Rise Against zu Gast in Düsseldorf (17.11.17)

Wir haben sie alle, diese eine Band, die uns schon seit Kindesalter begleitet und irgendwie aus dem Leben nicht wegzudenken ist. Rise Against ist definitiv
eine jener Bands, die man live einfach einmal erleben muss. Es war mal wieder so weit, Rise Against kommen zum Gastspiel nach Düsseldorf in die Mitsubishi Electric Halle (Ausverkauft!) und wie jedes Mal gab es aufgrund der schwankenden Live-Performances vorher Rätselraten, ob es nun eine beeindruckende oder eher eine unterirdische musikalische Bespaßung wird.

Aber erst einmal zurück zum Anfang: Eröffnet wurde der Abend von den Hardcore-Punkern „Pears“ , die mit ihrem kurzen, aber energiegeladenen Set die Bühne regelrecht in Stücke rissen. Das Publikum war noch so gar nicht auf Betriebstemperatur (und die Hälfte hielt sich auch noch Außen bei Fressständen und Bier auf), Frontsänger Zach Quinn fegte aber bereits unermütlich oben ohne über die Bühne und schien sich am etwas trägen Publikum nicht zu stören.

Pears Frontmann Zach Quinn

Nach kurzer Umbaupause gaben dann „Sleeping With Sirens“ ihren „Emo-Post-Hardcore“ zum Besten. Die  Mädchen in den ersten Reihen kreischen laut auf, als Sänger Kellin Quinn die Bühne betritt und zu singen beginnt. Fraglich jedoch, warum Rise Against ausgerechnet das Quintett aus Orlando mit auf die Tour brachte. Außer jeder Menge Bass und einem dünnen Gesang war nicht allzu viel positives zu berichten, außer das es zumindest einem Teil der Menge wohl gefallen hat. Wir haben uns nach der Fotosession ganz schnell aus dem Staub gemacht, um Kräfte für Rise Against zu sparen.

Sleeping with Sirens

Um halb 10 war es dann endlich so weit. Der Saal war nun prallgefüllt und alle hatten Bock, als Rise Against mit „Chamber the Cartridge“ die Bühne betraten und den Saal zum kochen brachten. Die Stimmung war nun ausgelassen und auch das Publikum war endlich entsprechender Laune. Gespielt wurde wirklich eine bunte Mischung aus Tracks vom aktuellen Album „Wolves“ („The Violence“, „House on Fire“, „Wolves“, ..) und alten Stimmungshits („Ready to Fall“, „First Drop“, „Prayer of the Refugee“, ..). Auch eine kurze Acoustic-Session mit „Swing Life Away“ und natürlich „Hero of war“ durfte nicht fehlen, wirkte aber leider zum Teil eher gequält als wirklich emotional. Auch generell konnte die Band am Abend leider kaum überzeugen. Gerade bei Gassenhauern wie „Satellite“ oder „Savior“ gab es arge Probleme im Timing bei Frontmann Tim McIlrath, sodass es teilweise eher wie eine semi-professionelle Bandprobe klang – und nicht nach einem internationalen Top-Act. Gesanglich war es ja schon immer etwas schwieriger, aber die Gesamtperformance des Quartetts war leider sehr enttäuschend und fällt an diesem Abend definitiv eher in die Kategorie „unterirdisch“. Wenn es hierbei nicht um „Rise Against“ ginge, würden wir sagen:  das muss nicht zwingend noch einmal sein, zumal die Tickets mit 50€ auch kein Schnäppchen sind. Dennoch wird es uns aufgrund der Nostalgie und der immer noch grandiosen, älteren Songs sicher auch zur nächsten Tour wieder in die Hallen der Republik tragen und vielleicht erleben wir dann ja eine „bessere Liveshow“.

Tim McIlrath

About The Author

Keine Kommentare on "Rise Against zu Gast in Düsseldorf (17.11.17)"

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.