Mit „No Sleep“ war die erste Single bereits seit einigen Wochen im Radio zu hören und nun kommt mit „GLA“ endlich das passende Album dazu, welches der Heimatstadt Glasgow gewidmet ist und daher den Titel GLA trägt. (Release 09.09.16)

 

Mit „No Sleep“ haben die Schotten ja bereits im Vorfeld auf sich aufmerksam gemacht und mit dem Song die Lust auf das Album in Gesamtlänge sehr hoch gehalten. Um an den ersten kommerziellen Erfolg von Great divide anzuknüpfen, ließ sich das Quartett allerdings nicht zu einem erhöhten Pop-Anteil (wie bei diversen anderen Beispielen) hinreißen, was die Fans sehr begrüßen sollten. Tatsächlich kommt GLA im gesamten sehr rockig und kratzig daher. Verzerrte Gitarren und die markante Stimme von Sam Mctrusty prägen den Sound, ähnlich wie bereits bei „Great Divide“ über die komplette Spiellänge Ob fetziger Rock, wie in „No Sleep“, berührend, leise, wie in „A Scar to Hide“ oder auch poppig experimentell („Valhalla“)Twin Atlantic liefern mit GLA ein wirklich abwechslungsreiches Pop/Rock Album. Besonders das bereits erwähnte „No Sleep“ und der Opener „Gold Elephant: Cherry Alligator“ lassen das Rockerherz höher schlagen und liefern starke Stücke mit catchy Refrains direkt zu Beginn des Longplayers. Danach fällt die Platte leider etwas ab, nicht zwingend, weil es im Verlauf poppiger wird, aber es wirkt vieles zu experimentell und es fehlen einfach diese Momente, die mich umhauen und die im Ohr bleiben. Das ist musikalisch keinesfalls eine schlechte Leistung, aber es fehlt die letzte Konsequenz und Individualität in den Songs. Erst der abschließende Song „Mother Tongue“ schafft es noch einmal wirklich zu überzeugen – und das ganz ohne Drums, dafür mit E-Gitarre.

Insgesamt also ein  hörbares und vor allem abwechslungsreiches Album mit leider nur einigen wenigen Goldstücken. Für Fans vom Vorgänger „Great Divide“ sicher ein Muss in der Plattensammlung, denn im Vergleich dazu enttäuscht es keineswegs. Auch live sollte das Album funktionieren und dort sicher einige große Hallen füllen und die Zuschauer begeistern.

Als eigenständiges Album fehlen mir aber die einprägsamen Momente und die Songs an die ich mich hinterher erinnern kann.

 

Anspieltipps: „Gold Elephant : Cherry Alligator“, „No Sleep“, „Mother Tongue“

Gringoz Magazine
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