Evanescence lassen Düsseldorf verstummen!

Eine Rockband mit Streichern und Harve, geht das? – Klar.
Aber auch gleich eine ganze Tour mit Teilen eines Orchesters? – Und ob!
Und das vor sitzendendem Publikum, kann das gut gehen?
Die Antwort lautet: Und wie das geht!!!

Es gibt nicht viele Bands da draußen, die eine Brücke von Klassik und modernem Alternative-Rock (manche würden Symphonic Metal sagen) so schlagen können, wie Evanescence.Der Abend wurde von den Orchestermitgliedern und einigen bekannten Stücken eröffnet. Mozart, Beethoven, das Zelda Theme und auch bereits erste instrumentale Stücke der US-Amerikaner stimmten das Publikum auf einen Konzertabend der etwas anderen Art ein .

Als Amy Lee dann bei Never Go Back zu singen begann, wurde es still im Saal. Ihre Stimme legt sich über die Streicher und schwebt quasi im Raum. Immer auf dem schmalen Grad zwischen zart, ja gerade zu zerbrechlich und krafvoll aus voller Brust bewegt sie sich mit unglaublicher Präzision durch jegliche Tonhöhen und zeigt eindrucksvoll, dass sie in den vergangenen Jahren nichts an Stimmkraft eingebüßt hat.

Ungewohnt ist es zunächst, das kaum mitgesungen wird und man mehr oder weniger an den Sitz gefesselt ist. Das zwingt einen förmlich dazu, sich ganz der Musik hinzugeben, zuzuhören und zu staunen. Das Set hatte dagegen nur wenige Überraschungen parat: Die komplette Synthesis-Platte, ein Song von Amy Lee (Speak to me) und als ein weiteres Highlight eine unglaublich emotionale Version von Good Enough. Persönlich hätten wir uns noch  Going Under gewünscht, aber insgesamt gab es wenig zu meckern an diesem Abend. Einziger Wermutstropfen waren die kurze Zeit und das Schlagwerk, was leider gerade zu Beginn mit den elektronischen Sounds mehrfach die Stimmung etwas zerstört hat und sich vor allem nicht immer mit Amys Stimme vertrug.

Hervorzuheben sei hier allerdings die Single Imperfection, die das absolute Highlight des Abends darstellt. Der Titel ist hier mal überhaupt nicht Programm. Stattdessen wurde der Song in perfekter Manier performt und in diesem Fall ausdrucksvoll von den Drums nach vorn  getrieben – einfach grandios. Weitere Highlights waren Lost in Paradise, Hi-Lo, The End of the Dream, und wie jedes Mal die Klassiker Bring me to Life und natürlich My Immortal.

Insgesamt war es ein fantastischer Abend, an dem uns mehrfach einfach nur die Sprache verschlagen wurde. Eine meisterhafte musikalische Inszenierung mit einer unglaublichen Amy Lee am Mikrofon. Wir sagen Chapeau!!

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