder Gegensätze begegnen wie Liebe/Hass, geht es auch viel um den gesundheitlichen Verfall, gerade durch Medikamente. Schon in ihrer damaligen Single „London“ sangen die Jungs von einer Hassliebe, eine so wunderschöne Stadt mit vielen Gefahren. Genau mit diesem Prinzip haben die Londoner ihr neuestes Stück fortgefahren und präsentieren tiefste Gegensätze aus eigenen Erfahrungen.

Eröffnet wird das Gegensatzspiel mit „Love & Medication“ begleitet von einem Klavier. Hierbei startet der Konflikt im Kopf, was richtig ist, wer zuhört und was genug ist für einen, um das Feuer in sich brennen lassen zu können. Angetrieben wird man von dem Trommelwirbel des Schlagzeuges, während sich die Fragen immer mehr türmen. „Is it ever enough, Love & Mediaction? Over and over and over again I have the same conversation in my head.“ Mit diesen Textzeilen verstärkt sich die Unsicherheit, welche im fragenden Gesang zu spüren ist. So viel Gefühl erlebt man nicht allzu oft in einer Stimme.

 

Zudem lässt der psychedelische Gitarrensound einen im Nichts verschwinden, während man in eine Welt voller Depression und Einsamkeit entführt wird. Gerade bei „Killers“ fühlt man sich in diese andere Welt versetzt und lässt einen in Gedanken schwelgen. Ein treibender Klang der Gitarren verfeinert mit Anschlägen der hohen Saiten verstärken dies immer mehr, als gebe es keinen Ausweg aus dem Nichts. Während ein Ruf von weitem erhellt, einen aufblicken lässt und zurück in die Realität holt ohne wirklich weggewesen zu sein. In mehreren Songs spielen sie mit ihren ausgeklügelten Gitarrensound, um sich in die Köpfe der Zuhörer zu bohren und einen abschalten lässt, um einen Moment der Außenwelt zu entfliehen. Apologies, I Have None greifen in ihren Texten alltägliche Fragen und Themen auf, auf die so viele keine Antworten finden und einen bis in den Schlaf quälen. Dennoch schaffen die Jungs es im gesamten Album ein Gefühl der Zuversicht zu vermitteln und den Blick nach vorn nicht zu verlieren. Der Zuhörer wird immer wieder aus dieser trüben Welt herausgeholt, wie z.B. bei „The Clarity of Morning“, wo sie mit drückendem Gitarren und auflockernden Schlagzeug für den Ausbruch aus dem Denken sorgen und ins Jetzt zurückbringt.

 

Die Übergänge der Songs sind teilweise gar nicht zu spüren, da diese lückenlos erfolgen und man erst den neuen Song feststellt, wenn man auf das Display mit der Liedanzeige schaut. Natürlich geschieht das nicht bei jedem Titelübergang, bei „Goodbye, Peace of Mind“ zu „Crooked Teeth“ sorgt die ausklingende Gitarre als Lückenfüller. Beides sind eher ruhigere Songs mit sanftem Gesang welcher manchmal ausbricht und den Schmerz aber auch die Zuversicht spüren lässt. Aufgrund der Aneinanderreihung der Songs erweckt das Album eine Art Story, welche die Höhen und Tiefen des Lebens vereint. Sowohl herunterziehende Momente, wo man nicht weiß welcher Schritt der nächste sein wird, gefolgt von Momenten als Überflieger.

Allem in allen ein gelungenes Album für eher ruhigere und düstere Tage, um etwas herunterzufahren und abzuschalten. Mich persönlich hat es stark zum Nachdenken angeregt, es ist in jeden Fall zum Reinhören und genießen zu empfehlen.

 

Tourdates: mit Blackout Problems

21.09. BE – Antwerpen – Kavka

23.09. DE – Münster – Sputnikhalle (The M-Pire Strikes Back Festival +Moose Blood +Pup)

24.09. DE – Bremen – Tower*

25.09. DE – Hamburg – Hafenklang*

26.09. DE – Berlin – Musik & Frieden*

27.09. CZ – Prag – 007*

28.09. DE – Leipzig – Conne Island*

29.09. AT – Wien – Arena*

30.09. CH – Luzern – Treibhaus

01.01. FR – Strassbourg – Caj Molodoi

03.10. CH – Genf – Kalvingrad/Usine*

04.10. CH – Bern – Rössli*

05.10. CH – Rorschach – Treppenhaus*

06.10. DE – München – Sunny Red*

07.10. DE – Lindau – Club Vaudeville*

08.10. DE – Karlsruhe – Alte Hackerei

09.10. DE – Wiesbaden – Schlachthof*

11.10. DE – Trier – Exhaus*

12.10. DE – Koblenz – Circus Maximus*

13.10. DE – Hannover – Lux*

14.10. DE – Köln – MTC*

15.10. NL – Amsterdam – Sugarfactory*

16.10. NL – Eindhoven – Dynamo*

Gringoz Magazine
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