Die Amerikanische Rockquintett „Crown The Empire“ ist mit ihrem 3. Studioalbum zurück. Es hört auf den Namen „Retrograde“ und erschien am 22.07.2016 via Rise Records.

Erst 2010 haben die Amerikaner in noch veränderter Formation zusammengefunden. 2012 gab es dann den ersten größeren Vertrag bei Rise Records und im selben Jahr erschien dann auch das Debutalbum „The Fallout“.Der Nachfolger The Resistance: Rise of The Runaways“ (2014) schaffte es dann sogar auf Platz 7 der offiziellen Albumcharts.
Nun steht mit „Retrograde“ das 3. Studioalbum der Band in den Läden und soll an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen.
Das als „SK-68“ betitelte instrumentale Intro und der eigentliche Opener „Are You Coming with me“ führen düster und hymnisch in den Longplayer ein. Man stelle sich hier ein riesiges Stadion oder ein gefülltes Festivalgelände vor, wenn das Intro und der erste hymnische Chorus einsetzen. Der Beginn ist also durchaus mehr als nur vielversprechend und die Wahl der Songs für den Anfang ist perfekt. Im Laufe der Zeit verlieren sich die Amerikaner aber leider etwas zu sehr im Stilmix. Nach dem Stadionrocksong folgen Songs, die klassichem alternative Rock entsprechen („Aftermath“), Songs die nur Metalcoreelemte besitzen (das äußerst düstere „Lucky Us“) und auch düstere instrumentelle und etwas experimentelle Parts („The Fear is real“). Es ist nicht so, das hier Songs besonders negativ herausstechen (außer dem experimentellen Zwischenspiel vielleicht), aber es ist schon ein sehr wirrer Stilmix, der hier leider keinen direkten Gefallen findet. Es ist ein hin und her und kaum hat man sich auf einen Stil eingelassen, folgt der nächste Bruch.

Man kann dieser Platte im Gegenzug allerdings auch keine Langeweile zusprechen, denn die Songs sind alle mal abwechlungsreich und die powervollen Refrains mit harten Gitarren, und dem straighten Cleangesang machen definitiv Spaß und sind zudem sicher vereinzelt auch für das ein oder andere Radio interessant.

Stärkster Song ist für mich „Weight of the World“ – ein alternative Rocksong, der einfach nach vorn geht. Keine Verschnörkelungen, keine Umwege, einfach schlichter guter Rock aus den Boxen – herrlich. Die letzten beiden Songs lassen es dann etwas ruhiger ausklingen, bevor man nach dem Hören teils verzweifelt versucht, sich an einzelne Songs zu erinnern.

Viel bleibt auf Anhieb nämlich leider nicht im Ohr. Allesamt sind es keine schlechten Songs, ganz im Gegenteil, aber so richtig hervorheben tut sich trotzdem nichts. Dennoch zeigt die Band, welches Potential sie besitzt (vor allem auch in der Vielseitigkeit erkennbar) und ein Paar grandiose Songs sind dann ja irgendwie auch auf der Platte zu finden. Alles in allem also keine bahnbrechenden Innovationen, aber eine durchaus gut hörbare Platte.

Gringoz Magazine
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