Wanda Fürth Stadthalle, 03. April 2018

Für die Fürther hat der Osterhase heute erst das dicke Ei gelegt- Wanda beehren die seit 3 Monaten restlos ausverkaufte Stadthalle an diesem Abend. Die Wiener um Marco Michael Wanda bestreiten die Niente Tour ohne ihren Keyboarder Christian Hummer, der wegen eines Hörsturzes zur Zeit pausiert.

Support an diesem Abend ist kein Geringerer als der kongeniale David Öllerer aka Voodoo Jürgens mit seiner Band Ansa Panier. Obwohl er bereits mehrfach fränkische Kleinbühnen ausverkauft hat, scheint ein Großteil des Publikums ihn heute zum ersten Mal zu hören. Neben dem Gassenhauer „heute grob’mer Tote aus“ dürfen natürlich auch „Gitti“ und „drei Geschichten aus dem Café Fesch“ nicht fehlen. Um sich richtig einzufühlen, muss man aber den morbiden Wiener Charakter wenigstens ein bisschen kennen, sonst dümpelt die Musik ohne Relation dahin. Mit seinem Mix aus Gipsy, Schlager und Wiener Schmäh (obwohl er ja aus Tulln kommt), bereitet er das zunehmends eingegroovte Publikum gut auf den Headliner vor.

Pünktlich um 21:15 betreten Wanda die Bühne und beginnen ihr 100min Set direkt mit ihrer Hitsingle „Bologna„. Ein schlauer Zug, das Publikum klatscht begeistert mit. So muss es in den 80ern auf einem Reinhard Fendrich Konzert gewesen sein. Marco Wanda ist über alle Maßen gut gelaunt und wird nicht müde, dem Publikum, seinem „Schatzi“ zu sagen, wieviel Amore er für Fürth übrig hat. Auch seine eingegipste Hand hält ihn nicht davon ab, einige Songs selbst auf der Gitarre zu schmettern. Seine Euphorie geht sogar so weit, dass er einem Konzertbesucher Geld für Schnaps schenkt. Im zweiten Teil des Sets gibt es dann noch klassische Unterstützung mit Geigen und Celli, gespielt von unheimlich gewandeten Gestalten- auch hier wird wieder mit dem morbiden Wiener Charme gespielt.

Wanda liefern- ihre Hits, ihren Schmäh, ihr Herz und servieren uns den Wiener Lifestyle auf einem Silbertablett. „Schottenring“ vom neuen Album zündet- nicht nur bei uns, die wir die U3 schon hundert Mal gefahren sind. Dass das Publikum die Band so abfeiert liegt nicht zuletzt an der schelmenhaften Ausstrahlung der Musiker, gepaart mit einer Prise Falco und italienischen Bademeister. Ja, Wanda sind ein bisschen wie Urlaub in Grado, man muss aufpassen, dass man sich keinen Sonnenbrand holt. Der Abend endet, wie er begonnen hat: Mit „Bologna“ und Luftküssen. Wanda, kommt bald wieder, wir haben viel Amore für euch.

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Eine Italienerin in Franken. Popkulturelle Geisteswissenschaftlerin. Geht jährlich auf über 100 Konzerte von David Hasselhoff bis Heaven Shall Burn. Mag Katzen, Pasta und Weinschorle. All time favourite Band: Bonaparte

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