Es darf keinen Stillstand geben bei den Kaliforniern, die musikalische Entwicklung muss ebenso immer voranschreiten wie die persönliche. Die Rede ist von niemand geringerem als der Band letlive.. Gleichzeitig muss jeder dieser Schritte perfekt sein. Darum zählen die Kalifornia zu den besten Live-Bands dieser Welt und wurden von dem Fachblatt Kerrang! unter den „50 Greatest Rockstars In The World Today“ auf Platz eins gesetzt. Die Band ist irgendwo zwischen Post-Hardcore und Lärm angesiedelt. Eine Band, die einfach Stimmung macht.

Das Hafenklang ist die heutige Location, wo letlive. auftreten werden. Wie gewohnt, ist um 20 Uhr Einlass und um 21 Uhr beginnt die Vorband die Zuschauer für letlive. ordentlich in Fahrt zu bringen. Als Support stehen heute Youth Man auf der Bühne, die wir bereits letzten Oktober als Support von KMPFSPRT & Adam Angst in der Kieler Pumpe bewundern durften. Wir freuten uns, die Band heute als Support begrüßen zu dürfen. Das Duo um die Frontsängerin Kaila Whyte knallen uns ihren dermaßen eindringlichen fetten Sound um die Ohren, dass wir sowas von überzeugt waren, dass wir aus dem Staunen nicht mehr heraus kamen. Diese Frau bewegt sich auf der Bühne wie eine Rockgöttin, wo sich viele Megastars noch eine Scheibe abschneiden könnten. Bands aus England wissen einfach, wie man gute Musik macht, die im Gedächtnis bleibt. Trotz der enormen Bühnenpräsenz der Band tut sich das Publikum schwer in Schwung zu kommen. Bis auf eine kleine Truppe Jungs stehen die meisten nur still und lauschen dem Sound der Band. Nach etwa 30-minütiger Showeinlage war es dann auch schon vorbei mit Youth Man und sie bedankten sich innig bei ihren Fans und verließen die Bühne.

Nach kurzer Umbaupause ging es auch endlich los und letlive. betraten die Bühne, wir haben bereits viele Konzerte und Festivals besucht, aber wir müssen sagen, dass wir selten einen Sänger gesehen haben, der auf der Bühne so abgeht, sich so bewegt, wie dieser hier. Die Rede ist von Jason Aalon Alexander Butler, der sich soviel bewegt, dass wir echt Probleme hatten, nur ein vernüftiges Foto von ihm zu schiessen. Egal, abgehen und Spaß haben ist das Motto des Abends und dem kommen Jason und seine Band nach. Die Band spielt dazu präzise ihre komplexen Sounds, die sich jeden Moment wandeln und trotzdem immer eingängig bleiben. Wer letlive. noch nicht auf der Bühne erlebt hat, ahnt gar nicht, was das Wörtchen „live“ tatsächlich bedeuten kann. Jeder weitere Song des Abends lässt die Meute mehr und mehr eskalieren. Weder wir noch die Band kommen zur Ruhe. So würde man sich mehrere Konzerte wünschen. 14 Songs haben uns an diesem Abend erwartet. Klassiker wie „Muther“ und „Day 54“, aber auch neue Songs wie „Good Mourning, America“. Gerade bei dem neuen Song merkt man, letlive. haben seit ihrem letzten Album nichts an Größe und Stärke verloren.  Wir dürfen also gespannt sein auf ihr neues Werk „If I’m the Devil…“, das am 10. Juni erscheint. Wer die Band also verpasst hat, den müssen wir leider vertrösten, die Band spielt aktuell nur im Juni und Juli Shows in den Staaten. Aber wir hoffen, nach Erscheinen des Albums wieder mehr von den Jungs bei uns sehen zu können.

Alex Hoppen
Alex Hoppen

Denkt er wäre der Administrator, fährt Smart, mag Enten, Guitar-Hero-Profi, putzt Bier mit Zähnen – oder umgekehrt?, cheated bei Pokémon Go, speifrei seit 2014, Erste-Reihe-Milchtrinker aus Überzeugung und liebt Katzenbilder.