Wer glaubt, Chelsea Grin haben für Juli die Deathcore-Platte des Jahres parat, wurde wahrscheinlich Anfang des Monats bitter enttäuscht, denn Self Inflicted scheint sich getreu dem Albumtitel wirklich selbst irgendetwas angetan zu haben.

Bis auf, dass der erste Song “Welcome Back” heißt und der letzte “Say Goodbye” kann hier von Konzept kaum die Rede sein, denn ab Sekunde Drei Artet Self Inflicted einfach nur in einem Soundgewitter aus, welches zwar gut gemastered wurde, aber dennoch einfach nicht zündet. Ob es hierbei an der Einwegigkeit der Texte oder der Riffs liegt ist schwer zu sagen, wahrscheinlich beides. Nochwas zu den Texten: Wenn man als Songwriter schon Brutalität in die Sache reinbringen will, sollte man zumindest versuchen den Grund dieser Wut den Zuhörern auch zu erläutern. Einfach nur ein stummer Mittelfinger gegen alles ist so unseriös wie vegane Milchschnitten.

Ich weiß, die meisten Fans werden natürlich ein brutales Drum-Gewitter gefolgt von Gitarren Shredderei begrüßen, aber es fehlt einfach fast dem kompletten Album eine gewisse Konsistenz unter den einzelnen Songs, wodurch man ohne hilfreiche TrackList zur Seite nur schwer unterscheiden kann, ob wir schon im nächsten Song sind oder noch im Intro hängen. Es fühlt sich einfach an, als hätte man wiederholende Deathcore Passagen aneinander gereiht und daraus 30 Minuten Dauerschleife erstellt.

Das absolute Highlight des ganzen sind die letzten beiden Songs “Never, Forever” und “Say Goodbye”, wobei ersteres Beispiel sogar einen Abstecher in Metalcore Gewässer wagt und dabei wirklich positiv abschneidet.  Der letzte Song des Albums winkt nicht nur hämisch den Fans zum Abschied hinterher, sondern ist zugleich noch der authentischste Song auf der ganzen Platte, wieso nicht gleich so?!

Wenn man nach dem Tourplan der Amerikaner geht, muss Self Inflicted zwischen November – Februar aufgenommen und eingespielt worden sein, und ist somit ein Paradebeispiel dafür, wie man es eben nicht macht! Beim nächsten mal hoffen wir einfach auf ein ehrliches und überlegtes Album-Konzept. Dann klappt´s auch wieder mit den Verkaufszahlen!

Alex Hoppen
Alex Hoppen

Denkt er wäre der Administrator, fährt Smart, mag Enten, Guitar-Hero-Profi, putzt Bier mit Zähnen – oder umgekehrt?, cheated bei Pokémon Go, speifrei seit 2014, Erste-Reihe-Milchtrinker aus Überzeugung und liebt Katzenbilder.