Elegant, Mitreißend, laut – Ein starker Auftritt bei der ersten großen Tour

Am 14.11.2015 fand die Band „Beyond the Black“ mit zwei Vorbands im Gepäck den Weg in die Kölner Live Music Hall.

Eröffnet wurde der Abend von der deutschen Heavy-Metalband „Inlegend“, welche 2011 von Bastian Emig, dem Schlagzeuger von Van Canto gegründet wurde.
In dieser neuen Formation trat er allerdings als Leadsänger auf. Die Band selbst bezeichnet ihren Musikstil als Hand-hammered Piano Craft / Piano Rock, da ein großteil der Gitarrensounds ursprünglich auf dem Klavier geschrieben wurden ( weil Sänger Bastian Emig das Gitarrespielen nicht wirklich beherrschte). Nach einer klasse Show und einem mehr als gelungenen Warm-up betraten dann Masterplan als nächstes die Bühne.

Die deutsche Power-metal Band Masterplan, um den schwedischen Frontsänger Rick Altzi brachten satten Sound auf die Bühne. Fette Gitarren treffen auf typische Doublebassrythmen, melodische Keys und eine unvergleichliche Stimme. Die Mischung stimmt hier, das merkt auch das Publikum und die Stimmung ist bereits bei Masterplan grandios. Ebenfalls stimmungsfördernd waren die deutschen Sätze und Wörter, die der Frontsänger immer wieder mit herrlichem Akzent ins Publikum warf. Mein persönliches Highlight war die Anmoderation ihres Songs „Heroes“, wo Rick den „Durchfallmann“ als seinen persönlichen Helden bezeichnete. Alles in allem haben Masterplan einem nicht nur das Warten auf Beyond the Black versüßt, sondern eine super Unterhaltsame, hoch musikalische Show abgeliefert.
Um 20.45Uhr war es dann endlich soweit, als das Intro von „In the shadows“ lief und die Band auf die Bühne kam. Die 20-jährige Frontfrau Jennifer Haben ist elegant ganz in Schwarz gekleidet, schafft es aber gleichzeitig auch sich dem typischen Kleidungsstil ihres Musikstils anzupassen. Sie wirkt zunächst eher zierlich, doch als sie anfängt zu singen, erfüllt eine Stimme den Raum, die nicht umsonst schon einige Gesangswettberwebe gewann. Der Sound ist ausgereift und trotz ihrer kurzen Bandgeschichte, hat die gesamte Band, vor allem aber Sängerin Jenny eine unglaubliche Bühnenpräsenz und zudem sieht man jedem Mitglied den Spaß auf der Bühne an – das ist ansteckend und reißt das ganze Publikum sofort mit.
Nach einigen Songs kommt die Band auf die dramatischen Anschläge zu sprechen, welche sich einem Abend zuvor in Paris ereigneten ( die Band selbst spielte zeitgleich ein Konzert in Saarbrücken und erfuhr erst im Anschluss, was passierte). Sie widmen den Song „Against the world“ allen Opfern dieser Tragödie. Kurz danach wird eine kurze Pause genutzt, und der Keyboarder gibt ein Solo zum Besten, welches beweist, dass er auch durchaus in der Lage ist, allein ein Publikum zu unterhalten. Es folgt mein erstes Highlight vom Auftritt, der 2014 in Mannheim gegründeten Band, als Jennifer Haben sich selbst am Klavier begleitet und die Ballade „Love me forerver“ einleitet, die ursprünglich von der Band Motörhead stammt. Eine herrliche Ballade, die wirklich gut in die Show und auch auf das Album von ihnen passt.

Nachdem auch Drummer Tobias Derer ein ausgedehntes Solo gespielt hat, und damit einmal mehr zeigt, dass jedes Bandmitglied sein Instrument bis in die tiefe beherrscht, folgt direkt mein zweites Highlight des Abends als die Zuschauer mit einer Version von Awake and Alive (im Original von Skillet) überrascht wurden, die sich nicht vor dem Original zu verstecken braucht. Neben jedem einzelnen der 12 Songs ihres Debütalbums „Songs of Love and Death“ (2015) schlichen sich noch einige andere Songs in das 90-minütige Programm. Unter anderem die Wackenhymne „Right before the storm“, welche sie in diesem Jahr bei ihrem ersten großen Auftritt auf der Mainstage des Wacken-Open-Airs zum besten geben durften. Die Menge war sichtlich begeistert – und definitiv nicht nur all die, die im Wacken-Shirt zum Konzert gekommen sind)

Desweiteren ließen sie sich die Ehre nicht nehmen, einen Song der britischen Heavy-Metal Band „Saxon“ zu präsentieren. Die Band nahm Beyond the Black Anfang 2015 mit auf Tour durch Großbritanien und war durchaus mit am aktuellen Erfolg beteiligt. Nach der Powernummer „Running to the edge, verschwand die Band dann von der Bühne und kam nach zahlreichen Zugaberufen nochmal zurück, um „Halleluja“ und „Songs of Love and Death“ als (zugegebenermaßen natürlich geplante) Zugaben zu spielen, die einen überragenden Abend beendeten.

Alles in allem, war es ein toller Abend, mit wirklich toller, hochwertiger Musik, in einer sehr angenehmen Location, mit super Stimmung und eigentlich allem, was ein grandioser Samstag Abend so braucht. Die aktuelle Tour hat gerade erst begonnen, also wer in der Nähe ist, und schon Evanescence oder Nightwish mochte, sollte sich unbedingt noch eines der Tickets abgreifen und sich aufjedenfall auch die Platte „Songs of Love and Death“ zulegen.

Alex Hoppen
Alex Hoppen

Denkt er wäre der Administrator, fährt Smart, mag Enten, Guitar-Hero-Profi, putzt Bier mit Zähnen – oder umgekehrt?, cheated bei Pokémon Go, speifrei seit 2014, Erste-Reihe-Milchtrinker aus Überzeugung und liebt Katzenbilder.