REVIEW: KMPFSPRT – Gaijin

KMPFSPRT haben kein Bock mehr.

Kein Bock mehr auf das System, kein Bock mehr auf die alte Leier, kein Bock mehr auf den Fremdenhass, kein Bock mehr auf den Kapitalismus und kein Bock mehr auf den „In-einer-offenen-Beziehung-mit-Tinder“-Hype. Und das kann man sich anhören auf ihrem dritten Album namens Gaijin. Schon auf der Single „Trümmern“ kritisieren sie das in Massen konsumierende und antisoziale Verhalten der Gesellschaft. Die Leute haben kein Interesse daran, zu sehen, wie ein Obdachloser in der Suppenküche ansteht. Die Leute leben in ihrer eigenen geschaffenen Welt, als ihr eigener Zuschauer. Sie besuchen Konzerte, gehen am Wochenende feiern, gehen zum Yoga-Kurs und wofür? Natürlich nicht, um soziale Kontakte zu knüpfen oder zu pflegen, denn sie sind moderne Außenseiter die sich lediglich um ihre Abonnenten-Zahl kümmern müssen „Die Show gestern war nice, wer war eigentlich die Band? Die hab ich nicht gesehen, ich hab den Club geinstagrammt.“ – Außenseiter ihres eigenen Lebens.

Gaijin hat seinen sprachlichen Ursprung in Japan. Gaijin bedeutet wörtlich übersetzt „Mensch von Außerhalb“. Das Album behandelt neben dem Desinteresse der „Hipster“-Generation auch das Gefühl, selbst Außenstehender zu sein wie beispielsweise in dem Song „Schwarz“, dessen Refrain „Egal wo hin wir gehen, wir sind Gaijin“ definitiv sofort hängen bleibt. Außerdem befasst sich das Album auch weiter mit politischen Themen wie unbegründete Polizeigewalt gegen Zivilpersonen oder dem Aufstieg der AfD.

Neben den zwei Hits „Trümmern“ und „Schwarz“ die wir bereits vor dem Album Release-Day hoch und runter hören durften, befinden sich auf der Platte der Kölner Jungs noch weitere Hits, die dieses Album wirklich empfehlenswert machen wie zum Beispiel der Song „Château Migraine“ bei dem es den meisten wohl auch richtig in den Beinen juckt und man Bock auf den nächsten KMPFSPRT Moshpit bekommt. Genau so Bock auf die Live Auftritte machen aber auch Songs wie „Pauken & Trompeten“, „Asche“, „Freut euch nicht zu spät“ und vor allem der Bonus Song „Insomnie“ der das Album perfekt abrundet.

So ernst die Themen des Albums auch sind, und so wenig Bock man auf die Themen auch hat, umso mehr Bock macht die neue Platte von KMPFSPRT darauf, aufzustehen und selbst die Veränderung zu leben, die man sich so sehr für diese Welt wünscht.

Sound
Konzept
Hörspaß
4.1

About The Author

Denkt er wäre der Administrator, fährt Smart, mag Enten, Guitar-Hero-Profi, putzt Bier mit Zähnen - oder umgekehrt?, cheated bei Pokémon Go, speifrei seit 2014, Erste-Reihe-Milchtrinker aus Überzeugung und liebt Katzenbilder.

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