Heaven Shall Burn brannten am Freitag Hamburg ab – und es war geil!

Wer es schafft, über Jahre hinweg ausverkaufte Shows als Headliner zu bespielen, der kann sich da schon mal auf die Schulter klopfen. In diesem Falle reden wir vom infernalischen Metal Gespann Heaven Shall Burn, welche auch 2018 nichts außer die Bühne anbrennen lassen und mit einer geladenen Show das Publikum begeistern. Wir waren am Eröffnungswochenende zum Start der Tour dabei und berichten euch über sommerliche Temperaturen in tiefsten Frühling, harten Riffs und natürlich einer Packung Breakdowns, die sich sehen lässt.

Noch bevor In Hearts Wake den Abend eröffnen konnten wies die Hamburger Sporthalle durchaus weniger Besucher als in den letzten Jahren auf. Wo bei der double Headliner Tour mit Parkway Drive 2016 noch der Laden Wochen vorher ausverkauft war, musste heute die Halle um gut die Hälfte verkleinert werden, was auf den ersten Blick eher unverdient aussieht. Man muss aber auch bedenken, dass diese Venue zu den größten ihrer Art auf deutschen Boden zählt.

Als In Hearts Wake den Abend allerdings eröffneten wurden dank Lichttechnik und natürlich dem grandiosen Sounds & Vibes jede offene Größe in der Location vergessen und das Konzert gefeiert. Bereits letztes Jahr konnten die Jungs auf ihrer Ark Tour in den Clubs überzeugen und zeigen nun auch, dass sie auf der großen Bühne in der Lage sind ein Publikum in den Bann zu ziehen. Als erste von vier Bands lässt sich diese Eröffnung durchaus sehen.

Als nächstes betreten Whitechapel die Bühne, welche aufgrund von Status und Respekt gegenüber Frontmann Phil Bozeman als kleiner Geheimtipp für die Tour und als das härteste Pferd im Stall galten. Trotz des frühen Slots und der kurzen Spielzeit wurde hier alles geboten, was man sich wünschen könnte – von Our Endless War bis The Saw Is The Law über This Is Exile wurden alle Hits eingefangen und gefeiert. Da fühlt sich die kurze Spielzeit der Jungs fast schon unterbesetzt an.

Als Co-Headliner kann August Burns Red jegliche Erwartung erfüllen und rockt mit ihrem neusten Album Phantom Anthem nicht nur die Metal Charts sondern auch seit letztem Jahr die deutschen Hallen. Der Hype um diese Band wird nicht weniger, wie die aktuellen Shows beweisen. Besonders spektakulär waren die dirigierenden Einlagen von Frontmann Jake Luhrs während den instrumentalen Parts – hier wird das eigene Genre nicht nur gehört sondern auch gefühlt – mehr dazu verriet uns übrigens Bassist Dustin in einem Interview hier im Magazin.

Als die Hallen sich ein letztes mal für diesen Abend verdunkelten und die erste schöne Lichtkulisse des Abends über die Bühne und dessen Vorhand schien, wurde jedem klar, dass das große Finale und Highlight der Tour noch aussteht. Doch bevor der Metal die Halle regiert, wurde als Interlude noch einmal kräftig die Menge angeheizt mit One von Metalli.. ach Scooter – ja kein Scherz! Das kam wirklich positiv an und lud auch in der letzten Reihe die statischen und natürlich viel zu coolen nickenden Fans zum feiern ein.

Als erstes richtiges Intro kam durch eine verhüllte Bühne Frontmann Marcus auf die Bühne um vor dem Publikum mit dem Rest der Band als Silhouette im Hintergrund mit dem Song Downshifter vom neuen Album das Inferno zu eröffnen. Von Sekunde eins packte jeden im Raum die gewohnten Sound von Heaven Shall Burn, der grandiosen Lichtshow und natürlich den teils witzigen Showeinlagen. Die Jungs haben einfach Spaß und zeigen nur zu gern, wie viel Bock man auf die kommenden 23 Shows hat. Da wir hier keine Tour zum aktuellen Album erleben sondern eine neutrale Heaven Shall Burn Tour, wurde keines der mittlerweile neun Alben im Live Set berücksichtigt und bot damit Hörern und Fans eine sehr gute Abwechslung der verschiedenen Epochen. Natürlich ist jedem klar, dass der Großteil des Publikums die alten Hits von Iconoclast live immer feiert, weshalb diese heute mal schön an das Ende der Show gelegt wurden und teilweise in der Zugabe für einen krönenden Abschluss sorgten. Als großes Finale wurde von der ganzen Halle der Blind Guardian Hit Valhalla unter tosender Double Base mitgesungen und nochmal alles gegeben.

Man will sich nach diesem Ereignis fast nicht ausmalen, wie still die letzten Jahre ohne Heaven Shall Burn gewesen wäre. Klar wäre aufgrund der grandiosen Pyroshow unsere Atmosphäre vielleicht einiges erspart gewesen aber diesen Preis zahlen wir gerne für so eine packende Tour. Wir können nur hoffen, dass ihr da gewesen wart, denn wie schon 2016 bot sich den Besuchern hier eine gewisse „Tour Of The Year“ – und das bereits im März!

About The Author

Denkt er wäre der Administrator, fährt Smart, mag Enten, Guitar-Hero-Profi, putzt Bier mit Zähnen - oder umgekehrt?, cheated bei Pokémon Go, speifrei seit 2014, Erste-Reihe-Milchtrinker aus Überzeugung und liebt Katzenbilder.

Keine Kommentare on "Heaven Shall Burn brannten am Freitag Hamburg ab – und es war geil!"

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.