Der härteste Acker war mal wieder ein Vergnügen für alle, denn das Festivalgelände bebte und das Bier floss in Massen. Das With Full Force lud auch in diesem Jahr wieder Fans des Hardcores, Punks und Metals zum moshen ein, dabei gab es an jeder Bühne und bei jeder Band Ausraststimmung.

Ja wo fange ich denn an, es gab einfach mal wieder tausende Eindrücke, die man verarbeiten muss, obwohl man noch nicht klar im Kopf ist und die Welt und das Leben an einem vorbeizieht, da man immernoch das Gefühl hat 1,0 Promille zu haben. Und genau aus diesem Grund rennen die ganzen Chaoten jedes Jahr auf’s neue zum With Full Force, um sich die volle Hardcore-Dröhnung zu geben. Leider konnten wir in diesem Jahr erst am Freitag anreisen, aber dafür wurden wir gleich mit Kirschslushy und Bier begrüßt…Welcome Home!

Nachdem wir uns erstmal mit Bier versorgt hatten und das übliche Prozedere hinter uns gelassen WWF 2016 - Wetterhatten mit Zeltaufbau, Bändchen holen und co., begegneten wir schon den ersten diffusen Menschen in Einhornkostümen, als Tetris oder einfach mal mit einer Windel und Bierpyramide auf dem Bauch. In jeder Ecke des Zeltplatzes ertönte Musik und laut mitgrölende Leute, die mit einem angestoßen haben. Nachdem man die Eingangsforte zum Fetsivalgelände passiert hatte fand man den üblichen Aufbau wieder. Doch kleine Veränderungen waren ersichtlich, so gab es in diesem Jahr noch die zusätzliche Metal-Hammer-Stage, was wir als große Bereicherung erachteten und der Partyfloor mit Schlager war weg.

Am Freitag konnten wir noch schönes Wetter mit 25 Grad und Sonnenschein genießen, die Wolken waren da ein willkommener Schattenspender. An diesem Abend rockten Bands wie The Amity Affliction, H2O, Walls of Jericho und Slayer und motivierten die Meute zu Circlepits in ordentlichem WFF 2016 - RaunchyAusmaß. Die vorderen Reihen rasteten völlig aus, während die Security mit den Crowdsurfern zu tun hatte. Die Mainstage und der Hardbowl waren wie immer prall gefüllt mit Publikum, aber auch die Metal-Hammer-Stage konnte sich sehen lassen. Diese ist eher persönlich und vergleichbar mit den Anfängen eines Festivals, aber selbst da schafften die Bands kleine Circlepits zu animieren. Hier spielten Freitags unter anderen Groovenom, The Hirsch Effekt und Raunchy. Für die langlodigen Metalfreunde spielten einige Acts wie Endstille, Vader und Grave bei der Knüppelnacht und sorgten für eine ewig währende Nacht.

Samstagmorgen, Ruhe auf dem gesamten Zeltplatz, nach und nach erwachen auch die Alkoholleichen, mich dazu gezählt, und man hört schon wieder die ersten Zischgeräusche vom Dosenbier. Hier und da läuft auch wieder Musik, aber in den Gesichtern aller steht der Vorabend geschrieben. Nachdem die Wolken die Sonne verdrängt hatte und Schauer auftraten hatten wir gut 2 Stunden damit zu tun, dass unser Pavillon nicht wegfliegt, da ein Sturm aufgezogen war. Die Security fuhr umher um alle zu warnen und ihre Sachen gut festzuhalten. Glücklicherweise beruhigte sich das Ganze wieder und so gingen wir ohne Sorge wieder auf das geliebte Festivalgelände. Sichtbar erschöpft wirkten die Festivalgänger und nur allmählich kam die WBTBWB - WFF 2016Partystimmung vom Vortag wieder auf. Den Start machten Annisokay im Hardbowl, Fallujah auf der Mainstage und Smoke The Sky auf der MH-Stage und lockten die Reserven der Menge heraus. Es dauerte nicht lange bis die ersten Circlepits sich wieder bildeten. Was aber gleich auffiel, dass auf den Wiesen viel mehr Leute saßen und lagen als am Vortag. Mein persönlicher Geheimtipp ist Cadaveres, die Jungs kommen aus Ungarn und haben auf der MH-Stage die Leute zum mitgrölen gebracht. Später sorgten We Butter The Bread With Butter für absolute Partystimmung mit bunten aufgeblasenen Bällen und Diskoparts gefolgt vom Moshpart. An diesem Tag blieb keine Verschnaufpause, denn es brügelten noch Bands wie Extomorf, Rise Of The Northstar  und Hammercult auf ihre Instrumente ein, um die Meute zum kochen zu bringen. das Highlight an diesem Abend brachten Hatebreed. obwohl sie schon zum Stamm-Line-Up des WFF gehören sorgten sie für einen extravaganten Crowdsurfer. Schon im letzten Jahr landete eine riesige Mülltonne im Graben, so forderten Hatebreed auch in diesem Jahr dazu auf und die Leute konnten nicht mehr vor Lachen. Bevor es jedoch zum Headliner des Abends kam verfolgten fast alle auf dem Festivalgelände das EM-Spiel Deutschland gegen Italien, was zu einem WFF 2016 - HatebreedZeitverzug führte. Somit trat Amon Amarth gut 1h später auf. Einige versammelten sich pünktlich zur SaturdayNightFever-Party im Hardbowl, wo uns nach ca 15min erst mitgeteilt wurde, dass sie mit The Browning erst 1h später starten werden. Das Publikum wirkte entnervt, denn darüber hätte schon eher eine Info stattfinden können. Eine kleine Info nach dem Fussballspiel über die Leinwand wäre die optimalste Möglichkeit gewesen. Somit rammelten alle wieder zu Amon Amarth oder tranken etwas. Wer bis 1 Uhr durchgehalten hatte traf sich im Hardbowl wieder, wo The Browning nochmal die Hütte zum Brennen brachte, danach spielten Cypecore, welche zwar in seltsamen Outfits auftraten aber uns wortwörtlich den letzten Atem raubten, denn mit Nebelwerfern schafften sie es den vorderen Hardbowl komplett zu zunebeln. Den Abschluss machten Drescher und überzeugten mit ihrer extrem außergewöhnlichen Mischung aus Metal/Core und Schlager. Wer nun noch nicht genug hatte ging zum Partyzelt vor dem Festivalgelände und feierte bis zum Rausschmiss.

Sonntag: Der letzte Festivaltag war angebrochen, das Wetter war sehr schwankend, von extrem heiß zu stürmisch und regnerisch. Die ersten packten schon ihre Zelte ein und in den Blicken sah man den Wehmut, dass schon wieder alles vorbei sein sollte. Aber ein Trost war der Headliner Five Finger Death Punch und noch einige andere Acts, die für einen gelungenen Abschluss sorgten. So machten heute Gutalax auf der Main, To The Rats And Wolves auf der Tentstage und WFF 2016 - John CoffeyArktis auf der MH-Stage die Eröffnungsrunde des Tages. Der stürmische Wind gab eine wahnsinns Athmosphäre was Bock auf mehr machte. Damit die gute Laune aufrecht erhalten blieb spielten Beartooth, August Burns Red, Lionheart (man munkelt das letzte mal auf dem Force, aber wir hoffen es mal nicht), Thy Art is Murder und Cry My Name. Richtig überrascht hatten uns John Coffey, denn David (Sänger) stellte sich mitten in die Masse im Hardbowl und zettelte um ihn herum einen Circlepit an, der immer größer wurde. Das nenn ich mal Nähe zum Publikum. Während Our Last Night und Bad Religion spielen fing es an mit wenig Tropfen und schwank um zu heftigen Ergüssen von oben, jeder verkroch sich irgendwo drunter, nur die harten blieben vor der Mainstage stehen. Im Hardbowl hingegen war Ölsardinenfeeling angesagt, wodurch man in der Massen mit moshte so gut es ging. Weiteres Highlight brachte auch Anti Flag, die so schon voller Energie strotzten und die Crowd dazu aufgeforderte lauter zu sein als Trivium, welche zeitgleich spielten. zum Schluss spielten die Jungs mit Schlagzeug in der Masse, worauf alle komplett durchdrehten. Den grönenden Abschluss machten dann Five Finger Death Punch, wo man das Gefühl hatte alle Festivalbesucher vor der Mainstage anzutreffen. Ständig kam ein Crowdsurfer, während alle die Texte mitsangen. Viele reisten nach den Jungs schon ab, dabei konnte man sich noch The Last Supper geben mit Paradise Lost, Beyond The Black und Borknagar.

WFF 2016 - AbschlussFazit: Es war mal wieder ein gelungenes Festival mit neuen interessanten Merchständen und altbekannten Ständen. Neue Acts und alteingesessene Bands sorgten für die gewohnte explosive Stimmung und das Wetter spielte glücklicherweise auch mit. Ich hoffe man sieht nächstes Jahr wieder viele bekannte Gesichter und an den drei Bühnen wieder gemeinsam zu moshen.

Gringoz Magazine
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