Sommer, Sonne, Sonnenschein…Uns erhaschte am 19.02.2016 eine warme Brise Reggae gepaart mit Punkrockanekdoten und groovigen Soulparts, was zum chillen, abfeiern und Gute Laune haben einlädt. 

Die Düsseldorfer haben sich 2008 als Trio gefunden und gründeten The Tips, womit der typische Klang aus Kalifornien oder der Übersee in Deutschland geboren war. Eindrucksvoll beweisen Ali (Gesang, Gitarre), Faf (Bass) und Jay (Schlagzeug), dass sie die Sonne aus eurem Herzen scheinen lassen können und man am liebsten eine Runde surfen oder skaten gehen würde. Die Leichtigkeit in deren Musik bringt einem Freude ins Leben und macht Bock auf mehr. Falls es euch mit „Twists’n’Turns“ (Long Beach Records Europe/Broken Silence) genauso geht, dann versorgt euch mit deren 2 Vorgängeralben „High Sobriety“  (2011) und „Trippin‘“ (2013). Nun gibt’s erstmal einen kleinen Vorgeschmack zum tanzen und springen wie es der Titel verspricht:

 

Mit „Birds in Trees“ eröffnet das Trio mit Benji Webbe (Skindred) den Longplayer „Twists’n’Turns“ und ziehen einen gleich in den Bann des Reggae, dabei bemerkt man schnell wie der Kopf mit wippt. Der Refrain „uhhh once again you let me down, uhhh what goes around comes around“ lädt von Anfang an zum mitzusingen ein und macht Lust wie wild durch die Gegend zu springen. Der Mix aus entspannten Reggae-Rhythmen, vorantreibenden Gitarren und souligem Gesang vermitteln das aufkommende Strandfeeling, was die Band so besonders macht.

Im Gegensatz dazu schafft es The Tips sozialkritische und vor allem aktuelle Themen anzusprechen. Bestes Beispiel hierfür sind „Leaving Home“ und „Parade„, wo sie über die derzeitige Flüchtlingskrise singen und die Situation bzw den Hass der Menschen untereinander verstärkt darstellen. So einfach die Texte auch geschrieben sind, umso einprägender sind diese, vor allem durch die eher langsamere Melodie und die kritische Gesangslage setzt man sich automatisch mit der Problematik der Songs auseinander. Neben Alltagsthemen der Gesellschaft, zeigen Lieder wie „Alien“ oder „City Lights“ deren eigene Situation. Das facettenreiche Scheitern in der kapital-getriebenen, gleichförmigen Gesellschaft, wo kein Platz für Individualität oder Andersartigkeit ist. Hierbei kann man sich selbst in die Lage versetzen, denn ich glaube jeder hat schon mal eine verzweifelnde Situation gehabt.

 

If You Want To“ bringt den eigenen Schaffensprozess zur Geltung und erzählt davon wie die Jungs ihre Musik gründen und sich selbst finden oder sogar neu erfinden. Passend dazu dienen Songs wie „Do it rhight“ oder „Wasting Time“ für eine auflockernde Stimmung, in der es eher um das Rauchen und Nächte durchmachen geht, während man an neuen Ideen arbeitet und sich vom Tag treiben lässt. Locker und lässig, wie man’s aus der Skaterszene kennt, spiegeln die Nürnberger dies in manchen Songs wieder. Kein Wunder, denn Faf und Jay sind selbst Vollblut-Skater und organisieren Skatercontests mit, was sich in deren Album Artwork von Stehpan Ä Beham klar zum Ausdruck bringt. In Kooperation mit Pavel Skates und Reell Jeans soll das Design als Signature-Deck samt Album in einigen Skateshops zu erhalten sein, damit es nicht nur zu Hause rumliegt, sondern auf die Rampen der Welt kommt.

Fazit: Dieses Album ist ein muss für jede Strand- oder Poolparty, denn The Tips schafft es genau die richtige Stimmung mit einem breiten Grinsen im Gesicht zu schaffen. Auch wenn euch schlechte Laune plagt, dann hört erst die traurigen, kritischen Songs an, wie z.B. „Still Turning„, um danach die nötige Aufheiterung zu bekommen mit Songs wie „Johnny’s Song„. Und zum Schluss sei gesagt, wer Red Hot Chilli Peppers liebt, wird auch The Tips feiern!

Gringoz Magazine
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