Köln – es war verregnet, ein bisschen kalt und ja windig oben drein – aber es war geil! Zumindest sobald wir in der Live Music Hall waren am Samstag. Hier spielten am Abend die US-Rocker von Escape The Fate ihr letztes Deutschland-Konzert der momentanen Hate Me-Tour. Der Name kommt vom gleichnamigen Album der Jungs, welches letztes Jahr released wurde. 

Vorab möchten wir natürlich erst mal das grandiose Preis- / Leistungsverhältnis dieser Tour loben! 4 nicht unbekannte Bands an einem Abend für knappe 20€ zu bieten, ist absolut nicht leicht zu schaffen, vor allem in so einer Venue wie der Live Music Hall, Respekt erst mal hierzu! Was hingegen vor beginn nicht so schön war, war die Tatsache, dass der Einlass trotz des hohen Ansturms von Besuchern nicht früh genug gestartet wurde und somit zu beginn der ersten Band noch recht viele Fans draußen im Regen standen, war allerdings logischerweise ein Problem derVenue und tut unserer Kritik zur eigentlichen Tour nichts zur Sache!

Der Abend eröffneten die Neuseeländer von Like A Storm, welche dem recht jungen und größtenteils weiblichen Publikum garantiert keine Unbekannten waren, da diese letztes Jahr zur selben Zeit in derselben Venue bereits Black Veil Brides auf ihrer damaligen Tour supporteten. Demnach war die Interaktion mit dem Publikum vom ersten Act an absolut kein Thema und das legendäre Eis zwischen Opener und Publikum war schnell gebrochen. Unter stetigen „Wuuuuuh“ Rufen des Publikums wurden neben einem Didgeridoo Solo, dem regelmäßigen Bad in der Menge und einem sehr berührenden Balladen-Solo von Gitarrist Matt Brooks leider lediglich Songs des neuen Albums Awaken The Firegespielt, was zwar nicht mal ein Jahr alt ist, aber den ein oder anderen Klassiker des Vorgängers hätte man in das 7-Teilige Set gerne einführen können.

Als nächstes kamen die Briten von FVK – ja so nannten sie sich auch selber auf der Bühne und der Backdrop verriet uns auch nicht mehr. Erst nach einer kleinen Suchanfrage im World Wide Web fanden wir heraus, dass es sich hierbei um die düsteren Rocker von Fearless Vampire Killers handelt, welche erst letztes Jahr durch den Support von In This Moment undAnnisokay richtig Fuß auf europäischen Festland nehmen konnten. Auch wenn wir Musik gegenüber recht offen sind, muss man leider sagen, dass die selbsternannten FVK der wohl schlechteste Act des Abends war.

Der Sound stimmte über die hälfte der Show überhaupt nicht und 1. Frontmann Laurence Beveridge konnte absolut nicht überzeugen. Erst als der übliche Wechsel im Programm der Jungs zwischen Gitarrist und Frontmann kam und der 2. Frontmann Kier Kemp die Vocals übernahm, kam etwas Stimmung auf, leider viel zu spät. Am Ende hatte ich während der Fertigung dieses Berichtes ernsthafte Probleme, mich überhaupt noch an einen der Songs zu erinnern. Interessierte können sich jedoch schon freuen, denn die Jungs kommen im März auf ihre erste eigene Headliner-Tour in Deutschland vorbei – vielleicht diesmal mit eigenen Tontechniker.

Der Co-Headliner des Abends gilt Hierzulande noch als ein kleiner Geheimtipp, da New Years Day sich wirklich nicht oft hier blicken lassen, allerdings mit über 10 Jahren im Geschäft schon regelmäßige und gern gesehen Gäste der legendären Warped Tour sind. Kern der Band ist und bleibt seitdem Sängerin Ashley Costello, welche es in den letzten Jahren schaffte, das LineUp der Band öfter zu ändern, als das von Metallica, Deep Purple und Volbeat zusammen.

Klanglich überzeugt New Years Day durchaus mit einem Set, welches bis auf einen Song komplett vom 2015 erschienen Album Malevolence abstammt. Kein Wunder, das bereits angesprochene LineUp der Band 2015 erst direkt 3 Member ausgetauscht hat vor den Albumaufnahmen. Trotzdem klingt Malevolencehervorragend und überzeugte im Oktober nicht nur Kritiker und Fans, sondern glänzt umso mehr heute Abend live in Köln. Höhepunkt des Auftrittes war der Gastauftritt von Escape The Fate Frontmann Craig Mabbitt, welcher seine Vocals zum Klassiker Angel Eyes  beitrug, dem wie bereits erwähnt einzigen Song im Set, welcher nicht vom aktuellen Album stammt. Live hat uns somit New Years Day endlich mal durchaus überzeugen können, nur der Abgang muss nochmal geübt werden, statt einem netten Winken+“Goodbye“ rufe wurde hier einfach ein kalter nach Schema F Abgang präsentiert, schade für die Fans – aber die Show war gut!

Der Headliner des Abends versprach einiges zu bieten, wo doch das aktuelle Album von Escape The Fate deutlich massentauglicher als die restlichen Silberlinge ist, doch davon ließen sich die Jungs nichts anmerken: Klar begann die Show mit dem Intro Just A Memory des aktuellen Albums, welche jedoch als eine der härteren Nummern gilt und somit sich ohne Probleme mit den darauffolgenden Songs aus der großartigen This War is Ours Zeit kombiniert. Ja tatsächlich fühlte sich die erste Hälfte des Auftrittes sehr nach 2013 an, nur die Interaktion blieb deutlich auf der Strecke: Song für Song lief das Uhrwerk runter bis die neue Hymne Live For Today mit vorheriger Ansage gespielt wurde, ab hier ging es stark bergauf, das merkte man auch am Publikum! Zwar blieben große Pits trotz Aufruf aus, Textsicherheit und Ausdauer wurde von der Crowd jedoch trotzdem bewiesen. Ja ein Highlight jagte das nächste in der 2. Hälfte – sogar ein Gastauftritt von Frontfrau Ashley Costello beim gleichnamigen Song Ashley war im Programm! Kein Hit aus den letzten Jahren kam zu kurz und in der Zugabe gab es sogar noch das zweiteilige Meisterwerk The Guillotine zu hören!

Fazit: Für 20€ versprach der Abend im vorraus, was er locker halten konnte – ein abwechslungsreiches Programm mit angenehmer Länge und Vielfalt. Klar stimmte hier und dort beim Vorprogramm mal der Sound nicht, darüber kann man aber locker hinwegsehen! Escape The Fate sind auch 2016 noch so stark wie zu ihrer besten Zeit! Wir bleiben auch bei den restlichen Künstlern auf dem laufenden, was das Tourleben angeht.

Alex Hoppen
Alex Hoppen

Denkt er wäre der Administrator, fährt Smart, mag Enten, Guitar-Hero-Profi, putzt Bier mit Zähnen – oder umgekehrt?, cheated bei Pokémon Go, speifrei seit 2014, Erste-Reihe-Milchtrinker aus Überzeugung und liebt Katzenbilder.