So war´s: Boyce Avenue live in Oberhausen

Im Vorprogramm: Martha Phillips (20)

Draußen fühlt es sich inzwischen an, als wär der Winter längst unter uns. Ziemlich frierend kamen wir zumindest zur Show von Boyce Avenue am 29.10 in der Turbinenhalle in Oberhausen. Sonderlich lange hielt die innere Kälte aber glücklicherweise nicht…

Gitarrist Fabian Manzano

Als wir die Turbinenhalle betraten, schallten bereits liebliche Akustikklänge aus der Halle. Der Saal ist nur mäßig gefüllt und das Publikum scheint noch in Herbstmelancholie zu stecken. Nur wenige Zuschauer würdigten das wahre Talent, welches Supportact „Martha Phillips“ mitbrachte: Noch etwas unsicher auf der Bühne und im Umgang mit den ebenfalls scheuen Zuschauern, überzeugte sie mit einer umwerfenden Stimme und einigen richtig coolen Loops. Insgesamt ein mehr als sympathischer Auftritt, der leider – wie häufig –  kaum die gerechte Wertschätzung bekam.

Nach einer unverschämt langen Pause kamen dann endlich Boyce Avenue auf die Bühne und legten mit ihrem Song „I´ll Be the One“ direkt los. Das Publikum wirkte aber immer noch sehr träge. Hin und wieder wurde die Stille von kreischenden Mädchen unterbrochen, ansonsten aber geschah nicht allzu viel auf Seite des Publikums. Die Band legte leider noch ihren Teil dazu und wirkte in Teilen nicht unbedingt top-motiviert, sodass auch kaum Interaktion zwischen Band und Publikum stattfindet.

Nicht leugnen kann man hingegen, dass die 3 Manzano-Brüder und Drummer Jason Burrows musikalisch einen klasse Job machen. Die meisten Zuschauer werden die Band vermutlich durch ihre zahlreichen grandiosen Cover auf Youtube entdeckt haben und so waren auch wir froh, dass unter den Songs Klassiker wie „Yellow“ (Coldplay), „Castle on the Hill“ (Ed Sheeran), „Fast Car“ (Tracy Chapman) oder „Use Somebody“ (Kings of Leon) zu finden waren. Allesamt natürlich in ihrer ganz eigenen Boyce Avenue Version. Leider wurden viele dieser Songs nur in ein kurzes Medley gepackt, sodass immer ein leicht gehetzter Eindruck aufkam. Dennoch war die Mischung aus eigenen Songs und den Coverversionen sehr ausgewogen und hat definitiv Spaß gemacht.

Wirklich inspirierend und beeindruckend (für viele wohl auch der Grund, warum sie Boyce Avenue hören) ist die unfassbar tolle Stimme von Frontmann Alejandro Manzano. Er beherrscht sowohl die leisen, sanften Töne, als auch die rauen, härteren Töne in Perfektion und ist ein erfrischend gutes Beispiel dafür, das auch in der Popwelt ohne Autotune und co ausgekommen werden kann. Dazu ist er noch mit einer Stimmfarbe gesegnet, die nicht nur die Frauenherzen in der Halle höher schlagen lässt.

Insgesamt war es ein Abend mit wirklich herzerwärmender Musik und wahnsinnig guten Gesangseinlagen. Abstriche müssen hingegen bei der Stimmung (sowohl der Zuschauer als auch der Band) und der Organisation gemacht werden

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