Eine Gefühlvolle, rauchige Punkstimme erzählend vom Leben und freien Denken, begleitet von akustischer Livemusik ergibt einen wundervollen Longplayer zum Anhören in entspannter Runde vorm Lagerfeuer.

Matthias Nürnberger, besser bekannt als Matze Rossi, schafft es die Leidenschaft in seiner Musik auszudrücken und beweist, dass man trotz vieler Aufgaben und Hindernisse alles schaffen kann. In seinem 5. Studioalbum „Ich fange Feuer“ wollte Matze kein perfekt abgemischtes digitales Album schaffen, sondern ein Rohling anbieten, welches Ecken und Kanten hat und trotzdem ein Must-Have ist. Er schafft es mit seiner einzigartigen Stimme und der Liveband gemeinsam ein Stück zu schaffen, wie man es von Bands in den Anfangszeiten kennt, wo alle zusammen im Studio spielen und diese Zeit der Aufnahme einfach genießen.

Mit „Ich fange Feuer“ ist hier ein Traum in Erfüllung gegangen, ein Studioalbum komplett Live aufzuzeichnen. Mit allen Musikern in einem Raum zu spielen, wenige Mikrofone, und auch den Gesang gleichzeitig aufzunehmen war das I-Tüpfelchen. Die Platte sollte nicht perfekt sondern echt klingen. Ich wollte das Feuer und die Magie einfangen die beim Musikmachen entsteht.“

 

Der Singer / Songwriter ist Vater von 3 Kindern, Yogalehrer, Sänger der Punkband Bad Drugs, Labelbetreiber und Dozent an der Fachakademie für Sozialpädagogik. Bei den ganzen Aufgaben, die er wie ein Wunder unter einen Hut bringen kann, verliert er nicht seine wilden Träume, sein brennendes Herz und die Liebe zu den Bühnen der Welt. In seinen Texten stellt er oft Fragen, die ums erwachsen werden bzw. sein gehen, denn der Punk hat doch gelehrt „Young till i die„. Bewusst oder unbewusst fanden die Aufnahmen mit Sven Peks dort statt, wo seine musikalische Vergangenheit mit der Punkband Tagtraum begann. Gemeinsam mit Manager Oise Ronsberger von End Hits Records wird die Platte aufgenommen. Vor 20 Jahren lernten sich die zwei bei einem Tagtraum-Konzert kennen, was zu einer brüderlichen Freundschaft führte und das gemeinsame Herzblut im neuen Album noch mehr verstärkt.

Schon mit dem ersten Song „Wenn ich mal“ wird man mit dem Thema konfrontiert, was viele lieber vermeiden wollen, das Ableben von einem selbst und die Frage ob man etwas anders machen sollte. Dabei stellt er fest, dass sein Leben wie es ist das Schönste ist und er nie etwas verändern wöllte, sei es seine Musiklaufbahn, sein Jobleben und ganz besonders nicht seine Familie. Mit „Ich will dich, Ja ich will dich“ aus „Alles schmilzt zusammen“ macht Rossi sogar eine musikalische Liebeserklärung an seine Partnerin und lässt keinen Zweifel daran, dass er sein Leben liebt.

Wichtig ist mir dabei nicht der Vergangenheit oder vergangenen Entscheidungen nachzutrauern oder in diese ‚was wäre gewesen wenn -Haltung‘ zu verfallen. Das hindert uns doch nur daran im HIER UND JETZT zu sein. Ein Leben lebt man vorwärts nicht rückwärts. Trotzdem sollten Entscheidungen mit Verantwortung getroffen werden…und wenn kein Zweifeln da ist sollte es auch kein Bedauern geben.

Matze versucht mit „Kein Zweifeln und Bedauern„, den Leuten die Message zu vermitteln, dass man sich nicht an die Vergangenheit hängen soll, sondern im Hier und Jetzt lebt. Genauso will er vermitteln, dass jeder seine Träume verwirklichen kann, egal was die Gesellschaft einen vorschreibt. Mit „Zieh meine Träume nicht durch den Dreck“ ertönt eine Hymne, in der er seinen Freigeist zur Schau stellt und aller Welt beweist, dass man Erfolg haben kann auch wenn man gegen den Strom schwimmt und ein bisschen Kind in sich behält.

Ich liege im Gras und lausche den Spatzen | Ich sehe den Blumen zu wie sie wachsen | Die Zeit verstreicht und was ist schon ein Jahr | Geht es nach mir lieg ich im Winter noch da (Songauszug: „Alles geht weiter“)

 

Fazit: Das Akustikalbum ist ein schönes melancholisches Musikwerk, was einem dazu ermutigt frei zu denken und seine Träume nicht in einer Schublade liegen zu lassen. Es erinnert einen daran, sein inneres Kind auszuleben und trotz Tiefen nach vorn zu sehen, wie heißt es so schön „Alles wird gut„.

Gringoz Magazine
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