Ein typischer Apriltag mit Sonne, Regen, Sonne und wieder Regen. Aber selbst bei diesem Wetter wird man mit einem Lächeln von Matze Rossi in der Moritzbastei begrüßt.

Nachdem wir uns unglücklicherweise ausgesperrt hatten und mit heftigen Klopfen jemand uns bemerkte, begaben wir uns durch den Clubraum in den Backstagebereich, wo mich eine gemütliche und entspannte Atmosphäre erwartete. Mit viel Geduld, lustigen Pointen und vielseitigen Themen gestalteten wir das Interview (was demnächst auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht wird), dabei gab es viel zu lachen und zu erfahren.

Karo LynnUm 20 Uhr ging es dann los mit der „Vorband“ Karo Lynn aus Leipzig. Mit Gitarre in der Hand stellte sich die Musikerin dem noch eher kleinen Publikum, welche zum Teil in den Stuhlreihen saßen und zum Teil im Hintergrund standen. Zu Beginn wirkte die Stimmung etwas langweilig und eingefahren, jedoch schaffte es Karo ihr Publikum zu gewinnen und bewegte einige zum mitsingen. Eine gute Stunde gab die Leipzigerin ihre Songs zum Besten und berichtete dabei aus ihrem Leben und gesammelten Erlebnissen, u.a. mit ihrem Hund. Die Konzertbesucher waren sichtlich erfreut und lauschten aufmerksam bis zum Ende.

Mit kleiner Unterbrechung bereitete sich Matze auf seinen Auftritt vor, stellte Gitarren und andere diverse Musikinstrumente bereit. Allmählich füllte sich der Raum mit Zuhörern, was Rossi den Anlass gab, das Publikum näher an sich ranzuholen. Jegliche Sitze waren besetzt, auf der Bühne machte es sich ein Teil gemütlich und der Rest stellte sich in jede freie Ecke nahe der Bühne die er finden konnten. Dabei kam eine sehr gemütliche, vertraute und familiäre Situation auf, was ihn sichtlich erfreute. Ohne eine bestimmte Setlist auf Papier oder im Kopf begann Matze mit den ersten Songs und präsentierte mit seiner Gitarre seine raue, einprägende Stimme. Es erklangen viele der neuen Songs, aber auch ältere Songs hatten das Glück zu ertönen. Egal bei welchen Songs, aber man konnte immer wieder aufs neue entdecken, wie manch einer seine Lippen dazu bewegte oder sogar laut mitsang. Teilweise erklang ein Chorus im Raum, welcher traumhaft war.

Matze Rossi LiveMatze hat es geschafft das Publikum mit auf seine Reise durch sein Leben und seine Welt zu nehmen, während er ein starkes Gefühl der Liebe zur Musik übermittelte, was einfach nur ansteckte und ein gutes Feeling gab. Mit kleinen Anekdoten lockerte er die Stimmung so auf, dass alle herzlich lachen mussten und er manchmal Probleme hatte wieder mit seiner Musik fortzufahren. So erzählte Matze z.B. von der Klavierlehrerin, bei der er Pfennige auf den Handrücken tragen musste während des Klavierspielens, die beim falschspielen immer auf die Finger haute. Weiter ging es mit der Blockflötenlehrerin, die immer einen fetten schmierigen Lippenstift trug und diesen auf ihre Blockflöte verteilte und ihn dazu zwang auf deren Flöte zu spielen nachdem Matze seine Flöte zum 10.mal vergessen hatte. Man kann gar nicht alles in Worte fassen, welche lustigen Geschichten er noch zum Besten gab, denn manchmal wanderte er von einer Story in die nächste, was das Publikum sichtlich erfreute. Andererseits erzählte er von ernsten Themen, wie der Verlust von Freunden durch Krebs oder Unfälle. Nach fast 2 Stunden ging es zu Ende, doch man merkte dass das Publikum am liebsten die ganze Nacht dageblieben wäre und gelauscht hätte. Mit einem herzlichen Tschüss und vielen „Danke Schön“ verabschiedete sich Matze Rossi von der Bühne.

Fazit: Für gute 15 Euro hat man ein wundervolles Akustikkonzert der Extraklasse geboten bekommen, was ich jedem Musiker oder Musikliebenden ans Herz legen kann, denn selten erlebt man dieses Gefühl der wahren Leidenschaft für Musik. Man wurde auf eine Reise der erlebten Dinge geschickt, die für Trauer und Freude gleichzeitig sorgten. Und der Club erfüllte mit passenden Lichteffekten für die liebevolle Stimmung.

Gringoz Magazine
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