Die Rosarote Fun-Metal Armee aus Erlangen ist zurück und bespaßt uns nun schon seit über 25 Jahren. Inzwischen erscheint mit „11“ ihr (überraschend) insgesamt 11. Studioalbum. Gealtert ist das Quartett in der Zeit scheinbar nicht.

Erlangen – 1989: Eine Rosa-rote Armee taucht aus dem nichts auf und revolutioniert die Musikwelt mit Spaß und harten Metalsounds á la Metallica.

Erlangen – Anno 2016: Die Rosa-Rote Armee hat auch mehr als 25 Jahre nach ihrem Karrierebeginn die Stadt und die ganze Nation mit ihrem Blödsinn voll im Griff. Scheinbar immer noch im Kindesalter steckend blödelt sich das Quartett alias „Die Verteidiger des Blödsinns“ durch die Zeit. Mit „11“ erschien am 08.07.2016 ihr insgesamt 11. Studioalbum viaAFM Records / Soulfood Music. Das die Mitglieder der Band inzwischen auch schon in ein gesundes Alter gekommen sind, merkt man ihren Texten und ihrer Musik kaum an. Ähnlich wie auch auf den Alben zuvor besteht auch dieses Werk aus einer Mischung aus kurzen Einspielern, spaßigen Covern und einigen selbstgeschriebenen Songs, allesamt natürlich mit viel Ironie und Spaß. Der Ernst des Lebens scheint ein Fremdwort für die Jungs.  Keine großen Überraschungen also, aber warum auch etwas neues schaffen, wenn es altbewährtes gibt?

Zugegeben, die kleinen Einspieler mit Faith (oder Vito) und Hannes würden schon fehlen, wenn sie plötzlich nicht mehr da wären. Es ist zwar nicht mehr so lustig wie einst, aber ein kleines Schmunzeln kann man sich beim ersten Hören dennoch nicht verkneifen.  Problem hierbei, wie bei vielen anderen Songs des Albums: Man kann sie einmal hören, lustig sind sie dann auch (das gilt nicht für alle Songs) , aber spätestens nach dem 2. Durchgang möchte man doch lieber den „Skip“-Knopf drücken.

Beispiele sind hier „Panzer Dance“, „Ich hätt gern mehr“ oder auch „Verliebt“. Auch der Song „Metaller“ kann dazu gezählt werden, wobei hier wenigstens der Text, eine Ode an das „Metallerdasein“, für Unterhaltung sorgt. Die Stimme verdirbt einem dann leider spätestens beim zweiten Hörgang den Spaß, da helfen auch die harten Gitarren nicht. Immerhin bleiben diese Songs noch im Kopf und haben vor allem auf den großen Livebühnen Ohrwurm und Mitsingpotential. Die zweite Hälfte des Albums fällt dafür nämlich  leider komplett unter das Radar. Abgesehen vom fetzigen letzten Song „MFN for JBO“ bleibt dazwischen leider nur unauffälliges bis nerviges Songmaterial.  Hier kommen die Spaßmetaller leider nicht im geringsten an ihre früheren, überzeugenden Spaßsounds heran. Schade.

Lichtblicke gibt’s aber auch auf dieser Platte. Bereits der Opener (nach dem Einzähler) trifft die Botschaft und das Dasein einer Band wie J.B.O ziemlich auf den Punkt. Unterstützt von typischen JBO (Metallica)  Metalsounds lassen sich die Jungs nicht unterkriegen und schaffen mit „Wir lassen uns das Blödeln nicht verbieten“ eine Ode an sich selbst – die sie nach 25Jahren Blödeln auch mehr als verdienen.

„Wacken ist nur einmal im Jahr“ ist wohl einer der Songs, der im Original allerhöchstens nach etlichen Bieren und ein Paar Promille intus feierbar ist, außer er wird in einer Metalversion von JBO dargeboten. Zwar ist auch dieser Song jetzt nicht überraschend kreativ verändert worden, aber mit den Metallgitarren, den eingebauten Chorpassagen und dem genialen Text ist es einfach eine Hymne für alle Wackenfans und Besucher. Jeder kennt Text und Melodie und der großen Party (,die einmal im Jahr startet) steht nichts im Wege.

Alles in allem leider nicht mehr so liebevoll und lustig wie die vorigen Alben. Ein Album mit vielen Schwächen, aber auch durchaus ein Paar richtigen Hits.  Live wird sicher einiges trotzdem gut funktionieren (wir berichten von der Tour im November).  aber als Longplayer in voller Länge leider eher ein geringer Musikgenuss.

Anspieltipps: Wir lassen uns das blödeln nicht verbieten, Wacken ist nur einmal im Jahr, Jetzt ist halt heut

Und wer sich den ganzen Spaß mit alten Klassikern live nicht entgehen lassen will, kommt auf die Tour zu einem der folgenden Termine:

J.B.O. On Tour

  • 14.10.16 A-Klagenfurt, Stereo
  • 15.10.16 A-Traun, Spinnerei
  • 28.10.16 Hamburg, Markthalle
  • 29.10.16 Markneukirchen, Event Halle
  • 03.11.16 Frankfurt, Batschkapp
  • 04.11.16 Erfurt, HsD
  • 05.11.16 Leipzig, Täubchenthal
  • 11.11.16 A-Wien, Simm City
  • 12.11.16 A-Wörgl, Komma
  • 17.11.16 Berlin, Postbahnhof
  • 18.11.16 München, Backstage Werk
  • 19.11.16 Stuttgart, LKA Longhorn
  • 24.11.16 Köln, Live Music Hall
  • 25.11.16 Hannover, Music Hall
  • 26.11.16 LUX-Esch-sur-Alzette, Rockhal
  • 09.12.16 Oberhausen, Turbinenhalle 2
  • 10.12.16 Geiselwind, Christmas Bash
  • 16.12.16 CH-Solothurn, Kofmehl
  • 17.12.16 Karlsruhe, Knock Out Festival
  • 27.12.16 Herford, X
  • 27.01.17 Gießen, Hessenhalle
  • 28.01.17 Pirmasens, Quasimodo
  • 03.02.17 Dresen, Tante Ju
  • 04.02.17 Lohr, Stadthalle
  • 11.02. 17 Regensburg, Airport Obertraubling
  • 17.02.17 Aschaffenburg, Colosaal
  • 18.02.17 Memmingen, Kaminwerk
  • 03.03.17 Rostock, MAU Club
Gringoz Magazine
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